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Impf-Kommunikation - Experte: Spahn-Auftritt war "kontraproduktiv"

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Nach dem Impfstopp hat Astrazeneca mit Vertrauensverlust zu kämpfen. Eine Ursache sieht PR-Experte Wichmann bei der Politik: "Momentan finden wir eine sehr toxische Situation vor".

Eine Ursache für den Vertrauensverlust in den Impfstoff Astrazeneca sieht PR-Experte Wichmann bei der Politik. Highlights aus dem Deutschlandfunk-Interview.

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5 min
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Folgenschwerer Fehler oder nötige Vorsichtsmaßnahme? Der Stopp für den Impfstoff Astrazeneca in Deutschland lässt Kritik an der Regierung und Ängste vor mangelndem Schutz wachsen. Zugleich wird der steigende Vertrauensverlust rund um den Impfstoff kritisiert.

Dieses Negativ-Image sei vor allem einer schlechten Krisenkommunikation zuzuschreiben, sagt der PR-Experte Dominik Wichmann im Deutschlandfunk. Als Problem sieht Wichmann, dass etwa von der EU-Kommission keine einheitlichen Botschaften ausgesendet würden:

Momentan finden wir eine sehr toxische Situation vor, die letztlich alles versinnbildlicht, was in der bisherigen Impfkommunikation schiefgelaufen ist.
PR-Experte Dominik Wichmann

PR-Experte sieht politisches Versagen

Wegen möglicher Gesundheitsrisiken hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Impfungen mit Astrazeneca am Montag vorsichtshalber gestoppt. Hintergrund waren Berichte über Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang mit dem Impfprozess. Auch viele andere europäische Länder spritzen den Stoff des britisch-schwedischen Herstellers derzeit nicht mehr.

Das Auftreten von Minister Spahn bezeichnet PR-Experte Wichmann als "Ausdruck einer kompletten und eklatanten Missachtung der Grundregeln von Kommunikation". Insofern könne man auch von einem "eklatanten politischen Versagen sprechen", denn von Politiker*innen sei zu erwarten, "dass sie klar und verständlich nachvollziehbar kommunizieren, eine Situation zu beruhigen, statt genau das Gegenteil zu erzeugen", so Wichmann:

Und so gesehen war der Auftritt von Jens Spahn leider komplett kontraproduktiv.
PR-Experte Dominik Wichmann

Spahns Auftritt sei eine der wesentlichen Ursachen für die große Unsicherheit, die momentan dazu führe, dass "sowohl der Astrazeneca-Impfstoff an sich als auch die Impfung per se schlecht beleumundet wird".

"Voraussetzungen für transparente Berichterstattung"

Es sei laut Wichmann außerdem auch eine Aufgabe der Politik, die Voraussetzungen zu schaffen, dass eine saubere, klare und transparente Berichterstattung möglich ist.

Wir erleben, dass die Politik versucht, mit den kommunikativen Mitteln des 20. Jahrunderts den kommunikativen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen.
PR-Experte Dominik Wichmann

Politiker*innen müssten stärker beachten, dass sich die öffentliche Kommunikation durch die Sozialen Medien stark verändert habe. 

Das Interview in voller Länge hören Sie beim Deutschlandfunk.

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