Gesundheitsminister Spahn verteidigt das am Montag beginnende Ende kostenloser Corona-Tests. Dies gebiete die Fairness gegenüber dem Steuerzahler. Es gibt jedoch auch Kritiker.
Nur noch in Ausnahmefällen werden künftig die Kosten für Schnelltests übernommen. Beispielsweise haben Schwangere weiterhin Anspruch auf kostenlose Tests. Wer sich impfen lassen kann, aber nicht will, muss die Tests von jetzt ab selber bezahlen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat verteidigt, dass Corona-Schnelltests ab Montag in der Regel nicht mehr für alle gratis sind. "Kostenlose Bürgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".
"Deshalb werden Bürgertests ab Montag nur noch für diejenigen kostenlos sein, für die es keine empfohlene Impfung gibt. Das sind insbesondere Kinder und Jugendliche."
Am 11. Oktober tritt die neue Corona-Testverordnung in Kraft. Die sogenannten Bürgertests sind dann nicht mehr kostenlos. Es gibt allerdings Ausnahmen, z.B. für Kinder.
Wird die Impfquote jetzt steigen?
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erhofft sich vom Ende der Gratis-Tests auch positive Auswirkungen auf die Impfquote. "Kostenpflichtige Tests werden dazu führen, dass sich sehr viele noch impfen lassen, weil sie eine regelmäßige Testung vermeiden wollen", sagte er den Funke-Zeitungen. Nicht-Geimpfte brauchen aktuelle Schnelltests inzwischen häufig für den Zugang zu Restaurants oder Veranstaltungen.
Spahn verwies auch darauf, dass es Tests in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen oder bei der Arbeit weiterhin kostenlos gebe. "Das ist wichtig, um gut durch Herbst und Winter zu kommen." Er hob zudem hervor, dass jeder sich weiterhin kostenlos gegen Corona impfen lassen könne.
Im Landkreis Rosenheim steigt die Inzidenz seit Wochen, inzwischen auf über 200. Die Corona-Station der RoMed Klinik ist wieder voll belegt, fast ausschließlich mit ungeimpften Patienten.
Johna: Infektionen drohen zu steigen
Derweil warnt die Ärztegewerkschaft Marburger Bund wegen des Endes der kostenlosen Coronatests vor weiteren Infektionen. "Kostenpflichtige Coronatests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende, Susanne Johna, den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (RND) vom Sonntag. "Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus."
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten im August vereinbart, dass das vom Bund seit März finanzierte Angebot mit kostenlosen "Bürgertests" für alle auch ohne Corona-Symptome enden soll. Für viele Ungeimpfte wird der Corona-Alltag damit ab Montag komplizierter und teurer.
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