Sie sind hier:

Corona-Maßnahmen : Expertenrat: Lockern ja - aber nicht zu früh

Datum:

Der Corona-Expertenrat spricht sich erstmals für Lockerungen aus - unter bestimmten Bedingungen. Vor der Bund-Länder-Runde werden die Rufe nach Öffnungen lauter.

Münchner sitzen bei strahlendem Sonnenschein in einem Straßencafé in der Innenstadt
Werden die Corona-Maßnahmen bald gelockert? Der Expertenrat hält Öffnungen für möglich - aber vorsichtig.
Quelle: imago/Wolfgang Maria Webe

Der Expertenrat der Bundesregierung hält unter bestimmten Bedingungen Lockerungen von Corona-Maßnahmen in den kommenden Wochen für möglich.

"Die Zahl der Sars-CoV-2 Infektionen ist bisher kontinuierlich angestiegen, eine Plateaubildung und ein nachfolgender Abfall für die Omikron (BA.1) Welle ist aber in den kommenden Wochen zu erwarten", hieß es am Sonntagabend in der sechsten Stellungnahme des Rates. "Für diesen Zeitpunkt ist es wichtig, vorausschauend Öffnungsstrategien zu planen und diese Schritte verständlich zu kommunizieren."

Rat warnt vor vorzeitigen Lockerungen

Der Rat betonte, ein zu frühes Öffnen berge die Gefahr eines erneuten Anstiegs der Krankheitslast.

Ein Zurückfahren staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen erscheint sinnvoll, sobald ein stabiler Abfall der Hospitalisierung und Intensivneuaufnahmen und -belegung zu verzeichnen ist.
Expertenrat, 6. Stellungnahme

Aus Sicht des Rates sollte die Bevölkerung unter anderem weiter zu umsichtigem und eigenverantwortlichem Handeln aufgefordert werden. Weiter forderte das Gremium:

Die Möglichkeit zur Anwendung der Maskenpflicht, insbesondere in öffentlichen Räumen, sollte grundsätzlich beibehalten werden; bei hinreichend niedrigen Infektionszahlen kann sie temporär aufgehoben werden, allerdings begleitet von einer klaren Kommunikation zur zeitlichen Befristung.

Vor dem Bund-Länder-Gipfel macht ein Drei-Stufen-Plan für Lockerungen der Corona-Maßnahmen die Runde. Bis Mitte März könnten alle tiefgreifenden Maßnahmen aufgehoben werden.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Rat sieht Deutschland in "neuer Phase der Pandemie"

Zu bedenken bleibe zudem, "dass im Rahmen etwaiger Öffnungsschritte ungeimpfte und ältere Menschen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verstärkt in das Infektionsgeschehen einbezogen werden. Weiterhin tragen diese Gruppen das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und müssen geschützt werden."

Der Rat warnte ferner vor zahlreichen "Unsicherheiten aufgrund einer nach wie vor weitaus zu großen Immunitätslücke in der Bevölkerung". Er sieht Deutschland in einer "neuen Phase der Pandemie", die weiterhin "ein hohes Maß an Aufmerksamkeit" erfordere.

Die Dauer dieser neuen Phase der Pandemie ist von zahlreichen Faktoren abhängig, wie der Impfquote und der Verbreitung neuer Virusvarianten, und kann daher nicht präzise vorhergesagt werden.

Neue Welle im Herbst?

Spätestens im Herbst bestehe das Risiko erneuter Infektionswellen. Dem Rat zufolge ist die dauerhafte Rücknahme aller staatlich verordneten Infektionsschutzmaßnahmen und das Erreichen eines postpandemischen Zustands eng mit dem Erreichen einer hohen Impfquote sowie dem eigenverantwortlichen Handeln der Bürgerinnen und Bürger verbunden.

"Trotz einiger Unsicherheiten kann nach Ansicht des ExpertInnenrats unter den oben genannten Rahmenbedingungen eine besonnene Rücknahme einzelner Infektionsschutzmaßnahmen in den kommenden Wochen möglich sein."

Achterbahn im Freizeitpark Rust

Modellierer zu Corona-Pandemie - Sind wir schon am Scheitelpunkt? 

Die Corona-Zahlen scheinen sich einem Umkehrpunkt zu nähern. Ist das die Trendwende? Die Daten sind zu unsicher, warnen Experten - und raten von voreiligen Öffnungsschritten ab.

von Oliver Klein

Rufe nach Lockerungen

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch wird parteiübergreifend ein Zurückfahren der Corona-Maßnahmen gefordert. Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner sagte dem Handelsblatt, das Gesundheitswesen bewältige derzeit die Omikron-Welle, eine "strukturelle Überlastung" drohe nicht. Deshalb seien viele Einschränkungen "nicht mehr verhältnismäßig". Die 2G-Regeln sollten "sofort aufgehoben" und durch das Tragen von FFP2-Masken ersetzt werden, forderte Lindner. Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene sollten entfallen.

FDP-Vorsitzender Christian Lindner ruft Bund und Länder dazu auf, umfassende Corona-Lockerungen zu beschließen. Es müsse einen "Unterschied in unserem Alltag" geben, so Lindner.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Auch Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) sprach sich für Lockerungen aus. So sollte die 2G-Pflicht im Einzelhandel seiner Meinung nach durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzt werden. "Das kann auf Dauer auch das Konzept für andere Situationen sein", sagte der MPK-Vorsitzende der "Welt".

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte in der "Welt": "Wir müssen uns jetzt wieder mehr auf die Basisschutzmaßnahmen konzentrieren und auf die Eigenverantwortung der Menschen verlassen." Auch Bundeskanzler Olaf Scholz peilt Öffnungsschritte im Frühjahr an.

Covid-Patienten liegen im Krankenhaus, auf der Intensivstation oder sind verstorben

Nachrichten | Panorama - Wie schlimm ist die Omikron-Welle? 

In ganz Deutschland gehen die Inzidenzen durch die Decke. Aber wie schlimm ist die Situation in den Krankenhäusern? Was erste Daten aus den Bundesländern verraten.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Ein Klassenzimmer voller Schülern mit Maske

Nachrichten | heute - Schule im Corona-Herbst 

In Nordrhein-Westfalen hat heute die Schule wieder begonnen. Welche Corona-Maßnahmen müssen Lehrer und Schüler hier einhalten?

10.08.2022
von P. Böhmer / D. Ferber
Videolänge
Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.