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Corona-Krise meistern - Fünf Gründe, warum Asien es besser macht

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Deutschland kommt bei weitem nicht so gut durch die Corona-Pandemie wie behauptet. Wir sollten uns daher mit Ländern in Asien vergleichen, die die Krise viel besser meistern.

Kommentar: Thomas Reichert zu Asien und Corona
Thomas Reichert zu Asien und Corona
Quelle: ZDF/Reuters

Der Shutdown soll also erstmal bleiben. Und Silvester, so viel scheint schon klar, wird diesmal keine große Party. Die Infektionszahlen sind dafür viel zu hoch. Gut möglich aber, dass wir am 31.12. am Fernseher beobachten können, wie anderswo gefeiert wird: in Neuseeland und Australien zum Beispiel, oder in Taiwan, Japan und China.

Zwischen West und Ost verläuft ein Corona-Graben. Man sieht ihn sofort, wenn man die Covid-19-Weltkarte der Johns-Hopkins-Universität aufruft. Links, in den USA und Europa, überlagern sich die Kreise der Infektionszahlen zu bedrohlichen Blasen, während sie am rechten Bildrand eher als unscheinbare Pünktchen auffallen. Und das, wo doch die Pandemie ihren Ursprung in China hatte, ja durch Vertuschungen und Versäumnisse von Partei und Staat dort erst zu einer globalen Katastrophe wurde.

Corona-Blick nach Asien zeigt deutsche Defizite

Bund und Länder haben sich den Vergleich mit den europäischen Nachbarn angewöhnt. Sei es für die eigenen Erfolge bei der Corona-Bekämpfung oder um weitere Einschnitte zu begründen. Das ist so einfach wie kurzsichtig. Viel ehrlicher, aber eben auch ernüchternder wäre der Blick auf Asien. Er zeigt uns die eigenen Defizite und Versäumnisse.

Pendler schauen auf ihre Smartphones, während sie durch eine U-Bahn-Station in Peking gehen

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Stimmt schon, Vergleiche hinken immer. Schon allein, weil die Staaten in Asien, um die es geht, so unterschiedlich sind. Fünf Punkte aber haben alle diese Länder bei ihrer erfolgreichen Corona-Bekämpfung gemeinsam, egal ob es um Diktaturen wie die Volksrepublik China oder Demokratien wie Taiwan geht:

  1. Sie haben schnell und entschieden reagiert - nach der fatalen Vertuschungsphase dann auch China. Vor allem aber haben sie in der Folge sofort auf neue Infektions-Cluster reagiert. Einen verschlafenen Sommer wie in Deutschland gab es dort nicht. Vielleicht weil auch die Erinnerung an ähnliche Seuchen wir SARS oder MERS in Asien noch so präsent ist.
  2. Alle Länder haben strenge Einreise- und Quarantäneregeln. Anders als in Deutschland werden die auch überprüft und durchgesetzt. Temperatur-Screenings, in Asien seit Jahren üblich und bewährt, hält das Robert-Koch-Institut (RKI) bei uns für nicht effektiv.
  3. Asiatische Länder sind in Sachen Ausrüstung besser vorbereitet. In Deutschland hingegen fehlten erst Masken und Schutzkleidung, nun werden PCR-Tests knapp.
  4. Ein großer Teil des Pandemieerfolges in Ländern wie China, Taiwan, Japan oder Südkorea beruht auch darauf, dass mit viel Personal Infektionswege verfolgt wurden. In Deutschland fehlt es dafür trotz Unterstützung durch die Bundeswehr an Personal in den Gesundheitsämtern.
  5. Die WarnApps in Asien sammeln viel mehr Daten, sie sind aber auch effektiver. In der Abwägung zwischen Lebens- und Datenschutz legen Demokratien wie Diktaturen in Asien den Fokus eher auf ersteres. Sie sind auch schneller darin, die Apps weiterzuentwickeln.
Archiv: Google Maps auf einem Smartphone in Seoul, Südkorea.

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Corona-Bekämpfung keine Frage der Staatsform

Man muss nicht alles übernehmen, was Fernost vormacht. Aber deutlich mehr Interesse und Neugierde darauf, wie Asien es besser macht, würde uns hierzulande sehr helfen.

Eine erfolgreiche Corona-Bekämpfung ist keine Frage von Demokratie und Diktatur. Sie ist ein Stresstest für Staat und Gesellschaft, der zeigt wie gut wir mit Extremsituationen umgehen können und wie schnell wir lernen können – auch von anderen.

Thomas Reichart ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio und leitete zuvor fünf Jahre lang das ZDF-Studio Peking.

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