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Viele Impfungen, hohe Inzidenz - Warum der Bremen-Widerspruch keiner ist

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Musterschüler Bremen führt die Liste der meisten Impfungen seit Monaten an. Doch seit einigen Tagen macht das kleine Bundesland vor allem Schlagzeilen mit einer hohen Inzidenz.

Bremen ist Deutschlands Spitzenreiter beim Impfen und dennoch gleichzeitig Corona-Hotspot. Gesundheitsämter und Testzentren haben Personal aufgestockt, um die hohe Nachfrage zu bewältigen.

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Impfspitzenreiter und Vorbild für ganz Deutschland: Das Bundesland Bremen steht mit einer Impfquote von aktuell 83,6 Prozent vollständig Geimpfter in Bremen und Bremerhaven im Fokus. Trotzdem steigen seit Tagen die Inzidenzen. Im Norden deutlich stärker als im Rest von Deutschland.

Das RKI geht davon aus, dass Omikron schon in wenigen Tagen die vorherrschende Corona-Variante sein wird. In Bremen breitet sich Omikron bereits aus. Die Inzidenz an diesem Donnerstag beträgt 714. Dazu kommt eine hohe Hospitalisierungsrate von 14,56 im gesamten Stadtstaat.

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Hohe Inzidenz trotz hoher Impfquote? Kein Widerspruch

Professor Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Epidemiologie BIPS sieht in der hohen Impfquote und der steigenden Inzidenz keinen Widerspruch. "Durch die früh angelaufene Impfkampagne in Bremen lässt der Impfschutz inzwischen nach", sagt er. Gegen Omikron helfe nur eine dritte Impfung.

Deshalb müsse Bremen, wie auch der Rest von Deutschland, schnell boostern und die Impfkampagne voranbringen. Gründe für die steigenden Zahlen seien außerdem die Nähe zu den Hochinfektionsgebieten in Skandinavien und den Niederlanden.

Außerdem gab es in Bremen über die Feiertage kaum Ausfälle bei Corona-Tests. Deshalb seien die Zahlen in Bremen aussagekräftiger und bildeten ein exakteres Bild der Lage ab.

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Neue Warnstufe in Bremen

"Noch nie waren im Bremer Gesundheitsamt so viele Mitarbeiter*innen im Einsatz wie aktuell", sagt Jörn Moock, Leiter des Gesundheitsamts in Bremen. Auch die Bundeswehr wirkt inzwischen unterstützend bei der Kontaktverfolgung mit. Dennoch sei dies nicht genug, angesichts der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante. Moock wünscht sich einen verstärkt automatisierten Prozess bei der Kontaktverfolgung und der Meldung der Fallzahlen.

Der Bremer Senat reagiert auf die hohen Inzidenzen mit einer neuen Warnstufe für Bremen und Bremerhaven. Bisher gab es die Stufen 0 bis 3. Am Donnerstag soll im Senat die neue Warnstufe 4 beschlossen werden. Diese soll bei einer Hospitalisierungsrate von 9 in Kraft treten.

Dann gilt: 2G plus unter anderem in Kultureinrichtungen und Gastronomiebetrieben. Ausnahmen soll es trotzdem geben: Wer geboostert ist oder eine Zweitimpfung vor weniger als drei Monaten erhalten hat, muss keinen Test machen.

Noch immer wird in den Gesundheitsämtern viel händisch abgearbeitet. In Bremen wünscht man sich mehr Digitalisierung, um besser arbeiten zu können. Mit Blick auf die Omikron-Welle hat die Gesundheitsministerkonferenz verkürzte Quarantäne vorgeschlagen.

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Verkürzung der Quarantäne erwartet

Für die Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) ist die neue Warnstufe ein wichtiges Instrument. "Der Fokus liegt auf strengeren 2G-plus-Einlasskriterien für diverse Lokalitäten", sagt die Senatorin. Weiter betont sie, dass vor allem die Ungeimpften auf den Intensivstationen lägen. Dies verdeutliche die Wichtigkeit von Impfungen.

Mit den Ergebnissen der Gesundheitsminister*innen-Konferenz vom Mittwoch ist Claudia Bernhard zufrieden. Es werde "auf jeden Fall" zu einer Verkürzung der Quarantäne kommen, vor allem im Bereich der kritischen Infrastruktur. Wie genau diese Verkürzung aussieht, wird am Freitag final entschieden.

Warnstufe 4 mit 2G-plus, eine engmaschige Kontaktverfolgung und eine verkürzte Quarantänezeit im verantwortlichen Rahmen. So will das Bundesland Bremen die hohen Inzidenzen in den Griff bekommen.

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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