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Wie oft die Impfung auffrischen? - EMA warnt vor zu häufigem Boostern

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Mehr als zwei Booster-Impfungen in kurzer Zeit könnten die Immunreaktion beeinträchtigen, warnt die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Wie wird künftig gegen Corona geimpft?

22.10.2020
Die EMA warnt vor zu häufigen Boostern - zwei Auffrischungen seien jedoch noch vertretbar.
Quelle: obs

Die Booster-Impfkampagne in Deutschland läuft auf Hochtouren - doch viele stellen sich bereits jetzt die Frage: Reicht der dritte Piks? Oder muss irgendwann noch eine weitere Auffrischungsimpfung her - und danach vielleicht sogar noch eine? Denn niemand weiß, wie lange der Schutz der dritten Dosis anhält.

Der Städtebund fordert schon Pläne für einen weiteren Booster, auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki ist bereits vorgeprescht: "Ich selbst bin geboostert und werde meine vierte Impfung in vier Wochen bekommen, weil ich keine Angst mehr haben will, infiziert zu werden", erklärte Kubicki im ZDF-Morgenmagazin.

In Israel bekommen derzeit schon über 60-Jährige, Immungeschwächte und medizinisches Personal eine vierte Impfdosis - innerhalb einer Woche ließen sich mehr als eine Viertelmillion Menschen diese zweite Auffrischung verabreichen. 

EMA: Zu viele Booster könnten Immunsystem überfordern

Doch wie oft sind Booster-Impfungen überhaupt sinnvoll - und können zu viele Auffrischungen Schaden anrichten? Die EU-Arzneimittelbehörde EMA warnte am Dienstag:

"Beim Schutz vor schweren Erkrankungen machen die Impfungen weiterhin einen Riesenunterschied", sagt Leif Erik Sander, Leiter der Impfstoffforschung an der Charité Berlin.

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Auffrischungsimpfungen alle drei oder vier Monate seien keine sinnvolle, nachhaltige Strategie - und riefen möglicherweise auch nicht mehr die gewünschte Immunantwort hervor. Das sagte Marco Cavaleri, der Leiter der EMA-Abteilung "Biologische Gesundheitsbedrohungen und Impfstrategien" auf einer Online-Pressekonferenz in Amsterdam.

Wir sollten vorsichtig sein, das Immunsystem nicht zu überfordern mit immer neuen Impfungen.
Marco Cavaleri, EMA

Zudem bestehe die Gefahr, dass die Bevölkerung irgenwann "ermüde", also die kontinuierlichen Auffrischungsimpfungen nicht mehr mitmachen will.

Dennoch hätten Studien gezeigt, dass die bisherigen Impfungen einen guten Schutz bieten, insbesondere auch gegen schwere Erkrankungen, ausgelöst durch die Omikron-Variante, erklärte Cavaleri.

EMA-Experte empfiehlt maximal zwei Booster

Er plädierte dafür, Booster nur ein- oder zweimal einzusetzen. Eine zweite Auffrischung könne noch sinnvoll sein, vor allem für vulnerable Gruppen. Denkbar wäre, danach die Zeitspanne der Corona-Impfungen zu verlängern, nach dem Vorbild der jährlichen Grippeschutz-Impfungen.

In Israel können sich alle Menschen über 60 und medizinisches Personal bereits zum vierten Mal gegen Corona impfen lassen. Die Lage verschärft sich in dem Land.

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Ähnlich sieht es auch der Frankfurter Virologe Martin Stürmer: Auf Dauer sei ein Drei-Monats-Schema für Auffrischungsimpfungen schon aus rein organisatorischen, finanziellen und psychologischen Gründen nicht sinnvoll, sagte er gegenüber ZDFheute.

Omikron als "natürlicher Booster"

"Meine Hoffnung und Erwartung ist, dass mit Hilfe optimierter Impfstoffe - aktuell haben wir immer noch die ursprünglichen Versionen -  tatsächlich eine Impfung analog der Influenza-Impfung möglich sein wird, einmal im Jahr, jeweils optimiert auf die zirkulierenden Varianten", so Stürmer.

Diese Situation könnte sogar bereits dieses Jahr eintreten: Biontech und Pfizer produzieren inzwischen einen an Omikron angepassten Impfstoff, der im März auf dem Markt sein könnte. Derweil warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Berufung auf eine Hochrechnung davor, dass sich in zwei Monaten schon über die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben könnten. 

EMA-Experte Marco Cavaleri hält es daher für möglich, dass die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante bald zu einer endemischen Lage führen könne. Omikron würde wie ein "natürlicher Booster" wirken, sagte er.

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