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Freie Astrazeneca-Impftermine - Sachsen will Änderung von Impfreihenfolge

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In vielen Bundesländern bleibt Astrazeneca-Impfstoff ungenutzt, auch, weil Berechtigte Impftermine nicht wahrnehmen. Sachsen will die Priorisierung für Lehrer und Erzieher öffnen.

Auch wenn es manche Virologen für unbegründet halten, gibt es viel Kritik am Vakzin von Astrazeneca. Offenbar möchte sich damit nicht jeder impfen lassen.

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Wegen der öffentlichen Debatte um die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca nehmen einige Berechtigte ihre Impftermine nicht wahr. Deshalb fordert das sächsische Sozialministerium gegenüber ZDFheute, die vergangene Woche angepasste Impfreihenfolge bei Astrazeneca weiter zu öffnen:

"Wir stellen fest, dass es derzeit noch freie Impftermine für Astrazeneca gibt. Aus unserer Sicht darf es nicht sein, dass Impfstoff vorhanden ist, aber nicht verimpft wird."

Daher setzen wir uns dafür ein, dass die Priorisierung geöffnet wird und Astrazeneca auch Erzieher, Lehrer und Mitarbeiter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes erhalten können.
Sächsisches Sozialministerium

Diese Position werde man auch gegenüber dem Bund so vertreten, so das Ministerium zu ZDFheute. Dresden bekräftigt auch die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs. "Mit dem Wirkstoff könnten hervorragend schwere Covid-Erkrankungen verhindert werden."

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Auch Rotes Kreuz in Sachsen für Ausweitung der Impfreihenfolge

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Sachsen teilte ZDFheute mit, dass von 4.000 über ein Online-Buchungssystem eingestellten Terminen aktuell noch 2.500 verfügbar seien. "Aktuell werden über das System nur täglich 20 bis 30 Termine gebucht, die für den Impfstoff von Astrazeneca in Frage kommen", so ein Sprecher vom DRK Sachsen.

"In einzelnen Impfzentren ist aufgefallen, dass die durch Ärztinnen und Ärzte durchgeführten Tauglichkeitsgespräche länger dauern, wenn der Impfstoff Astrazeneca verimpft werden soll", berichtet der Sprecher ZDFheute. "Auch gab es bereits einen Pflegedienst der abgelehnt hat, seine Mitarbeiter mit diesem Impfstoff impfen zu lassen. In Einzelfällen kommt es bei der Verimpfung von Restdosen des Impfstoffes zu Diskussionen bei den kurzfristig eingeladenen Personengruppen der höchsten Priorität."

Auch das DRK in Sachsen fordert darum, eine Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffs für die nächste Prioritätsgruppe zu prüfen. "Damit einhergehend braucht es eine Aufklärung und Ansprache der eigentlichen Zielgruppe für diesen Impfstoff. Die Herausforderung ist aktuell, die Personen zu finden, welche aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit zur höchsten Prioritätsgruppe gehören und noch kein anderweitiges Impfangebot erhalten haben."

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Auch in anderen Ländern zögern die Berechtigten

In Niedersachsen ist bisher nur ein Bruchteil der gelieferten Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca eingesetzt worden. Bisher erhielt das Land 72.000 Dosen, davon wurden bis einschließlich Dienstag aber erst 8.806 verwendet, wie das Gesundheitsministerium in Hannover am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Inzwischen wurden fast 736.800 Astrazeneca-Dosen an die Bundesländer geliefert, davon sind laut Robert-Koch-Institut bisher mehr als 87.000 Dosen verimpft.

Bereits am Montag hatte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) die mangelnde Impfbereitschaft beim Astrazeneca-Vakzin kritisiert:

Ich will sagen, dass das kein Wunschkonzert ist. Dass alle Impfstoffe zugelassen und gut sind.
Monika Bachmann, saarländische Gesundheitsministerin (CDU)

Am Wochenende seien bei einer "Sonderimpfung im medizinischen" Bereich 54 Prozent von 200 zur Impfung angemeldeten Personen nicht erschienen, ohne den Termin abzusagen. Dies habe offenbar damit zu tun, dass dieser Impfstoff nur einen Wirkungsgrad von 70 Prozent habe, sagte die CDU-Politikerin. Es sei "nicht solidarisch", wenn die Hälfte der zur Impfung Angemeldeten nicht erscheine.

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit teilte ZDFheute mit, dass im Corona-Impfzentrum Tegel bislang 1.300 Astrazeneca-Dosen verimpft wurden. Abgesagt wurden insgesamt 120 Termine. Besondere Auffälligkeiten hätte es dabei aber nicht gegeben.

So verlief eine Astrazeneca-Impfung in einem Braunschweiger Krankenhaus

Im Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig fielen nach Astrazeneca-Impfungen fast die Hälfte der 88 Angestellten zunächst wegen Nebenwirkungen aus. "Wir haben natürlich nicht so einen hohen Anteil an Nebenwirkungen erwartet. Wir haben etwa zehn Prozent erwartet, wie die Studienlage es hergibt", sagt der ärztliche Direktor des Krankenhauses, Karl-Dieter Heller, dem ZDF.

"Was passiert ist, ist mir einfach zu hoch für den Schutz, den wir im Endeffekt haben", berichtet die dort beschäftigte Krankenpflegerin Saskia Rühland gegenüber dem ZDF. Klinik-Direktor Heller empfiehlt die Astrazeneca-Impfung dennoch: "Lieber einen geringen Schutz, als gar keinen Schutz."

Sehen Sie hier den Bericht zur Astrazeneca-Impfung in Braunschweig:

Die aktuellen Corona-Neuinfektionen sind etwas gesunken. Unterdessen läuft weiter die Diskussion um die Wirksamkeit des Impfstoffes von Astrazeneca. Der Impfstoff sei schlechter als die der zugelassenen Konkurrenten.

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Hersteller: "Gemeldeten Reaktionen wie erwartet"

Der Hersteller Astrazeneca teilte dem ZDF mit: "Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden." Dazu könnten Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schüttelfrost oder Fieber gehören, so Astrazeneca. Der Impfstoff wird in Deutschland aktuell nur für Personen unter 65 Jahren empfohlen und aktuell vor allem für die Impfung von besonders gefährdetem Pflege- oder Krankenhauspersonal eingesetzt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist Zweifeln an dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca klar entgegengetreten. "Ein sicherer und wirksamer zugelassener Impfstoff schützt", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Spahn appellierte an Pflegekräfte und Ärzte, Impfangebote zu nutzen.

Wenn Leute, die ihn angeboten bekommen, ihn nicht nehmen, werden wir ihn eben dem nächsten anbieten.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Er warnte davor, Skepsis zu nähren. Man müsse jetzt ein bisschen aufpassen, dass man sich auch als Gesellschaft nicht "in etwas hineinrede" und eine Impfung mit einem zugelassenen und wirksamen Stoff infrage stelle. Spahn betonte, es bleibe kein Impfstoff liegen.

Der Virologe Martin Stürmer fasst die aktuelle Studienlage zum Astrazeneca-Impfstoff zusammen:

Die Kritik an dem Impfstoff von Astrazeneca reißt nicht ab. "Der Wirkstoff Atrazeneca ist nicht so viel schlechter als anderen Impfstoffe und bildet einen wichtigen Baustein im Rahmen unserer Impfstrategie", so der Virologe Dr. Martin Stürmer.

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von Oliver Klein
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