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Solidaritätsaktion der EU - Fünf EU-Staaten erhalten mehr Impfdosen

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Bulgarien, Estland, Lettland, Kroatien und die Slowakei haben bislang zu wenig Impfstoff bekommen. Andere EU-Länder helfen nun aus und verzichten dafür auf Dosen - doch nicht alle.

Impfdosen und Impfspritzen stehen auf einem Tisch.
EU unterstützt fünf Mitgliedsländer mit mehr Impfdosen.
Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die EU unterstützt in der Corona-Krise fünf Mitgliedsstaaten, die bislang zu wenig Impfstoffe bekommen haben. Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland und die Slowakei würden im zweiten Quartal zusammen 2,85 Millionen Dosen mehr erhalten, als ihnen normalerweise zustehen, teilte der portugiesische EU-Vorsitz am Donnerstagabend mit.

An der Solidaritätsaktion beteiligten sich 19 andere EU-Staaten. Sie verzichten dabei auf jeweils rund 30 Prozent ihrer Impfdosen. Konkret heißt das:

  • Deutschland gibt 558.000 Dosen ab.
  • Frankreich gibt 450.000 Dosen ab.
  • Italien gibt 404.000 Dosen ab.

Nicht beteiligt haben sich dagegen Österreich, Slowenien und Tschechien.

Engpass durch Astrazeneca-Lieferprobleme

Im Rahmen der Solidaritätsaktion bekommen nun diese fünf Staaten mehr Dosen als nach dem üblichen Verteilungsschlüssel:

  • Bulgarien: 1,15 Millionen Dosen
  • Kroatien: 683.514 Dosen
  • Slowakei: 602.255 Dosen
  • Lettland: 376.456 Dosen
  • Estland: 41.390 Dosen

Das Problem bei diesen Ländern war entstanden, weil sie bei Bestellungen vor allem auf den Impfstoff von Astrazeneca gesetzt hatten, bei dem es massive Lieferprobleme gibt.

Österreich hatte größeren Anteil an Corona-Impfdosen gefordert

In dem Streit ging es um die Impfstoff-Verteilung von zehn Millionen Dosen von Biontech/Pfizer, deren Lieferung auf das zweite Quartal vorgezogen werden kann. Die EU-Länder bekommen Impfdosen normalerweise gemäß ihrer Bevölkerungszahl zugeteilt.

Angeführt von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatten ein halbes Dutzend Länder jedoch gefordert, dass sie einen größeren Anteil bekommen, weil sie sich in der bisherigen Impfstoffverteilung benachteiligt sahen.

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Kompromissvorschlag von Portugal abgelehnt

Die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft schlug vor, drei der zehn Millionen Impfdosen für sechs besonders bedürftige Länder zu reservieren: Bulgarien, Kroatien, Estland, Lettland, die Slowakei und Tschechien. Die übrigen sieben Millionen Impfdosen sollten nach Bevölkerungsanteil unter allen 27 Staaten verteilt werden. Damit waren Österreich, Tschechien und Slowenien aber nicht einverstanden.

Kurz erklärte in Wien, Österreich bekomme nun 199.000 Impfdosen statt 139.000, das sei "ein solides Ergebnis". Der Grund für die Ablehnung sei, dass Tschechien nicht die nötigen Impfdosen erhalte. Österreich werde nun mit anderen Mitgliedsstaaten beraten, "wie wir Tschechien im Sinne der europäischen Solidarität bilateral unterstützen können".

Grundsätzlich gilt: Jeder der 27 Staaten hat Anspruch auf einen Anteil nach Bevölkerungsstärke. Schöpft ein Land dies nicht aus, können andere EU-Staaten diese Mengen aufkaufen. Einige Regierungen setzten besonders auf Astrazeneca und sind nun wegen Lieferproblemen im Hintertreffen. Österreich bestellte weniger von Johnson & Johnson und befürchtet deshalb Lücken.

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