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Corona-Pandemie und Arbeitswelt - DAK-Studie: 2020 mehr langwierig Kranke

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Kranke Berufstätige fehlten - laut DAK-Statistik - 2020 länger. Die Zahl der psychisch Erkrankten nahm zu. "Die Pandemie hat die Arbeitswelt verändert", so die DAK zu ZDFheute.

Frau mit Rückenschmerzen im Büro
Viele Fehltage von Beschäftigten gehen - laut DAK-Analyse - auf Rückenschmerzen zurück.
Quelle: dpa

2020 haben kranke Berufstätige länger im Job gefehlt als in den Jahren zuvor. Aber: Es gab auch weniger Fälle von Arbeitsunfähigkeit. Das geht aus einer Analyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor.

Arbeitnehmer im Schnitt zwei Tage länger krank

Demnach lag der Krankenstand mit 4,1 Prozent geringfügig unter dem Vorjahresniveau von 4,2 Prozent. Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100 Pflichtmitglieder einer Krankenkasse.

Es sei doch sehr interessant, so Dorothea Wiehe von der DAK-Gesundheit zu ZDFheute, dass "die Anzahl der Krankheitsfälle zwar zurückgegangen ist, aber wir deutlich mehr langwierige Fälle haben". Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung habe so zugenommen, dass "es pro Kopf und Jahr umgerechnet zwei Tage ausmacht. Das ist ungeheuer viel", so Wiehe.

Sehr spannend ist auch, dass die Belastungen der Pandemie zu mehr Fehltagen wegen Rückenschmerzen und Anpassungsstörungen geführt haben.
Dorothea Wiehe, DAK

Im Schnitt zwei Tage länger krank

Im Schnitt hatte jeder Beschäftigte im Jahr 2020 14,4 Fehltage - das waren rund zwei Tage mehr als in den Jahren zuvor, in denen der Wert nahezu konstant war. Der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, sagte:

Wir sehen mehr schwere Fälle und weniger leichte. Und für längerfristig Erkrankte scheint der Weg zurück in die Arbeitswelt unter den aktuellen Bedingungen deutlich problematischer zu sein.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm

Durch Shutdown und Homeoffice habe sich die Arbeitswelt drastisch gewandelt, so Storm weiter. Die Menschen verharrten "noch länger bewegungslos vor dem Bildschirm und in vielen Branchen steige die Arbeitsdichte. "Wir sehen eine höhere Anspannung im Allgemeinen, was offensichtlich zu einer Zunahme von Fehltagen wegen Rückenschmerzen und bestimmten psychischen Diagnosen führt."

Daten von über 2,4 Millionen Beschäftigten ausgewertet

Für die Analyse wurden Daten von mehr als 2,4 Millionen bei der Kasse versicherten Beschäftigten ausgewertet - darin gingen Fehlzeiten ein, für die eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Kasse geschickt wurde. Diese ist vorgeschrieben, wenn Beschäftigte länger als drei Tage fehlen.

Die Auswertung zeigt, dass mehr als jeder fünfte Fehltag im Job auf Probleme mit dem Muskel-Skelett-System zurückzuführen war. Vor allem bei Rückenschmerzen gab es einen Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 93 Fehltage je 100 Versicherte.

Neuer Höchststand bei psychischen Erkrankungen

Bei den psychischen Erkrankungen zeigte sich ein neuer Höchststand: Sie waren mit rund 265 Fehltagen je 100 Versicherte der zweitwichtigste Grund für eine Krankschreibung im Jahr 2020. "Wir sehen eine höhere Anspannung im Allgemeinen, was offensichtlich zu einer Zunahme von Fehltagen wegen Rückenschmerzen und bestimmten psychischen Diagnosen führt", sagte der Vorstandschef.

Ein Rückgang zeigt sich bei den Atemwegserkrankungen. Das Niveau von gut 213 Fehltagen pro 100 Versicherte liegt unter dem des Vorjahres (2019: 221 Fehltage je 100 Versicherte). Daran zeige sich, wie wirkungsvoll die Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch die Übertragung von Erkältungskrankheiten verhindert hätten, so Storm.

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