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Die vielen Fehlermeldungen der Corona-App

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Probleme bei der Nutzung - Die vielen Fehlermeldungen der Corona-App

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"Risiko-Ermittlung nicht möglich" oder "13 von 14 Tagen aktiv": Die Corona-Warn-App erweist sich auf vielen Handys als fehlerhaft. Die FDP fordert mehr Druck auf Apple und Google.

Die Corona-Warn-App kommt auf 15 Millionen Downloads. Doch auf älteren Handys läuft sie nicht. Gerade sozial Schwache aber müssten sie nutzen können, so die Kritik.

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Am 3. Juli um 22:28 Uhr gibt Benedikt Neunkirchs Corona-Warn-App plötzlich den Geist auf. "Risiko-Ermittlung nicht mehr möglich", zeigt sie an. Kontakte werden nicht mehr aufgezeichnet, mögliche Risiko-Begegnungen nicht mehr analysiert. Woran das liegt, weiß Neunkirch nicht. Handy und Betriebssystem jedenfalls sind aktuell.

"Ich habe eine Stunde lang Fehlermeldungen gelesen", sagt er. Und alle Tipps befolgt, die in Online-Foren stehen. Das Handy ausgeschaltet, die App neu installiert. Doch das hilft erst einmal nicht. Dabei arbeitet er im Online-Marketing und beschreibt sich als technikaffin. "Ist ja in Ordnung, wenn eine neue App am Anfang nicht sofort funktioniert", sagt er. Trotzdem:

Diese Fehlermeldungen kosten Vertrauen. Viele werden die App deinstallieren.
Benedikt Neunkirch, App-Nutzer

Die häufigsten Fehler der App

Die Programmierer der App kennen solche Probleme. Auf der Internetseite der Corona-Warn-App listen sie häufige Fehlermeldungen in schönstem Nerd-Deutsch auf und geben Tipps, was helfen könnte. Beispiel: Viele Nutzer bekommen die Anzeige, die App sei "13 von 14 Tagen aktiv", obwohl die App bereits länger als zwei Wochen installiert ist.

Mitte Juni ging die Corona-Warn-App an den Start. Hier erklären wir, wie sie funktioniert.

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"Dieser Fehler betrifft nur die Anzeige der aktiven Tage in der Corona-Warn-App. Die Funktion selber ist nicht eingeschränkt", heißt es. Im Klartext: Ist ein bekannter Fehler, einfach ignorieren. Das gilt auch für eine Warnmeldung auf iPhones, dass die Region für die Kontaktmitteilung geändert wurde. Ein Fehler des Apple-Betriebssystems iOS. Zitat: "Apple arbeitet bereits an einer Lösung, die voraussichtlich mit dem nächsten iOS-Update ausgeliefert wird."

FDP: "Mehr Druck auf Apple und Google nötig"

Und genau das ist das Problem. Die Bundesregierung ist auf Google und Apple angewiesen. Ihre Betriebssysteme iOS und Android müssten die vielen Fehler der App beheben. Ob und wann das aber passiert, ist offen. Der Vorsitzende des Digitalausschusses des Bundestags, Manuel Höferlin, sagt ZDFheute:

Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie Druck auf Apple und Google ausübt, damit zeitnah Updates zur Verfügung stehen.
Manuel Höferlin, FDP

Eine App könne am Anfang noch fehlerhaft sein, das sei normal. "Ich finde es aber erschreckend, dass die Bundesregierung nicht auf Augenhöhe mit Apple und Google verhandelt", so Höferlin. Er kritisiert auch das Kanzleramt, wo die Koordinierung des gesamten App-Projekts untauglich sei. Dort hätte man sich auch längst stärker dafür einsetzen müssen, dass ein Update der Betriebssysteme für ältere Handys verfügbar wird, etwa das iPhone 5s oder 6.

Dorothee Bär

Läuft nicht auf alten Handys -
Bär verteidigt Corona-App gegen Kritik
 

Die Corona-App läuft nicht auf älteren Handys. Die Staatsministerin für Digitalisierung, Bär, verteidigt die App. Manchmal liege das Problem auch an der Bequemlichkeit von Nutzern.

Warum manchmal einfach Geduld hilft

Im Kanzleramt weist man die Kritik zurück. Derartige Gespräche mit den Herstellern hatte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, im ZDFheute-Interview angekündigt. Ansprechpartner der Bundesregierung seien allerdings die Entwickler der Corona-Warn-App, also SAP und Telekom. "Ich weiß, dass diese im ständigen Austausch mit Apple und Google sind", so Bär.

Bis es soweit ist, müssen einige Nutzer schlicht und ergreifend noch ein bisschen warten. "Falls der Fehler immer noch auftritt, bitten wir Sie um etwas Geduld", heißt es bei einer Fehlerbeschreibung auf der Internetseite der App. Bei Benedikt Neunkirch hat am Ende genau das geholfen. Geduld. Er hat die App neu installiert und 24 Stunden gewartet. Bei ihm zählt die App jetzt wieder von vorne. "1 von 14 Tagen aktiv", heißt es. Sein Kommentar: "Naja."

Dem Autor auf Twitter folgen: @dominikrzepka

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