Sie sind hier:

Corona-Maßnahmen - Drosten: Homeoffice-Regelungen "unzureichend"

Datum:

Bund und Länder haben eine Verpflichtung zu mehr Homeoffice beschlossen zum Schutz vor Virusvarianten. Aus Sicht von Virologe Drosten reicht diese Regelung jedoch nicht aus.

Eine Frau arbeitet im Homeoffice. Archivbild
Die von Bund und Ländern beschlossene "Verpflichtung zum Homeoffice ist in der Kritik. Archivbild
Quelle: Fabian Strauch/dpa

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hat die kürzlich beschlossenen Regelungen zum Homeoffice als unzureichend bezeichnet. "Da hätte man sicher noch mehr tun können", sagt Drosten dem "Spiegel". Es wäre gut gewesen, sich an der irischen Erfahrung im Herbst zu orientieren:

Irland hat damals strikt auf Homeoffice gedrängt, und das war anscheinend sehr effektiv. Dadurch reduziert sich automatisch die Belegung im öffentlichen Personennahverkehr.
Christian Drosten, Virologe Charité Berlin

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch eine Verordnung verabschiedet, welche die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht.

Lobo: Aktuelle Homeoffice-Regelung "zu lasch"

In der ZDF-Sendung "maybrit illner" kritisierte auch Kolumnist Sascha Lobo die aktuelle Verpflichtungsregelung als zu unverbindlich. "Es gibt sieben, acht Layer, mit denen man die Regel doch wieder durchbrechen kann, weil der Arbeitgeber natürlich sagen kann 'das kann hier gar nicht funktionieren'", so Lobo.

Sascha Lobo bei "maybrit illner"

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Zudem hätten Arbeitnehmer aufgrund der derzeit schlechten wirtschaftlichen Lage in vielen Unternehmen nicht die Chance, sich Arbeiten im Homeoffice zu erstreiten.

Drosten: Zahlen jetzt drücken - auch mit Homeoffice

Aus Sicht von Drosten müssten angesichts der ansteckenderen Virusvariante B.1.1.7 aus Großbritannien die Fallzahlen nun möglichst weit nach unten gedrückt werden, sagte Drosten. "Es wäre absolut erstrebenswert, jetzt auf die Null zumindest zu zielen."

Es bestehe momentan noch "die einmalige Gelegenheit", die Verbreitung dieser Variante in Deutschland zu verhindern oder zumindest stark zu verlangsamen. Sollten die Fallzahlen jetzt nicht tief genug gesenkt werden, könne dies im Frühjahr und den Sommer negative Folgen nach sich ziehen.

"Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil von Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden." So würden sich womöglich innerhalb kurzer Zeit sehr viele Menschen mit Sars-CoV-2 infizieren, warnt Drosten:

Dann haben wir Fallzahlen nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern im schlimmsten Fall von 100.000 pro Tag.
Christian Drosten, Virologe Charité Berlin

Zahl junger Infizierter könnte laut Drosten stark steigen

Betroffen seien dann zwar eher jüngere Menschen, die seltener schwere Verläufe haben als ältere:

Aber wenn sich ganz viele junge Menschen infizieren, dann sind die Intensivstationen trotzdem wieder voll. Und es gibt trotzdem viele Tote. Nur dass es jüngere Menschen trifft.
Christian Drosten, Virologe Charité Berlin

Der Virologe geht auch nicht davon aus, dass die Fallzahlen automatisch wieder sinken werden, wenn es wärmer wird. "Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind", so Drosten. "Das ist inzwischen aber nicht mehr so."

Nach jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland inzwischen mehr als 50.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektionen gestorben. Die Gesamtzahl der Infizierten liegt bei 2,1 Millionen.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

Nachrichten | Panorama -
Corona-Mutation: Was sie so gefährlich macht
 

Die Corona-Pandemie hat bei uns eine neue Phase erreicht. Ein Rechenbeispiel zeigt, warum die Verbreitung von Mutationen jetzt so gefährlich ist.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.