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Impfstoff-Preise : Biontech-Chef Sahin kontert Wucher-Vorwürfe

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15 bis 30 Euro pro Dosis - für diesen Preis habe man der EU den Impfstoff im Sommer 2020 angeboten, erklärt Biontech Chef Ugur Sahin. Und kontert damit jüngste Wucher-Vorwürfe.

Biontech-Gründer Ugur Sahin am 22.12.2020 in Mainz
Biontech-Chef Ugur Sahin erklärt, man habe keine überhöhten Preise für den Biontech/Pfizer-Impfstoff verlangt.
Quelle: dpa

Die Hersteller Biontech und Pfizer haben ihren Impfstoff nach Angaben des Biontech-Gründers Ugur Sahin im Sommer 2020 allen Industriestaaten zu einem Preis zwischen 30 und 15 Euro angeboten. Das Preismodell habe man im Juli für alle Industrieländer mit entsprechend großen Bestellmengen errechnet, sagte Sahin der "Bild".

Am 22. Juli haben wir den USA-Vertrag auf Basis der neuen Parameter unterschrieben, aus dem die 19,50 Dollar ersichtlich waren. Dieses Preismodell haben dann alle Industriestaaten erhalten.
Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech

Medienberichte: Biontech verlangte 54 Euro pro Impfdosis

Damit kontert der Biontech-Chef unlängst laut gewordene Wucher-Vorwürfe. "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR hatten berichtet, dass der Impfstoffhersteller der EU im letzten Sommer ein Angebot gemacht habe, in dem er einen Preis von 54,08 Euro pro Impfdosis veranschlagte - bei einer Abnahme von 500 Millionen Dosen insgesamt.

Der Impfstoff wäre damit etwa zwanzigmal so teuer wie der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf Dieter Ludwig, bezeichnete diese Preisvorstellungen als "unseriös".

Sahin: "Reihe von Unbekannten" bei Preisfindung

Erst im November einigten sich beide Seiten den Recherchen zufolge auf 15,50 Euro pro Dosis. Die EU-Kommission hatte sich in einem Rahmenvertrag zunächst 300 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer gesichert.

Bei der Preisfindung habe es eine große "Reihe von Unbekannten" gegeben, so Sahin: "Wir hatte in den Jahren 2019 und 2020 zunächst nur selbst in kleinen Mengen Dosen für unsere klinischen Studien hergestellt", sagte er der "Bild". Für die ersten 2.000 Dosen habe man Kosten von 1,5 Millionen Euro gehabt.

"Die Infrastruktur für die Massenproduktion gab es nicht. Wir wussten zum damaligen Zeitpunkt schlicht noch nicht, wie sich die Produktion genau skalieren lässt, was genau die Studien bezüglich der mRNA-Dosierung ergeben und wie die Produktionsabläufe und Kosten genau sein werden." Im Sommer habe man dann innerhalb von drei Wochen gemeinsam mit der US-Firma Pfizer das Preismodell erarbeiten können.

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