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Frankreich und Astrazeneca - Impfstopp Reaktion auf deutsche Entscheidung

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Erst verkündete Jens Spahn, dass Deutschland den Impfstoff von Astrazeneca aussetze. Wenig später zog dann Emmanuel Macron in Frankreich nach. Man sah sich unter Zugzwang.

Der Astrazeneca-Impfstoff am 15.03.2021 in Frankreich
Auch Frankreich hat die Impfung mit Astrazeneca ausgesetzt. Man sah sich wohl unter Zugzwang nach der deutschen Entscheidung.
Quelle: picture alliance / PHOTOPQR/L'ALSACE/MAXPPP

Die Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs war in Deutschland am Montag vorerst gestoppt worden; eine ganze Reihe von anderen Ländern traf die gleiche Entscheidung. Hintergrund sind Fälle von Thrombosen der Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung. Auch Frankreich reagierte auf die deutsche Entscheidung.

"Ganz offensichtlich sah sich Frankreich dort unter Zugzwang. Denn wenn Deutschland, das größte Land in der EU, so etwas verkündet, dann können andere Länder kaum mehr anders", erklärt ZDF-Korrespondent Thomas Walde in Paris.

Frankreich hat die Impfung mit Astrazeneca ausgesetzt. Die Vorkommnisse in Deutschland in Zusammenhang mit Astrazeneca seien ein Grund dafür, so ZDF-Korrespondent Thomas Walde.

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Dabei hatten französische Regierungsvertreter kurz zuvor noch erklärt, wie sicher der Impfstoff von Astrazeneca sei. Gesundheitsminister Olivier Véran begründete dann auch das Aussetzen ausdrücklich mit den "Vorkommnissen in Deutschland", wie er es nannte.

Frankreich selbst hatte bislang keine Probleme mit Astrazeneca. "Es hat gut rund 1,3 Millionen Mal diesen Impfstoff verimpft - bekannte Thrombosefälle: bislang einer. Also Frankreich hätte ohne das Vorgehen in Deutschland diesen Schritt wohl nicht unternommen", sagt Walde.

Impfstopp in Frankreich aus mehreren Gründen ungünstig

Gerade ging die Impfskepsis im Land etwas zurück. "Mehr Franzosen wollten sich impfen lassen, da fährt dieser Schritt jetzt in die Parade", berichtet Walde aus Paris. Hinzu kommt: Die französische Impfkampagne nahm gerade an Fahrt auf.

Am Montag begannen Apotheker, den Astrazeneca-Impfstoff zu verimpfen. Wenige Stunden später war dieser Schritt dann wieder beendet.

Es ist dann ein Kantholz gewissermaßen geworfen worden in die französische Impfkampagne.
ZDF-Korrespondent Thomas Walde

Außerdem steigen die Inzidenzen in Frankreich gerade wieder massiv. "Hier im Großraum Paris inzwischen mehr als 400 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Emmanuel Macron wollte unbedingt eine Verschärfung der bisherigen Ausgangssperre, die zwischen 18 Uhr und 6 Uhr gilt, vermeiden", sagt Walde. Am Donnerstag werden weitere Entscheidungen erwartet.

Frankreichs Premierminister Castex kündigte an, sich so bald es geht, mit Astrazeneva impfen zu lassen. In Frankreich halte man Astrazeneca für sicher, so ZDF-Korrespondent Walde.

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Premierminister Castex will sich mit Astrazeneca impfen lassen

Premierminister Castex kündigte derweil an, er wolle sich so wie es geht, mit Astrazeneca impfen lassen – sobald der Impfstoff wieder freigegeben werde von der Europäischen Arzneimittelagentur.

"Das zeigt noch einmal die große Irritation hier in Frankreich auch mit diesem Voranschreiten, dem Voranpreschen in Deutschland", erklärt Walde.

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