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Vierte Corona-Welle - Forderungen nach politischem Kurswechsel

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Angesichts steigender Infektionszahlen rufen Wissenschaftler und auch Politiker eindringlich zu einem Umdenken in der Corona-Politik auf. Es müsse striktere Maßnahmen geben.

Auch heute erreicht die Corona-Inzidenz mit 277,4 einen neuen Höchstwert. Führende Mediziner fordern die Politik zum Handeln auf.

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Angesichts rasant steigender Infektionszahlen mehren sich Forderungen nach einem Kurswechsel in der Corona-Politik. 35 führende Mediziner und Wissenschaftler anderer Disziplinen mahnten in einem Appell an Bund und Länder ein konsequenteres Vorgehen an. Und auch aus der Politik gibt es warnende Stimmen.

Forscher: Infektionsgeschehen breitet sich unkontrolliert aus

In dem dreiseitigen Aufruf der 35 Wissenschaftler, der dem ZDF vorliegt, hieß es: "Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben."

Statt mit "passivem Abwarten" die Verantwortung für ein Brechen der vierten Welle zunehmend "in den Ermessensspielraum jedes einzelnen Menschen zu verlagern", müsse die Politik endlich "ihrer Verantwortung umfassend gerecht werden", mahnten die Experten.

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Warnung vor Zusammenbruch des Gesundheitssystems

Das Infektionsgeschehen breite sich derzeit unkontrolliert aus, das Gesundheitssystem liefe Gefahr, zusammenzubrechen, warnen die Wissenschaftler.

Es ist für uns unverständlich, dass die Verantwortungsträger dieses Landes eine solche Situation zugelassen haben.
Aufruf der Wissenschaftler

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Federführend verantworteten der Kölner Internist Michael Hallek und die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann den gemeinsamen Text von Forscherinnen und Forschern aus allen Teilen Deutschlands.

Einrichtung eines nationalen Krisenstabs gefordert

Die Autoren kritisieren den zeitweiligen Rückbau von Test- und Impfzentren sowie eine politische Festlegung von Zeitpunkten für ein angebliches Ende der Pandemie. Es sei notwendig, die Realität anzuerkennen:

Dieses Virus wird die Welt noch eine Weile in Atem halten. Es wird nicht einfach verschwinden.

Die Forscher fordern in ihrem Aufruf die Einrichtung eines nationalen Krisenstabs mit Fachleuten aus Virologie, Medizin und Öffentlicher Gesundheit, aber auch Praktikern mit Leitungserfahrung, etwa aus Kliniken oder Unternehmen.

"Es ist fünf nach 12", sagt der Chef des RKI Wieler. Seit fünf Tagen steigt die Inzidenz, in vielen Landkreisen seien die Intensivstationen schon jetzt am Limit.

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Lauterbach: Todeszahlen werden zunehmen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte die sofortige Umsetzung strikter Maßnahmen, um die vierte Welle zu brechen. Die Corona-Fallzahlen müssten dringend gesenkt werden, sagte er der "Rheinischen Post".

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"Leider ist zu erwarten, dass die Todeszahlen deutlich zunehmen", so Lauterbach weiter. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast besorgt und sprach von "sehr schwierigen Wochen, die vor uns liegen".

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Union will epidemische Lage verlängern

Die Unionsfraktion im Bundestag bereitete unterdessen einen Antrag zum Fortbestand der epidemischen Lage von nationaler Tragweite über den 25. November hinaus vor. Die Unionsfraktion will das Papier am kommenden Donnerstag im Bundestag zur Beratung und Abstimmung vorlegen.

Angesichts der dramatisch steigenden Infektionszahlen und einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems sei die Voraussetzung für eine Verlängerung der epidemischen Lage gegeben, heißt es in dem Antrag, wie die Fraktion dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte.

Karl Lauterbach im Interview - Welche Corona-Maßnahmen sind nötig? 

Welche Corona-Maßnahmen müssen erfolgen, Karl Lauterbach? ZDFheute live spricht mit dem SPD-Gesundheitsexperten über die hohen Inzidenzen - und wie die Politik handeln muss.

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36 min

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Corona-Test und Grafik der Entwicklung der Inzidenzen in den Landkreisen
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Corona-Tracker für Landkreise - Wie sich die Inzidenzen entwickeln 

Wo steigt die Corona-Inzidenz in Deutschland, wo sinkt sie? In unserem tagesaktuellen Tracker sehen Sie, wie sich die Inzidenz in Ihrem Landkreis entwickelt.

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz
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