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Schutz vor Corona-Infektion - Bund will Mitarbeitern Nachbarsitz zahlen

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Der Bund will Mitarbeitern von Behörden und Ministerien bei Dienstreisen mit Bahn und Flugzeug einen leeren Sitzplatz zahlen - und so den Infektionsschutz verbessern.

Leere Sitzplätze in einem ICE.
Die erweiterte Erstattungsmöglichkeit soll bis März 2021 befristet sein.
Quelle: Uwe Zucchi/dpa/Archivbild

Zum Schutz vor dem Coronavirus sollen Behörden und Ministerien des Bundes ihren Mitarbeitern für Dienstreisen zwei Plätze buchen können - damit der Nebenplatz frei bleibt. Der Haken: Das ist so nicht möglich, wie die Bahn auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

In den Beförderungsbedingungen heiße es, der Anspruch auf einen Sitzplatz erlösche 15 Minuten nach Abfahrt, wenn der Platz nicht eingenommen werde. Das gelte ausdrücklich nicht nur für Reservierungen, sondern auch Fahrkarten.

Bund will Doppel-Platz-Buchung bis März 2021 befristen

In einem Schreiben des Bundesinnenministeriums vom 12. November heißt es, für Dienstreisen mit Bahn und Flugzeug könne ein zusätzlicher Nachbarsitzplatz gebucht werden, "um so im Sinne des Infektionsschutzes einen größeren Abstand zu den Mitreisenden zu gewähren". Die erweiterte Erstattungsmöglichkeit wird im Bundesreisekostengesetz zunächst befristet bis Ende März 2021 eingeräumt.

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Die aktuellen Regelungen im Zusammenhang mit Dienstreisen "entsprechen dem Ziel der Bundesregierung, die Kontakte in größtmöglichem Umfang zu reduzieren und die allgemein geltenden Abstandsregeln von 1,50 Meter - soweit möglich - umzusetzen", wie ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mitteilte.

Verkehrsministerium will auf "Kann-Regelung" verzichten

Dass das Bundesinnenministerium den Doppel-Platz überhaupt ermöglichen will, passt jedoch nicht ganz zu der wiederholten Aussagen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dass die Bahn kein Hotspot für Corona-Infektionen sei. Auch eine Reservierungspflicht für Reisende, die in anderen Ländern überfüllte Züge verhindert, lehnt Scheuer ab.

Sein Ministerium stellte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klar, dass es keine Doppel-Buchungen für seine Mitarbeiter plant: Man beabsichtige nicht, diese "Kann-Regelung" anzuwenden. Entsprechende Anfragen von Beschäftigten seien bisher abgewiesen worden, "da Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln kein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen", hieß es.

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9 min
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Die Bahn teilte mit, sicheres Reisen sei gewährleistet. Für Reservierungen seien Fensterplätze voreingestellt, so dass der Gangplatz frei leibe. Zusätzlich achte das Zugpersonal auf eine gleichmäßige Verteilung der Fahrgäste im Zug.

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