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Fünfte Stellungnahme : Corona-Expertenrat fordert bessere Aufklärung

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Verständlich aufklären statt werben und überreden: Der Expertenrat der Bundesregierung fordert in seiner neuesten Stellungnahme Änderungen bei der Kommunikation mit den Bürgern.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, obere Reihe 2.v.r) zu Beginn der virtuellen Sitzung des Corona-Expertenrats im Kanzleramt.
Der Corona-Expertenrat berät die Bundesregierung in Pandemie-Fragen.
Quelle: dpa

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung fordert Verbesserungen in der Risiko- und Gesundheitskommunikation in Deutschland. "Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstützen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar", teilte das Gremium am Sonntagabend in seiner fünften Stellungnahme mit.

Diese müsse wissenschaftliche Evidenz einfach erklären, in Handlungsempfehlungen übersetzen sowie zur ersten Wahl für hilfreiche und verlässliche Informationen werden. "Auch wenn aktuell Behörden und Ministerien Teile davon realisieren, gibt es in Deutschland keine Institution, die eine nach den unten aufgeführten Prinzipien koordinierte Risiko- und Gesundheitskommunikation umsetzt."

Christian Drosten (l) und Lothar Wieler

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Welche Maßnahmen der Expertenrat vorschlägt

Aus Sicht des Rates sind für eine "fachlich fundierte und evidenzbasierte Gesundheitskommunikation" vier eng ineinander greifende Bausteine notwendig:

  1. die Zusammenführung und Erzeugung des besten verfügbaren Wissens: Dadurch sollen Strukturen geschaffen werden, die etwa die Auswertung und Interpretation der relevanten Studien oder die Beobachtung von Medien zur Identifikation von Falschmeldungen ermöglichen. In dem Papier heißt es außerdem: "Insgesamt ist die mangelhafte Digitalisierung im Gesundheitssystem in Deutschland (...) ein großes Hindernis - nicht zuletzt auch für erfolgreiche Kommunikation."
  2. die Übersetzung relevanter Daten in zielgruppenspezifische und verständliche Informationsformate: Dazu heißt es in der Stellungnahme unter anderem: "Ziele sollen Aufklärung und nicht Werbung oder Persuasion ("Überreden") sein."
  3. Kommunikation über die verschiedenen Kanäle einer modernen Informationsgesellschaft: Vorbild sollen dabei "moderne Kampagnen mit großer Reichweite und Vielfalt sein". Dabei sei es "von zentraler Bedeutung, die Verbreitungskanäle zielgruppenspezifisch zu wählen". Es müsse berücksichtigt werden, dass bestimmte Zielgruppen über die klassischen Medien unterschiedlich gut erreichbar seien.
  4. Überprüfung der erzielten Effekte und falls notwendig die Anpassung der Strategie: Für die Evaluation werden zum Beispiel Studien mit Bürgern vorgeschlagen.

Der Expertenrat der Regierung warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Durch die steigenden Coronazahlen können die Krankenhäuser bald am Limit sein.

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Keine Gegenstimmen bei der fünften Stellungnahme

Der Stellungnahme zufolge empfiehlt der Expertenrat daher "die Verbesserung der aktuellen Kommunikation und Informationsangebote nach den oben beschriebenen Prinzipien". Er schlägt zudem vor, die Infrastruktur für Risiko- und Gesundheitskommunikation schnell auszubauen. "Dafür sollten die bestehenden Kompetenzen gebündelt und fehlende ergänzt werden. Diese multidisziplinär ausgerichtete Infrastruktur sollte fachlich unabhängig sein."

Dem Corona-Expertenrat zur Beratung der Bundesregierung gehören etwa der Virologe Christian Drosten, die Virologin Melanie Brinkmann und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, an. Alle 18 Mitglieder des Rates stimmten der fünften Stellungnahme zu.

Eine Frau trägt eine FFP2-Maske. Symbolbild.
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