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Impfen als letzte Rettung - Die Angst der Briten vor Coronavirus B.1.1.7

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Der Plan: Mit dem größten Impfprogramm der Geschichte die Pandemie hinter sich lassen. Die Realität - besonders eine Virusmutation - stürzt das Land jedoch in eine tiefe Krise.

In London wütet das Coronavirus – und es wütet heftig. Eine Inzidenz von über 1000 alarmiert und lässt die Sorge vor einem Kollaps des Gesundheitssystems wachsen.

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Warum sind die Zahlen in Großbritannien so hoch?

Drei mögliche Entwicklungen dürften zusammengekommen sein, so die führenden Virologen des Landes. Erstens verließ England den zweiten, landesweiten Lockdown (oder besser Teil-Lockdown) am 2. Dezember. Die wahren Neuinfektionszahlen waren aber vielerorts noch so hoch, dass man niemals die Vor- und Weihnachtslockerungen hätte erlauben dürfen.

Zweitens beklagen manche Experten seit Sommer schon einen steten Rückgang bei der Befolgung der Hygiene- und Abstandsregeln. Und drittens wird immer belastbarer, dass die Mutation des Virus namens B.1.1.7. die Hauptschuldige für die hohen Zahlen sein könnte.

Welche Rolle spielt die Virusmutation B.1.1.7?

In Großbritannien suchen Forscher*innen wie in keinem anderen Land nach Mutationen des Coronavirus. Dabei tauchte Anfang Dezember, in Proben aus dem September aus Südengland, erstmals die Variante mit dem späteren Namen B.1.1.7 auf.

In Großbritannien breitet sich eine Mutation des Coronavirus aus, die ersten Erkenntnissen zufolge deutlich ansteckender ist als das Virus in seiner bisherigen Form. Wie stark trägt die in Südengland entdeckte Virus-Variante zum Infektionsgeschehen bei?

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Der Erreger scheint sich deutlich schneller auszubreiten als andere Mutationen, weil er ansteckender ist - diese frühe Vermutung bestätigen nun erste Studien. Rund 50 Prozent ansteckender, wohl dadurch, dass von B.1.1.7 befallene Patient*innen eine sehr viel höhere Virenlast in sich tragen, also auch beim Atmen mehr Viren ausstoßen, und somit mehr Menschen um sich herum anstecken.

Wie gut belegt sind die Erkentnnisse durch die Forschung?

All diese Studien rund um die Mutation sind noch nicht durch die unabhängige Prüfung gegangen. Aber auch anfangs skeptische Virologen*innen stimmen inzwischen in den Chor ein, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Infektionen in Großbritannien durch B.1.1.7 erfolgt - und andere Faktoren das nicht mehr annähernd erklären können.

Wirklich belastbare Hinweise darauf, dass B.1.1.7 tödlicher oder die vorhandenen Impfstoffe unwirksam sein könnten, gibt es bislang nicht. Aber klar ist: Mehr Fälle führen zu mehr Toten. Die Zahl liegt im Vereinigten Königreich erstmals seit April wieder bei mehr als 1.000 täglich.

Wie ist die Impfkampagne organisiert?

Es ist die große Hoffnung, und das große Versprechen einer Regierung, die in der Pandemie viele, manche sagen fast alle, möglichen Fehler gemacht hat. Zwei Millionen Menschen pro Woche sollen von nun an geimpft werden. Eine logistische Herkulesaufgabe, die allein in den Händen des zentralen, staatlichen Gesundheitsdiensts NHS liegt.

Momentan dienen Krankenhäuser als Impfzentren, doch im Eilverfahren sollen etwa Sporthallen, Kongresszentren oder Hausarztpraxen fit gemacht werden. Aber es fehlt an qualifiziertem Personal. Der NHS ist in Wintermonaten in normalen Jahren schon oft am Anschlag. Durchschnittliche Wartezeiten in Notaufnahmen von mehr als sechs Stunden sind landesweit keine Seltenheit.

In Großbritannien ist die Pandemie mit mehr als 50 000 Neuinfektionen außer Kontrolle; das mutierte Coronavirus breitet sich aus. In England und Schottland greift ein harter Lockdown.

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Warum droht die Impfaktion zu scheitern?

Nach zehn Monaten Corona, noch nie da gewesenen Zahlen, was Corona-Patienten*innen in Krankenhäusern angeht, droht das Gesundheitssystem zu kollabieren; mit Folgen für das Impfprogramm.

Dazu kommt: Auch im Königreich herrscht Impfstoffmangel. Wegen Problemen bei der Herstellung. Obwohl die Regierung groß eingekauft hat. Und als erstes Land der Welt zwei Impfstoffe per Notfallzulassung durchgewunken hat.

Doch wie ernst die Lage ist, zeigt diese Entscheidung: Gegen die Empfehlung der Hersteller und der WHO streckt Großbritannien die Zeit zwischen den zwei benötigten Impfungen von drei auf zwölf Wochen. Ein erst mal geringerer Schutz durch nur eine Dosis wird mehr Menschenleben retten, so das Argument. Wissenschaftlich umstritten, ungeprüft.

Warum steigt die Impfbereitschaft auf den Inseln langsam?

Eine drastische Maßnahme in drastischen Zeiten, die sich negativ auf die Impfbereitschaft auswirken könnte, so Kritiker. Doch in Tagen, in denen die Corona-Kennzahlen vom R-Wert über Intensivbettenauslastung bis Todeszahlen steigen und steigen, ist die Furcht auf der Insel zurück. Und das Impfen wird von immer mehr Briten als einziger Weg aus der Misere akzeptiert.

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