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Kirche an Ostern : Seehofer: Kritik an Gottesdienst-Beschlüssen

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Bundesinnenminister Seehofer hat den Bund-Länder-Beschluss zu den Ostergottesdiensten kritisiert. Auch in den Kirchen regt sich vermehrt Widerstand gegen virtuelle Messen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer sitzt während einer Pressekonferenz auf dem Podium.
Horst Seehofer will Kirchen an Ostern offen sehen.
Quelle: EPA/Andreas Gora

Horst Seehofer (CSU) kritisiert die Beschlüsse von Bund und Ländern bezüglich der Ostergottesdienste. Der Bundesinnenminister distanzierte sich deutlich von dem Appell, Gottesdienste nur virtuell abzuhalten. Auch in den Kirchen regt sich Widerstand.

Seehofer geht mit seinen Parteikollegen ins Gericht: "Es hat mich schon erstaunt, dass ausgerechnet Parteien, die das C im Namen führen, den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegen, noch dazu an Ostern", sagte Seehofer der "Bild".

Seehofer: Hygiene-Konzepte mit Kirchen ausgearbeitet

Es handele sich dabei weder um ein Verbot noch um die Forderung, Gottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen. Seehofer betonte:

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hier um eine Bitte handelt.
Horst Seehofer, Bundesinnenminister

Seehofer stellte zudem klar: "Mein Haus hat diesen Vorschlag auch nicht gemacht, obwohl wir für die Religionen zuständig sind. Das Innenministerium hat stattdessen schon sehr früh in der Pandemie gemeinsam mit den Kirchen Hygiene-Konzepte ausgearbeitet, die bis heute tadellos funktionieren."

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte bereits klar, dass sein Land den Kirchen Präsenzgottesdienste nicht verbieten wird. In der ARD sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend: "Wir sollten das nicht vorgeben als Politik." Er habe keinen Zweifel daran, "dass die Kirchen, die Religionsgemeinschaften, einen klugen und verantwortungsvollen Weg finden werden."

Bischofskonferenz: Wurden überrascht

In den Kirchen selbst regt sich Widerstand gegen die Bitte, Präsenzgottesdienste zu Ostern ausfallen zu lassen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die katholische Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Juden zeigten sich irritiert.

"Wir sind überrascht worden. Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk", sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing in einem Tweet, den die Bischofskonferenz veröffentlichte.

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Auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte, man wolle sich in den angekündigten Gesprächen genau erläutern lassen, warum die bewährten Hygieneschutz-Maßnahmen, die alle Landeskirchen für ihre Gottesdiensten hätten, nun nicht mehr ausreichten.

Digitale Formate sind kein Ersatz

Die Vorsitzende des katholischen Diözesanrates im Erzbistum Berlin, Karlies Abmeier, kritisierte ebenfalls den Bund-Länder-Beschluss: "Ostergottesdienste sind keine Veranstaltungen wie andere", betonte sie: "Sie bilden den liturgischen Höhepunkt des Kirchenjahres." Digitale Formate könnten dies nicht völlig ersetzen.

Die fünf katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen haben angekündigt, nicht auf Präsenzgottesdienste von Gründonnerstag bis Ostern verzichten zu wollen. Der Leiter des Katholischen Büros Nordrhein-Westfalen, Antonius Hamers, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA):

Wir sind der Meinung, dass sich die Gottesdienstregeln zu Weihnachten bewährt haben und dass wir unter diesen Voraussetzungen auch die Ostergottesdienste feiern können.
Antonius Hamers, Katholisches Büro NRW

Das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben soll von Gründonnerstag bis Ostermontag weitgehend ruhen. Religionsgemeinschaften wurden gebeten, Versammlungen über Ostern nur virtuell abzuhalten, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

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