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Debatte um Corona-Maßnahmen - Blick in Belgiens Maschinenraum

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Belgien hat die dritte Corona-Welle bisher verhindert, Rufe nach Lockerungen werden lauter. Am Freitag wird über den weiteren Weg entschieden. Premier de Croo mahnt zur Vorsicht.

Belgiens Premierminister Alexander De Croo
Corona-Maßnahmen: Belgiens Premierminister Alexander de Croo dämpft zu hohe Erwartungen.
Quelle: Reuters

Das gab es noch nicht in der Corona-Pandemie: Belgiens Premier Alexander de Croo lädt zur Pressekonferenz - und das kurz vor einem "Konzertierungsausschuss". Das Gremium, das sich hinter dem Wortungetüm verbirgt, tagt am Freitag. Es ist das Destillat der zahlreichen Verwaltungsebenen und - was die Macht über Maßnahmen angeht - das Gegenstück zur deutschen Konferenz aus Bundesregierung und Ministerpräsidenten.

Belgiens Premier de Croo mahnt zur Vorsicht

De Croo wird flankiert von Wissenschaftlern, sie sprechen mehr als der Politiker. Er wolle einen "Einblick in den Maschinenraum" geben, Experten stellen vier Szenarien vor. Abhängig davon, wie ansteckend die Covid-Varianten sind und wie schnell die Impfkampagne läuft, zeigen rote, blaue und gelbe Kurven, wo das Land bald steht.

Lockert man im März, dann schlagen die Kurven nach oben aus, lockert man im Mai, nehmen sie langsam weiter ab. "Ich sage nicht, dass im März nichts möglich ist", sagt de Croo. Man müsse aber noch einen Monat vorsichtig bleiben. "Das Risiko einer dritten Welle schwächt sich dann ab." Erwartungsmanagement - nichts anderes ist der Blick in den Maschinenraum.

Belgischer Shutdown: Lang aber mild

Belgien bietet in dieser Pandemie - aus deutscher Sicht - den Blick nach vorn. Die zweite Welle kam und ging früher. Doch ein Sockel bleibt. Er pendelt seit Neujahr um 2.000 Neuinfektionen pro Tag, bei elf Millionen Einwohnern. Diese Seitwärtsbewegung wurde schon "belgisches Modell" getauft, als Resultat eines langen, aber milden Shutdowns.

Durch die Corona-Pandemie ist die deutsche Wirtschaft stark eingebrochen. Doch wie ist die Situation im Ausland? Unsere ZDF-Korrespondenten berichten aus Frankreich, Belgien und Polen.

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Seit September gelten die gleichen Regeln. Größter Unterschied zu Deutschland sind die Schulen. Sie blieben für Kinder unter zwölf Jahren ganz, für die Älteren im Wechsel offen. Von den Lockerungen, die die Regierung am 5. Februar bekannt gab, fallen nur die Friseure ins Gewicht. Selbst der Premier trägt das Haar jetzt wieder kurz – und die Zahlen bleiben stabil.

Auch Belgien hat längst seine Lockerungsdebatte - und Ministerpräsidenten, die sie führen. "Vernünftige Lockerungen" will Jean-Yves Jeholet, der die Föderation aus Brüssel-Wallonien regiert.

Wir müssen unseren Mitbürgern ihre Freiheit zurückgeben.
Jean-Yves Jeholet

Doch die föderale Regierung unter de Croo bremst: In ihren Modellen stecken zu viel Varianten – in jedem Sinn des Wortes.

Impfbereitschaft nimmt leicht ab

Belgische Bürger blicken zu den Nachbarn - und staunen über die Proteste - und die eigene Folgsamkeit. Dabei stellt eine aktuelle Umfrage der Uni Löwen fest, dass weniger als die Hälfte der Bevölkerung (45 Prozent) glaubt, die Regierung sorge sich um ihre Wünsche. 73 Prozent finden, sie würden nicht genug nach ihrer Meinung gefragt.

Für Meinungsforscher ist Vertrauen das Wichtigste in der Pandemie. Selbst die Impfbereitschaft hänge davon ab: Nachdem sie monatelang gestiegen war, fiel sie im Februar leicht. Auf 61 Prozent.

Mitarbeiter einer Fluggesellschaft warten am Flughafen Frankfurt. Archivbild

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