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Deutsche App soll in Liechtenstein starten

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Corona-Warnung per Handy - Deutsche App soll in Liechtenstein starten

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Erst Mitte Juni soll Deutschland seine Corona-App bekommen. Deutschen Entwicklern dauert das zu lange. Sie haben bereits eine App, die sie in Liechtenstein veröffentlichen wollen.

Vor Wochen schon hätte die Corona-App an den Start gehen sollen. Doch sie lässt immer noch auf sich warten.

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In diesen Tagen dürfte Liechtenstein an Deutschland vorbeiziehen. Das kleine Fürstentum mit seinen knapp 40.000 Einwohnern soll in Kürze seine Corona-App bekommen. Das Pikante: Programmiert wurde sie in Deutschland. Doch die deutschen Programmierer sehen sich in ihrer Heimat mit ständigen Verzögerungen in Sachen App konfrontiert. In Liechtenstein wollen sie jetzt zeigen: Die Corona-App könnte schon da sein.

"Es gibt in Deutschland seit Wochen einen fast fertigen Programmiercode für eine Warn-App", sagt der Vorsitzende des Digitalausschusses im Bundestag, Manuel Höferlin (FDP). Deutsche Startups hätten schon vor sechs Wochen angefangen, an dem Problem zu arbeiten. ZDFheute liegt die potentielle Corona-App made in Germany vor. Sie soll modern designt und datenschutzkonform sein.

Diese App könnte Deutschland auch schon haben

Hinter dem Projekt stecken millionenschwere Tech-Unternehmen. "Wir wollen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aktiv dabei helfen, COVID-19 mit digitalen Lösungen einzudämmen", sagen sie von sich selbst. Doch die deutsche Politik wollte ihnen lange nicht zuhören. Den Auftrag für die deutsche App haben am Ende die Platzhirsche Telekom und SAP bekommen, die deutschen Startups dürfen nun zumindest mitarbeiten.

Gegen Telekom und SAP sei prinzipiell nichts einzuwenden, sagt Manuel Höferlin. "Sie haben allerdings wenig Erfahrung bei der Entwicklung von Apps für End-User." Höferlin stört sich auch am fehlenden Tempo in Deutschland bei digitalen Projekten. Das Problem liege auch im Kanzleramt. Hier hätte das Projekt viel besser koordiniert werden müssen. Das Chaos um die App zeige auch, dass Deutschland eben doch ein Digitalministerium fehle.

Warum die Regierung schlecht kommuniziert

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das Projekt laut Kritikern verzögert. Spahn wollte Handynutzer erst über Funkzellen orten, also über einen gemeinsam genutzten Handymast. Erst später schwenkte Spahn auf die Bluetooth-Technik um. Zu lange hat Spahn einem Streit um die Speicherung der Nutzerdaten - zentral oder dezentral - zugesehen. Spahn habe bei diesem Konflikt "zu spät reagiert", sagt SPD-Chefin Saskia Esken im ZDF.

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Chaos um die Corona-Apps
 

Eine App zur Kontaktverfolgung: Für Gesundheitsminister Spahn ist sie ein "entscheidender Schlüssel", um das Coronavirus in Schach zu halten. Doch warum ist sie noch nicht da?

Videolänge:
28 min

Mehr noch. In Sachen Kommunikation laufe alles schief, was schief laufen könne. Nach der sogenannten Datenspende-App des Robert Koch-Instituts und der Tracing-App habe Spahn zuletzt sogar von einer Quarantäne-App geredet und diese "Überwachungs-App" genannt. "Wie kann man so etwas machen, wo wir gerade um Vertrauen werben", so Esken. Auch die Idee, User zu belohnen, wenn sie die Corona-App nutzen, lehnt Esken ab.

So soll das Logo der Corona-App aussehen

Logo der Corona Warn-App
Logo der Corona Warn-App
Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Nicht einmal das genaue Datum für den Start der deutschen Corona-App ist sicher. Zuletzt hieß es in Hintergrundgesprächen, die App solle Mitte Juni kommen. Ein mögliches Logo zeigt ein rot-blaues "C" mit Coronavirus-Spitzen. Den Namen "Corona Warn-App" soll Kanzlerin Angela Merkel ausgesucht haben, Design und erste Werbeslogans stammen von einer Agentur.

Bei den deutschen Startups scheint der Look der App zumindest noch verbesserungswürdig zu sein. Kommende Woche werden sie mit SAP unter anderem darüber noch reden. Doch unabhängig davon wollen sie in Liechtenstein einmal zeigen, wie sie die App an den Start gebracht hätten.

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