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Priorisierung bei Astrazeneca - "Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will"

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Mehrere Ministerpräsidenten sprechen sich dafür aus, den Impfstoff von Astrazeneca für mehr Menschen freizugeben. Größere Mengen liegen ungenutzt auf Lager.

Mehr als eine Million Astrazeneca-Impfdosen warten auf ihren Einsatz, weil viele den Impfstoff anderer Hersteller wollen. Daher wird der Ruf nach einer Lockerung der Impfreihenfolge lauter.

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In der Pandemie gilt: Je schneller geimpft wird, desto besser. Darüber sind sich in der Politik praktisch alle einig. Dennoch liegen größere Mengen des Impfstoffs von Astrazeneca ungenutzt auf Lager. Denn er ist zum Einen nur für Menschen unter 65 zugelassen, zum Anderen leidet er auch bei einigen grundsätzlich Berechtigten unter einem eher schlechten Ruf - obwohl er wirkt. Nun fordern mehrere Ministerpräsidenten die Auflösung der Impfreihenfolge für diesen Impfstoff.

Söder: "Wir müssen Tempo machen"

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sagte der "Bild am Sonntag", dass jeder Tag zähle: "Wir müssen Tempo machen." Es könne nicht sein, dass auf der einen Seite zu wenig Impfstoff vorhanden sei, andererseits AstraZeneca in hohen Zahlen nicht verimpft werde. Darum sprach er sich dafür aus, den Impfstoff für die breite Bevölkerung zugänglich zu machen.

Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will. Es darf keine Dosis übrig bleiben oder weggeschmissen werden. Jeder Geimpfte schützt sich und andere.
Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns

Die Zweifel am AstraZeneca-Stoff seien unbegründet, betont RKI-Chef Wieler heute nochmals. Der Impfstoff wirkt – doch sein Image ist schlecht. Schuld daran sind u.a. Kommunikationspannen. Und dass er in Deutschland nur für unter 65-Jährige zugelassen ist.

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Kretschmann: "Regiment auflockern"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich in der "Welt am Sonntag" ebenfalls dafür aus, von der Impfreihenfolge abzuweichen. Die Priorisierung sei zwar unbedingt wichtig - "zumindest solange der Impfstoff noch Mangelware ist."

Die Schwächsten und Gefährdetsten sollten demnach zuerst geimpft werden, aber: "Zugleich können wir es uns nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen."

Dann müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident Baden-Württembergs
Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Archivbild

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Kretschmer: Priorisierung aufheben

Auch aus Sachsen kam Zustimmung für die Idee. Regierungschef Michael Kretschmer sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Priorisierung sei "ein Mittel der Mangelverwaltung" und solle für dieses Vakzin "zügig aufgehoben werden".

Es werde sich schnell herumsprechen, "dass der Impfstoff von Astrazeneca eine große Wirkung hat. Dass er genauso gut schützt wie der von Biontech."

Lauterbach: "'Astra für alle' ist falsch

Auf Twitter wandte sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegen den Vorschlag, die Priorisierung aufzuheben. Stattdessen müsse der Astrazeneca-Impfstoff auch für Ältere freigegeben werden: "Wenn wir ihn für Ältere einsetzen, bleibt kein Impfstoff liegen und zahlreiche Todesfälle werden verhindert." Außerdem sprach er sich dafür aus, die Erstimpfung aller Impfstoffe vorzuziehen.

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Über eine Freigabe des Impfstoffs für Ü65-Jährige wird bereits diskutiert. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Professor Thomas Mertens, kündigte kürzlich an, dass angesichts neuer Daten eine Überarbeitung der Empfehlung möglich sei.

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