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"Wer zu spät kommt, den bestraft das Virus"

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Frank Ulrich Montgomery - "Wer zu spät kommt, den bestraft das Virus"

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Bund und Länder haben wichtige Entscheidungen vertagt. Was bedeutet das für die Corona-Lage? Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender des Weltärztebundes, im ZDF-Interview.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, zeigt sich enttäuscht darüber, dass das Treffen von Bund und Ländern noch keine weiteren Beschlüsse brachte. Es sei ein "politisches Hick-Hack" gewesen, das die Menschen verunsichere.

Beitragslänge:
5 min
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Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Montgomery ...

... zu den Ergebnissen des Corona-Gipfels

"Der Faktor Zeit ist extrem kritisch, weil wir alle wissen, dass diese Erkrankung ja lange Inkubationszeiten hat, dass es lange dauert, bis jemand krank wird. Zusammengefasst: Wer zu spät kommt, den bestraft das Virus. Und deswegen bin ich traurig, dass wir gestern keine guten Beschlüsse gehabt haben."

"Wir sind durch die Diskussion jetzt wieder in der Situation, dass wir Unsicherheit in der Bevölkerung vermitteln, und dass die Menschen langsam nicht mehr genau wissen, was sie glauben sollen. Es wäre besser gewesen, man wäre gestern zu Beschlüssen gekommen, statt sich auf dieses politische Hick-Hack einzulassen."

... zum Appell, nur noch einen anderen Haushalt zu treffen

"Diese Dinge sind ausgesprochen schwer umsetzbar (...). Tatsache ist doch, dass wir alle unsere Kontakte mit anderen, mit gefährlichen Risikosituationen einschränken müssen. Und in der Tat erscheint das wirklich auf den ersten Blick lebensfremd, was da gerade mit Kindern gemacht wird. Aber die Kinder sind ein besonderes Problem, sowohl in der Schule wie zu Hause, und wir müssen eine Lösung dafür finden."

... zur Lage an Schulen

"Das ist mit Sicherheit unter infektionsepidemiologischen Aspekten schwierig oder problematisch. Ich bin aber entsetzt, wie wenig Konzepte es hier bisher gibt. Also auch eben Frau Schwesig, die sagt, wir wollen dann nächste Woche eine langfristige Strategie entwickeln. Man hatte acht Monate Zeit, das zu tun. Und ich frage mich: Wo ist die Digitalisierung der Schulen? Wo ist aber auch der gesplittete Unterricht? Und wo sind auch die Lehrer, die dann Schichtdienst machen?"

"Wir sind das im Krankenhaus zum Beispiel gewohnt, bei einem höheren Arbeitsanfall von Patienten, dass wir dann auch mal zwei Schichten machen, dass wir zusätzliche Arbeit leisten. Ich glaube, wir müssen auch in der Schule noch etwas innovativer werden was Arbeitsformen angeht, was Digitalisierung angeht, damit die Menschen, damit wir den Kindern nicht ihre Zukunft rauben, denn momentan betrügen wir Generationen um ihre Zukunft, weil sie keine ausreichende Schulbildung bekommen."

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