Studentenführer zu Protesten in China: Xi soll "erzittern"

    Proteste in China:Studentenführer von 1989: Xi soll "erzittern"

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    1989 endeten die Studentenproteste in China in einem Massaker. Der Anführer Wu'er Kaixi hegt nun Hoffnung für die neuen Proteste. Xi Jinping sei geschwächt und solle "erzittern".

    Archiv: Wu er Kaixi, Generalsekretär der parlamentarischen Menschenrechtskommission Taiwans, gibt seine Bemerkungen während einer Pressekonferenz vor dem Osloer Freiheitsforum in Taipeh am 3.11.2022
    Wu'er Kaixi lebt in Taiwan im Exil. Die neuen Proteste lassen ihn hoffen.
    Quelle: imago

    Der Anführer der Studentenproteste von 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking sieht Präsident Xi Jinping durch die aktuellen Proteste in China geschwächt.
    "Du kannst dein Volk eine Zeit lang betrügen, einen Teil der Leute vielleicht sogar ihr ganzes Leben lang. Aber glaube nie, du könntest alle Menschen für immer zum Narren halten", sagte der im Exil lebende Dissident Wu'er Kaixi dem "Tagesspiegel". Der 54-Jährige sagte weiter:

    Das chinesische Volk ist weder dumm noch schwach. Das sollte dich erzittern lassen, Xi Jinping.

    Wu'er Kaixi

    Die jüngsten Proteste erfüllten ihn mit Hoffnung. Er habe jedoch auch Angst vor einer Eskalation. "Ich will auf keinen Fall ein zweites Massaker sehen." Der Dissident bezog sich damit auf die blutige Niederschlagung der Demokratie-Proteste 1989 auf dem Tiananmen-Platz.
    China erlebt im Frühjahr 1989 sieben Wochen der Hoffnung: Eine von Studenten angeführte friedliche Demokratiebewegung fordert Reformen und mehr Freiheit. Die chinesische Regierung lässt in der Nacht zum 4. Juni 1989 die Proteste gewaltsam niederschlagen.02.06.2019 | 2:37 min

    Wu'er Kaixi: "Nicht geschafft, Diktatur zu überwinden"

    Dennoch ermutigte Wu'er Kaixi die Protestierenden, keine Angst vor der chinesischen Führung zu haben. "Tyrannen fürchten nichts mehr als furchtlose Menschen", sagte er. Er bat die Demonstrierenden zudem um Entschuldigung, weil der Wandel 1989 nicht gelungen war.

    Wir haben es vor 33 Jahren nicht geschafft, die Diktatur zu überwinden. Diese Aufgabe haben wir euch, den nächsten Generationen, überantwortet. Das tut mir leid.

    Wu'er Kaixi

    Wu'er Kaixi war einer der bekanntesten Studentenführer der 1989 blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung in China. Nach dem Massaker floh er aus China, wo er verfolgt wurde. Inzwischen lebt er im Exil in Taiwan.
    Pekings strikte Null-Covid-Politik und die damit verbundenen Lockdowns haben in China eine landesweite Protestwelle ausgelöst. Mittlerweile richten sich die Proteste auch gegen Staatschef Xi Jinping. Es ist die größte Protestbewegung seit den Demokratie-Protesten 1989.
    Eine Chronologie, Dokumentationen und Drehmaterial von und über die Proteste von 1989:

    Nachrichten
    :30 Jahre Tiananmen

    Peking im Frühjahr 1989: Tausende Studenten gehen auf die Straße und fordern Demokratie und Pressefreiheit. Doch dann schlägt das chinesische Militär die Proteste am Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) mit Gewalt nieder.
    Chinesischer Demonstrant vor Panzern auf der Chang'an Avenue
    Quelle: AFP

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