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Harte Corona-Beschränkungen - Merkel fordert "nationale Kraftanstrengung"

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Das öffentliche Leben in Deutschland wird wieder heruntergefahren. Ab Montag gelten strenge Corona-Beschränkungen. Kanzlerin Merkel spricht von einer "nationalen Kraftanstrengung".

Wie einschneidend werden die Corona-Maßnahmen? Kanzlerin Merkel stellt die Ergebnisse des Corona-Gipfels vor. Wir sprechen mit Hauptstadt-Korrespondentin Nicole Diekmann darüber.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die neuen Corona-Beschränkungen als "nationale Kraftanstrengung" bezeichnet. Die Lage in Deutschland nannte sie "sehr ernst". Vor allem das Tempo der Virusverbreitung mache ihr Sorge: "Heute waren es doppelt so viele Neuinfektionen wie vor einer Woche - so ist das auch bei anderen Faktoren." Zum Beispiel habe sich in den letzten neun Tagen die Zahl der Menschen verdoppelt, die beatmet werden müssten. Merkel wird eindringlich:

Wir müssen handeln - und zwar jetzt.
Angela Merkel, CDU

Es gelte, eine gesundheitliche Notlage zu verhindern. Aus diesem Grund brauche es jetzt "harte und belastende Maßnahmen", sagte Merkel im Anschluss an Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Die Beschränkungen gelten vier Wochen lang und bundesweit - und zwar ab kommenden Montag, den 2. November. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach im ZDF von einem "Monat der Wahrheit".

Was Bund und Länder beschlossen haben

Demnach sollen Freizeiteinrichtungen vier Wochen lang geschlossen werden. Theater, Opern und Konzerthäuser dürfen nicht mehr öffnen. Auch der Sport ist betroffen. Profisport muss wieder ohne Zuschauer auskommen, für die Fußball-Bundesliga bedeutet das Geisterspiele. Auch Fitnessstudios müssen bundesweit schließen. Individualsport soll aber weiter erlaubt bleiben.

Auch Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Ähnlich wie bereits im März sollen sie Speisen nur noch zur Abholung anbieten dürfen. Merkel begründet das auch damit, dass bei 75 Prozent der Neuinfektionen nicht klar sei, wo diese stattgefunden hätten. Infektionen könnten also auch in Restaurants geschehen, trotz Hygienekonzepte - das sei nicht auszuschließen.

Außerdem haben sich Bund und Länder auf massive Kontaktbeschränkungen verständigt. Im November dürfen sich nur noch zwei Haushalte treffen, maximal aber zehn Personen. Laut dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) müssen etwa 75 Prozent aller Kontakte vermieden werden. Das sei eine "bittere Pille". Söder nannte die Beschränkungen einen "Lockdown", der allerdings milder sei als im März.

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Bund und Länder demonstrieren Geschlossenheit

Nicht betroffen von den Beschränkungen ist der Bildungsbereich. Schulen und Kitas sollen offen bleiben. Geschäfte müssen ebenfalls nicht schließen. Auch Gottesdienste können weiter stattfinden. Kanzlerin Merkel mahnt dabei aber die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln an.

Anders als vor zwei Wochen mutet die Tonlage der Beratungen heute anders an, harmonischer. Selbst Thüringen, das vor dem Treffen noch Widerstand gegen harte Beschränkungen angekündigt hatte, stimmt am Ende zu. Zwar soll sich in Erfurt auch noch das Landesparlament mit den Beschlüssen befassen - dennoch: "So viel Einigkeit gab es schon lange nicht mehr", analysiert ZDF-Korrespondentin Shakuntala Banerjee.

Die neuen Corona-Maßnahmen werden viele Branchen hart treffen, doch der Staat will ihnen entgegenkommen. ZDF-Korrespondentin Shakuntala Banerjee kennt die Details.

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Kritik an "pauschaler Lockdown-Regelung"

Kritik an der Art und Weise der Entscheidung kommt von der Opposition. Linken-Chefin Katja Kipping fordert im ZDF eine Debatte im Deutschen Bundestag. Die Entscheidung müsse raus aus dem Kanzleramt und rein in die Parlamente.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, beklagt, eine pauschale Lockdown-Regelung sei weder zielführend noch umsetzbar. Auch FDP-Chef Christian Lindner kritisiert, es gebe Alternativen zu einem sogenannten "Wellenbrecher-Lockdown". Diese Alternativen könnten "mehr Freiheiten erhalten und die sozialen Folgeschäden mindern".

Um diese abzumildern hat der Bund Corona-Nothilfen für Unternehmen in Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro beschlossen. "Das ist eine große Unterstützung", so Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im ZDF. Ob davon die Kulturbranche profitieren wird, ist bisher offen. Sie hatte vor den Beratungen auf ihre schwierige Lage hingewiesen.

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