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Bär verteidigt Corona-App gegen Kritik

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Läuft nicht auf alten Handys - Bär verteidigt Corona-App gegen Kritik

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Die Corona-App läuft nicht auf älteren Handys. Die Staatsministerin für Digitalisierung, Bär, verteidigt die App. Manchmal liege das Problem auch an der Bequemlichkeit von Nutzern.

Dorothee Bär
Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitales.
Quelle: epa

ZDFheute: Die Corona-App läuft nicht auf etwas älteren Handys wie dem iPhone 6. Haben Sie einen Überblick darüber, wie viele Handynutzer deswegen von der App ausgeschlossen sind?

Dorothee Bär: Wir haben noch keine aktuellen Zahlen, wie viele Geräte tatsächlich betroffen sind. Man muss aber dazu auch sagen, dass jeder, der die App nutzt, auch diejenigen schützt, die sich die App nicht runterladen können.

ZDFheute: Es gibt Schätzungen, dass mehrere Millionen Nutzer ausgeschlossen sind.

Bär: Die App wird trotzdem helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen, dient damit dem Gemeinwohl und entlastet die Gesundheitsämter. Man muss auch dazu sagen, dass einige Bürgerinnen und Bürger das Handy oft zu Hause in der Küchenschublade haben, und es nur im Falle eines Anrufs anschalten. Da würde auch ein neues Handy nichts nützen. Es steht und fällt also auch mit dem Nutzerverhalten, das ist ganz klar.

ZDFheute: Aus der Opposition kommt Kritik und die Forderung, Druck zu machen auf Apple und Google. Sie müssten ihre Betriebssysteme auch für ältere Handys updaten. Werden Sie als Bundesregierung das machen?

Bär: Die App wird ständig verbessert, dazu befinden wir uns in fortlaufenden Gesprächen mit den Entwicklern. Man muss aber wissen: Viele ältere Geräte sind nach Einschätzung der Experten technisch nicht in der Lage, Bluetooth für die Abstandsmessung zu nutzen.

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2 min

ZDFheute: Das heißt, Sie reden nicht noch mal mit Apple und Google?

Bär: Unsere Ansprechpartner sind die Entwickler von SAP und Telekom und ich weiß, dass diese im ständigen Austausch mit Apple und Google sind. Aber ich möchte jetzt auch keine falschen Hoffnungen wecken und sagen, wir reden jetzt nochmal, machen Druck und dann funktioniert es auf jedem einzelnen Gerät. So einfach ist die Sache leider nicht.

ZDFheute: Sehen Sie darin ein soziales Problem? Vor allem ärmere Menschen können sich ja nicht alle paar Jahre ein neues Smartphone kaufen...

Bär: Nochmal: Jeder, der die App nutzt, hilft auch denjenigen, die die App momentan noch nicht nutzen können. Manchmal ist es auch nicht nur ein soziales Problem. Manchmal ist es auch ein Problem der Bequemlichkeit. Es haben mich auch schon einige Berufsgruppen, die sich durchaus ein neues Handy leisten könnten, darauf angesprochen, dass die App für sie nicht verfügbar sei, weil sie noch ein iPhone 6 haben. Die sagen dann, sie seien zu bequem, sich ein neues Handy zu kaufen.

ZDFheute: Die App bekommt Lob sogar vom Chaos Computer Club wegen des transparenten Verfahrens bei ihrer Entwicklung. Werden Sie das jetzt immer so machen?

Bär: Ich bin ein großer Open-Source-Fan. Dennoch ist "immer" natürlich ein großes Wort. Aber ja, wir haben bei der Entwicklung der Corona-App gesehen, dass der Open Source-Ansatz auf sehr große Akzeptanz stößt. Ich kann mich damit sehr gut anfreunden und würde mich freuen, wenn wir das bei IT-Projekten des Bundes künftig so handhaben.

Ob man es tatsächlich immer und bei jedem einzelnen Projekt macht, kann ich heute nicht versprechen. Aber wenn das der grundsätzliche Ansatz ist, immer erst einmal alles Open Source zu denken, wäre das der richtige Ansatz.

Das Interview führte Dominik Rzepka

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