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Arme Länder unterstützen : Schulze: Bund spendet 75 Millionen Impfdosen

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Die Bundesregierung will in 2022 mindestens 75 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden, ohne die eigene Impfkampagne einzuschränken. Der Patentschutz soll bestehen bleiben.

Ein Mitarbeiter der Firma Pfizer sortiert Packungen mit Impfstoffen auf einem Förderband.
Covid-19-Impfstoff von Pfizer.
Quelle: dpa (Archiv)

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat angekündigt, dass die neue Bundesregierung im nächsten Jahr mindestens 75 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden will. Eine Aufhebung des Patentschutzes für die Impfstoff-Hersteller lehnt Schulze weiter ab.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte Schulze, die 75 Millionen Impfdosen würden die eigene Impfkampagne nicht einschränken.

Schulze: "Planen Spende von 75 Millionen Dosen"

Schulze erklärte, das für 2021 gesetzte Ziel von 100 Millionen Dosen sei zwar erreicht worden. "Aber dabei dürfen wie nicht stehen bleiben. Für das kommende Jahr planen wir eine weitere Spende von mindestens 75 Millionen Dosen."

Sie stimme mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) überein, dass dies nicht zur Lasten der impfwilligen Bürger in Deutschland gehe, sagte Schulze. Und weiter:

Wir sind uns einig, dass wir beides hinbekommen werden: Die Versorgung der eigenen Bevölkerung und die der ärmeren Staaten.
Svenja Schulze, Entwicklungsministerin

Auswirkungen der Pandemie "brutal"

Die Auswirkungen der Pandemie in diesen Ländern seien "wirklich brutal": Auch Infektionen wie Malaria und Tuberkulose oder Hunger und Armut würden extrem zunehmen.

"Die Gewalt gegen Frauen wächst, es gibt mehr Menschenrechtsverletzungen. Es ist dramatisch, was wir gerade erleben", so Schulze.

Entwicklungsministerin: Bei Logistik helfen

Wichtig sei, der globalen Impfplattform Covax nicht nur Impfdosen zur Verfügung zu stellen, sondern auch bei der Logistik zu helfen, betonte die Ministerin.

Der Impfstoff dürfte nicht nur in den Hauptstädten verabreicht werden, sondern müsse auch in entlegenen Dörfern zum Einsatz kommen.

Schulze: Patentschutz nicht aufheben

Forderungen auch aus der eigenen Partei nach einer Aufhebung des Patentschutzes für die Impfstoff-Hersteller lehnte Schulze ab. "Ich wäre offen dafür, wenn es uns jetzt helfen würde. Aber der Herstellungsprozess moderner Impfstoffe ist technisch so anspruchsvoll und komplex, dass die Aussetzung gar nichts brächte."

Notwendig sei eine weltweite Produktion - in Zusammenarbeit mit den Herstellern. Deutschland helfe zum Beispiel bei der Ausbildung von Fachkräften für die geplante Biontech-Impfstoffherstellung in Ruanda.

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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02.02.2023
von Susana Santina
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