Sie sind hier:

UN-Flüchtlingshilfswerk warnt - Syrien-Flüchtlinge: Corona verschärft Armut

Datum:

Die Lage der syrischen Flüchtlinge ist laut UN-Flüchtlingshilfswerk "dramatisch". Die Armut habe sich durch Corona deutlich verschärft, Kinderarbeit nehme zu.

Ein Mann rennt mit einem Kind auf dem Arm aus einer Ruine an einem brennenden Auto vorbei.
Das UNHCR ruft zu unmittelbarer humanitärer Hilfe für Familien in Syrien auf.
Quelle: Reuters

Rund zehn Jahre nach Beginn des Syrien-Konflikts hat sich die Situation der syrischen Flüchtlinge erneut verschlechtert. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat seit 2020 ein neues Notfallprogramm aufgelegt.

"Die Lage ist dramatisch", sagte der Leiter des zuständigen Regionalbüros des UNHCR, Andreas Kirchhof, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Die Armut habe sich durch die Corona-Pandemie deutlich verschärft.

UNHCR: Kinderarbeit in Syrien nimmt zu

"Im Libanon leben jetzt neun von zehn Syrern in extremer Armut", sagte er. Die Flüchtlinge haben demnach immer weniger zu essen und könnten ihre Mieten nicht mehr bezahlen. Kirchhof warnt:

Kinderarbeit nimmt zu.
Andreas Kirchhof, UN-Flüchtlingshilfswerks

Der UNHCR habe seit 2020 ein neues Notfallprogramm aufgelegt, um mehr Bedürftigen mit kleinen Geldbeträgen über die Runden zu helfen. Das ändere aber nichts an der grundsätzlichen Situation.

Das Assad-Regime hält am Kriegszustand fest, damit die Bevölkerung keine Energie hat, gegen die schlechte Versorgungslage im Land zu protestieren, meint Syrien-Experte Gerlach.

Beitragslänge:
5 min
Datum:

Humanitäre Hilfe für Familien

Der UNHCR-Vertreter rief Deutschland und andere europäische Länder auf, "unmittelbare humanitäre Hilfe für Familien" zu leisten, "die in der jetzigen wirtschaftlichen Krise keine Hoffnung mehr sehen".

Finanzielle Unterstützung werde auch in den Nachbarländern Jordanien, Libanon und der Türkei benötigt, wo zahlreiche Flüchtlinge untergekommen sind. "Ende März findet eine internationale Geberkonferenz statt, und wir hoffen auf Solidarität mit den Nachbarländern, die 80 Prozent aller Syrer weltweit aufgenommen haben", sagte Kirchhof dem "RND".

Syrien: Zehn Jahre Bürgerkrieg

In Syrien herrscht seit rund zehn Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kontrolliert mittlerweile wieder rund 70 Prozent des Landes. In dem Krieg sind mehr als 387.000 Menschen getötet worden, Millionen Menschen sind wegen des Konflikts auf der Flucht.

Syrien, Idlib: Ein Mitglied des syrischen Zivilschutzes versprüht Desinfektionsmittel in einem Krankenhaus.

Umkämpftes syrisches Gebiet - Wie Idlib mit dem Coronavirus umgeht  

Neun Jahre Krieg und jetzt das Coronavirus: Es trifft Syrien völlig unvorbereitet. Besonders schlimm ist es im umkämpften Idlib. ZDFheute hat mit Menschen dort gesprochen.

von Marcel Burkhardt

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.