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Diskussion über Astrazeneca - Belgien bleibt standhaft - und impft weiter

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Europas Experten halten den Impfstoff von Astrazeneca für sicher. Doch in Belgien zeigt sich: Das Wirrwarr hat der Autorität der Institution EMA geschadet.

Mit Spannung wurde die Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zum Astrazeneca-Impfstoff erwartet. ZDF-Korrespondent Stefan Leifert mit einem Update aus Amsterdam.

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Die Direktorin der EMA kommt sofort zum Punkt: "Dies ist ein sicherer und wirkungsvoller Impfstoff. Er steht nicht im Zusammenhang mit einem insgesamt erhöhten Risiko für Thrombosen und Blutgerinnsel." Und auch, wenn Europas Arzneimittelagentur weitere Untersuchungen zur Frage ankündigt, ob "sehr seltene Fälle" eines Mangels an Blutplättchen ihre Ursache im Impfstoff haben: Es ist die Rehabilitierung von Astrazeneca. Aber ist es auch das Ende eines europäischen Flickenteppichs?

"Machen Sie damit mal Reklame!" Jos Stammen knüpft ein Plastikband ums Handgelenk einer Frau in den Siebzigern: Erste Dosis, Astrazeneca. Die Bitte ist kaum nötig. In Lommel, Belgien, vergeben sie täglich tausend Termine. Nur acht bis zehn Prozent der Impflinge bleiben weg, meldet das flämische Fernsehen.

Die Leute, die kommen, sind überzeugt. Diese Massenhysterie in den Nachbarländern, das ist ziemlich verrückt.
Jos Stammen, Impfarzt

Die EMA spricht die Empfehlung aus, Astrazeneca weiter zu verimpfen. Der Nutzen überwiege die Risiken, sagt EMA-Chefin Cooke.

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Minister: "Impfstopp unverantwortlich"

Wie Domino-Steine kippten die Gesundheitsminister, verhängten Impfstopps wegen Berichten über Blutgerinnsel. Nicht Frank Vandenbroucke. Der knorrige Politveteran sitzt im Studio des frankophonen Fernsehens.

"Da wir wissen, wie stark das Virus verbreitet ist wäre ein Stopp der Impfkampagne unverantwortlich." Er sagt das im rauen Französisch eines Flamen - und in der Wortwahl von einem, der nichts mehr werden muss.

Belgien: Wie das gallische Dorf

Es ist ein Mix aus Mut und Not: Von elf Millionen Belgiern infizieren sich täglich über 3.000 mit Covid-19, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 203. "Ein Rennen gegen die Zeit", sagt der Minister. Belgien wirkt - in den Tagen vor der EMA-Entscheidung - wie das gallische Dorf: ein weißer Fleck auf der Europa-Karte. 17 der 27 EU-Mitgliedstaaten, dazu Island und Norwegen, stellten die Impfung mit Astrazeneca vorerst ein.

Das kleine Belgien wirft ein Schlaglicht aufs große Ganze: Stellen die anderen, die Impfstopp-Staaten, die Autorität der EMA infrage? "Ich verstehe es so, dass die Mitgliedstaaten auf uns warten, um dann zu entscheiden, wie sie handeln", sagt die Direktorin der EMA bereits am Dienstag.

Ob sie Recht behält, wird sich am Abend zeigen. Dann will sich auch Deutschlands Gesundheitsminister äußern - diesmal nach der EMA.

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