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Impfstoffe für Afrika : Abhängig von Astrazeneca

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Während in Europa die Bedenken gegen den Astrazeneca-Impfstoff wachsen, ist Afrika auf das Vakzin angewiesen. Auch weil reiche Staaten den Markt leer kaufen.

Impfung in Afrika
Die Covax-Initiative hat das Ziel, Impfstoffe auch ärmeren Ländern zu Verfügung zu stellen.
Quelle: reuters

Die Weltgesundheitsorganisation will am Astrazeneca-Vakzin festhalten, trotz der Häufung von Fällen mit Blutgerinnseln und obwohl zahlreiche europäische Staaten die Impfungen mit dem Corona-Mittel ausgesetzt haben. Ein Impfstopp mit Astrazeneca durch die WHO hätte gravierende Konsequenzen. Vor allem die ärmsten Länder der Welt sind fast vollständig abhängig von Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers.

Erste Impfstoffe für Afrika

Gerade einmal drei Wochen ist es her, als in Ghanas Hauptstadt Accra Hoffnung aufkeimt, weil die ersten 600.000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffes ankommen. Die Notfallmedizinerin Dr. Abena Yeboah steht im Kampf gegen die Pandemie in der ersten Reihe.

Als Frontkämpferinnen gehört sie zu den ersten, die geimpft werden. "Ich fühle mich so privilegiert", sagt sie. "Wenn man sich anschaut, wie sich die Krankheit verbreitet, sind wir häufig die ersten, die sich anstecken."

Gesundheitsexperten warnen vor Impfnationalismus

Bis Länder wie Ghana ihre Herdenimmunität erreichen, könnte es allerdings noch Jahre dauern. Gesundheitsexperten warnen vor den daraus entstehenden Risiken. "Ohne Impfungen überall auf der Welt besteht die Gefahr, dass sich sogar bereits geimpfte Menschen wieder anstecken, weil Mutationen und neue Varianten entstehen", sagt der Public Health Aktivist Achal Prabhala.

Auch der WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus drängt unermüdlich darauf, globale Impfstrategien zu entwickeln. "Solange wir die Pandemie nicht überall besiegen, haben wir sie nirgends besiegt", sagt er.

Selbst wenn in Deutschland bis zum Herbst alle ein Impfangebot bekommen werden: Wenn die reichen Länder nur auf sich schauen, werden sie die Pandemie nicht in den Griff kriegen.

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Abhängig von Astrazeneca

Mit der Covax-Initiative sollen 20 Prozent der Bevölkerung Afrikas bis Jahresende geimpft werden - vor allem mit dem vergleichsweise preiswerten Impfstoff von Astrazeneca. Inmitten der weltweiten Diskussion um Nebenwirkungen steht die Weltgesundheitsorganisation unter wachsendem Druck, angekündigte Versprechen einzuhalten. Achal Prabhala, der sich seit Jahren für einen leichteren Zugang zu Medikamenten einsetzt, sieht keine Möglichkeit für eine Kursänderung. "Wenn sie den Astrazeneca-Impfstoff aussetzen, wäre das gleichbedeutend mit dem Ende des Programms."

Aber die Covax-Initiative kommt nur schleppend in Gang. Auch deshalb führen immer mehr afrikanische Länder bereits Verhandlungen mit Russland und China. Sie wollen sich nicht allein auf die westlichen Impfstoffe verlassen. Simbabwe war eines der ersten Länder, das den chinesischen Impfstoff Sinopharm gekauft hat. Auch wenn der von der WHO noch nicht zugelassen ist und obwohl es Zweifel gibt, dass er gegen die Virus-Mutante aus dem Nachbarland Südafrika schützt.

Während Europa den Impfstopp für AstraZeneca diskutiert, ist Afrika auf das Vakzin angewiesen. Auch weil reiche Länder die anderen Impfstoffe aufkaufen.

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Wachsender Einfluss Chinas und Russlands

China, Russland und zunehmend auch Indien nutzen die Versorgung mit Impfstoffen nur zu gerne, um das eigene Image aufzupolieren. "Russland und China bauen ihren Einfluss durch Impfstofflieferungen aus", sagt Agathe Demarais von der Londoner Economist Intelligence Unit.

Im Kampf gegen Corona sind afrikanische Länder auf schnell verfügbare Impfstoffe angewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation wird an dem Astrazeneca-Impfstoff festhalten, weil sie den Nutzen höher einstuft als die Risiken. Zeitgleich warnt sie eindringlich davor, in der Pandemie ausschließlich national zu denken. Solange immer neue Mutationen entstünden, könnten sich auch geimpfte Gesellschaften nicht in Sicherheit sein.

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