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Bisher etwa 100 Corona-Infektionen gemeldet

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Schätzungen zu Warn-App - Bisher etwa 100 Corona-Infektionen gemeldet

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Zwei Wochen nach dem Start haben nach ZDF-Informationen etwa 100 Infizierte ihren positiven Covid-Test in die Corona-Warn-App eingetragen. Die App beginnt zu wirken.

Die offizielle Corona-Warn-App. Archivbild
Die offizielle Corona-Warn-App. Archivbild
Quelle: Oliver Berg/dpa

Yakup ist einer der ersten. Vergangenen Mittwoch meldet er der Corona-Warn-App nach eigenen Angaben, dass er positiv auf Covid-19 getestet wurde. "Bin wahrscheinlich einer der wenigen, die eine App-Meldung gemacht haben", twittert er. Seine App bedankt sich: "Sie haben einen wichtigen Beitrag geleistet." Und weiter:

Dank Ihrer Mithilfe können andere gewarnt werden.
Feedback der App auf eine Meldung

Die Corona-Warn-App gibt Yakup noch einen Rat: "Achtung, Sie sind ansteckend. Bitte isolieren Sie sich von anderen Personen." Dann twittert er noch ein zweites Foto. Das Handy seiner Frau. Darauf zu sehen: Ihre App und eine Warnmeldung. "Erhöhtes Risiko." Ihre App ist von "grün" auf "rot" gesprungen. Eine solche Meldung kann die App automatisch verschicken. Ohne, dass man sie dafür geöffnet haben muss.

Tönnies-Mitarbeiter nutzen App wohl seltener

Yakup ist einer von etwa 100 Infizierten, die ihren positiven Test bisher in der App gemeldet haben. Das geht über eine Telefonhotline oder einen Code, den das Labor dem Infizierten im besten Fall neben dem Testergebnis mitteilt. Die Zahl von etwa 100 ist eine Schätzung. Sie kommt aus der Community, die auch schon bei der Entwicklung der App mitgeholfen und die Daten der App analysiert hat.

Die Corona-Warn-App soll helfen, das Virus einzudämmen. Und so funktioniert sie.

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3 min
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Softwareentwickler Henning Tillmann vom Verein D64 schätzt die Zahl auf ZDFheute-Anfrage als plausibel ein. Und er bewertet sie positiv: "Es ist ein Erfolg, wenn die Kontaktpersonen der 100 positiv Getesteten gewarnt worden sind", sagt er. Allerdings zeige die Zahl auch, wer die App eher nicht nutzt.

Etwa 1.500 Infektionen hat es seit dem Start der App vor zwei Wochen allein im Schlachtbetrieb Tönnies gegeben. Vor diesem Hintergrund sind 100 Meldungen in der App bisher eher wenig, sagt Tillmann:

Dann ist also stark zu vermuten, dass die App von Tönnies-Mitarbeitern nicht oder nur vereinzelt genutzt wurde.
Henning Tillmann, Softwareentwickler

Das wiederum wirft erneut eine soziale Frage auf. Viel Kritik gab es an der Tatsache, dass die App nicht auf älteren Handys wie dem iPhone 6 läuft. Wer also kein Geld hat, alle paar Jahre ein neues Smartphone zu kaufen, kann die App nicht nutzen. Auch, dass die App nach ZDF-Informationen besonders von Apple-Nutzern auf deren teuren iPhones installiert wird, ist ein Indiz dafür.

Welche Fehlermeldungen die App oft zeigt

Bisher haben rund 14 Millionen Nutzer die App runtergeladen. Wie viele von ihnen bereits eine Warnmeldung erhalten haben ist unbekannt. Dass die App allerdings bereits wirkt, erklären Experten damit, dass sie mehr als 15 Prozent der Deutschen nutzen. Ein Schwellenwert. Tillmann geht davon aus, dass die App im Laufe des Sommers 20 Millionen Nutzer haben wird.

Zwei Dinge aber müssten besser werden: Testlabore müssten digitaler werden und zum Beispiel neben dem Testergebnis auch einen QR-Code verschicken. Und die App müsste Fehlermeldungen wie eine falsche und vernachlässigbare "Regionwarnung" beheben und besser erklären. Henning Tillmann findet, die Informationspolitik der App lasse diesbezüglich noch zu wünschen übrig. Ansonsten aber sei sie erfolgreich gestartet.

Dominik Rzepka ist Redakteur im ZDF-Hauptstadtstudio. Dem Autor auf Twitter folgen: @dominikrzepka

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