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EU-Videogipfel und Anhörung - Impfgespräche: Zwei Blasen, eine Drohung

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Chefs und Chefs: Die einen machen Politik, die anderen Impfstoffe. Zeitgleich laufen ein EU-Gipfel und eine Anhörung mit Pharma-Chefs. Digitale Parallelwelten - manchmal.

Bundeskanzlerin Merkel und ihre EU-Kollegen beraten bei einem EU-Gipfel über den gemeinsamen Kampf gegen die Corona-Pandemie. Unter anderem sollen die Impfungen beschleunigt werden. Sorge bereitet den Regierungschefs die Ausbreitung der Virus-Mutanten.

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Aus Verhandlungskreisen heißt es am Nachmittag, die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union seien entschlossen, die Produktion von Impfstoffen hochzufahren - und wollten künftig strategischer an die Sache rangehen.

[Sehen Sie hier die Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel nach dem parallel laufenden EU-Sondergipfel - in voller Länge]

Viele Fragen an EU-Kommission

Sie hätten der EU-Kommission viele Fragen gestellt, über frühere Verzögerungen, künftige Liefertermine und mutmaßliche Exporte von Impfstoffen an Staaten außerhalb der EU.

Auf dem EU-Gipfel hat man sich vorerst auf eine Impf-App geeinigt, die in allen Mitgliedsstaaten funktionieren soll, so Korrespondentin Anne Gellinek. Zur Impfstoffproduktion heißt es vonseiten der Hersteller, dass die EU sich noch gedulden müsse.

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Pharma-Chefs sollten Antwort geben

Bei der Video-Schalte saß jeder in seiner Hauptstadt - und war doch nur einen Klick entfernt von einer zweiten Veranstaltung, die auch in Brüssel stattfand - und wohl eher Antworten gegeben hätte.

Das Europa-Parlament hatte zu einer Anhörung geladen. Auf der Gästeliste: die Chefs von Astrazeneca, Moderna, Novavax, CureVac, Johnson & Johnson, Pfizer und Sanofi - kurz alle, die liefern sollen, das aber nicht immer tun.

Hier lesen Sie, wie wirksam die verschiedenen Impfstoffe sind:

Der Vorwurf richtet sich zuerst an Pascal Soriot. Der CEO der britisch-schwedischen Firma Astrazeneca hat sich in Brüssel unbeliebt gemacht mit dünnen Erklärungen für das, was Kommission und Parlament Vertragsbruch nennen.

Diesmal redet Soriot mehr: vom Start vor über einem Jahr mit der Uni Oxford. Von den zig Millionen Pfund, die man in Großbritannien dann in den Aufbau einer Produktion steckte. Und von der Enttäuschung, als der Ertrag der biologischen Reaktoren geringer war als erwartet.

Astrazeneca-Chef: EU hatte dann einfach Pech

Der Gegenvorwurf steht unausgesprochen zwischen Zeilen: Die EU war nicht so schnell, nicht so freigiebig - und hatte dann einfach Pech: "Manche Produktionsstätten liefen gut an, manche waren langsamer", erklärt Soriot. Diese Ertragsschwankungen hätten Einfluss auf die Liefermenge für die EU.

Ich kann Ihnen aber sagen, dass das allermeiste von dem, was in der EU produziert wird, auch in die Versorgung der EU geht.
Pascal Sorio, CEO Astrazeneca

Das ist das Mindeste, was Parlament und Kommission verlangen. Denn im Vertrag der EU mit Astrazeneca stehen auch Werke in Großbritannien. Von dort werde auch nach Europa geliefert, bestätigt Soriot. "Alles wird geteilt. Selbst wenn wir die ganze britische Produktion nach Europa schaffen, macht das keinen großen Unterschied". Damit bleibt er eine Erklärung schuldig, warum Großbritannien dann nicht vor vergleichbaren Engpässen steht.

[Mehr zum Hintergrund zum Impfstreit zwischen EU und Astrazeneca lesen Sie hier]

Am Abend ist auch der Gipfel vorbei und Angela Merkel beklagt:

Großbritannien exportiert sehr, sehr wenig.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Es ist der Moment, in dem Brüssels digitale Parallelwelten einen Abgleich nötig hätten. Eine Drohung in Merkels Worten dürfte aber auch so bei Soriot und den anderen ankommen: Die EU exportiere Impfstoff in alle Welt, führt die Bundeskanzlerin aus: "Das ist okay, solange sich die Firmen an die Verträge halten, die die EU mit den Firmen hat."

Heißt umgekehrt: Wenn Ihr nicht liefert, was Ihr versprochen habt, drohen wir mit einem Exportverbot.

Gunnar Krüger berichtet als Korrespondent aus dem ZDF-Studio Brüssel über die EU, die NATO und die Benelux-Staaten.

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