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So reagieren Länder auf Mutante - Was tun, wenn Delta kommt?

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Selbst in Ländern, die das Coronavirus im Griff hatten, steigen mit der neuen Delta-Variante wieder die Zahlen. ZDF-Korrespondenten berichten über das Leben mit der neuen Mutante.

Zahlreiche Menschen spazieren durch die Fußgängerzone in der Innenstadt von  München am 29.05.2021.
Wegen der Delta-Variante werden erneut Restriktionen in Ländern verhängt, die das Virus zuvor weitgehend unter Kontrolle hatten.
Quelle: dpa

Corona war nie weg, und trotzdem hatten ein paar Länder das Virus fast im Griff oder wollten das zumindest glauben, doch die Delta-Variante wirft einige wieder zurück.

Australien, das fast frei von Corona schien, erlässt nun neue Restriktionen. Am Dienstag wurde der Lockdown wegen der Ausbreitung Delta-Variante auf mehrere Bundesstaaten ausgeweitet. Millionen Australier sind nun davon betroffen.

Eigentlich hatte das Land durch strenge Quarantäne-Regeln und Grenzschließungen Corona weitgehend eingedämmt, trotz eher niedriger Impfquote. Der neueste Ausbruch mit der Delta-Variante soll nun auf einen Fahrdienst zurückgehen, der die Besatzung eines Flugzeuges in ein Quarantäne-Hotel brachte.

Maskenpflicht in Israel

Auch in Israel steigen die Zahlen wegen der Delta-Variante wieder - auf mehr als 220 Infizierte an nur einem Tag letzten Freitag, berichtet ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge. So wurde nun erneut eine Maskenpflicht in Innenräumen eingeführt. Ministerpräsident Naftali Bennett ernannte zudem einen neuen Direktor, der gezielt für die Eindämmung des Virus zuständig sein soll. Seine Regierung habe entschieden, gegen die Delta-Variante "einen Eimer Wasser zu nehmen und ihn auf das Feuer zu kippen, solange es noch klein ist", sagte Bennett.

Die Freigabe der Einreise für Touristen, die ursprünglich zum 1. Juli vorgesehen war, wurde nun um einen Monat verschoben, berichtet Bewerunge. Darüber hinaus sehe sich Israel aber deutlich besser gewappnet. Anders als noch zu Beginn der Pandemie wurde ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung inzwischen geimpft. Betroffen von Delta werden daher vermutlich eher Kinder und Jugendliche sein, da sie zuvor noch nicht geimpft werden durften. Daher gebe es nun eine spezielle Impfkampagne für alle Zwölf- bis 15-Jährigen, so Bewerunge.

Niedrige Impfquote in Russland

Im Gegensatz zu Israel steht es in Russland eher schlecht um die Impfquote, und auch hier ist Delta bereits angekommen. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters sind 90 Prozent der Neuinfektionen in der Stadt auf diese Corona-Variante zurückzuführen. Der Bürgermeister warne nun eindringlich vor den Gefahren von Delta und rufe die Menschen zum Impfen auf, berichtet ZDF-Korrespondent Christian Semm.

Es fehle generell ein Bewusstsein, dass Corona gefährlich ist. Nicht einmal dem Impfstoff aus dem eigenen Land traue die Bevölkerung, so Christian Semm aus Moskau.

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Auch das Wort erneuter "Lockdown" sei gefallen, doch bislang nicht durchgesetzt worden. Inzwischen üben Arbeitgeber*innen mit einer Impfpflicht Druck auf die Mitarbeitenden aus, doch die Impfquote im Land ist nach wie vor niedrig. Nur 11,6 Prozent der russischen Bevölkerung gelten als vollständig geimpft.

Gleichzeitig findet das Leben in Moskau nach wie vor fast ohne Sorgen und nur mit wenigen Einschränkungen statt: Es würden große Feste gefeiert, wie der Jahresball der medizinischen Vereinigung der Stadt Moskau mit 4.000 Menschen, ohne Masken und Abstandsregeln, sagt Korrespondent Axel Storm.

Russland hat besonders mit der Delta-Variante des Coronavirus zu kämpfen. In Sankt Petersburg und Moskau explodieren die Fallzahlen, 90 Prozent sollen auf die Variante zurückgehen.

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Vermehrt werde nun wieder für den russischen Impfstoff Sputnik V geworben, doch die Skepsis gegenüber des heimischen Vakzins sei nach wie vor groß. Viele misstrauten Sputnik V seit dem Eilverfahren, mit dem die russische Regierung den Impfstoff noch vor Ende einer entscheidenden Testphase auf den Markt brachte.

Hoffnung in Großbritannien

In Großbritannien scheinen sie noch Hoffnung zu haben, dass die Auswirkungen von Delta weniger dramatisch sein könnten. Bislang wurden keine der Lockerungen wieder zurückgenommen, berichtet Korrespondent Andreas Stamm aus London. Gleichzeitig wurde aber der lang ersehnte "freedom day" am 21. Juni, der Tag, an dem alle Corona-Maßnahmen aufgehoben werden sollten, verschoben. Anvisiert ist jetzt der 19. Juli. Das Land hoffe, durch seine relativ hohe Impfquote diesmal besser geschützt zu sein.

Doch viele junge Menschen sind bislang noch nicht geimpft, das soll sich jetzt ändern. So dürften nun auch 18-Jährige Impftermine ausmachen, berichtet Andreas Stamm, denn wenn Delta sich ausbreite, treffe es wohl die jüngeren Ungeimpften. Helfen soll zudem eine Verkürzung der Zeiträume zwischen erster und zweiter Impfung. Impfen so viele und so schnell wie möglich - weltweit hofft man, dass das der Schlüssel gegen Delta ist.

Auch Südafrika kämpft gegen die Ausbreitung der Delta-Variante - und verschärft die Corona-Maßnahmen.

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