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Vorwürfe gegen Minister Spahn - Maskenstreit: FDP fordert Sonderermittler

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Waren Corona-Schutzmasken, die an soziale Einrichtungen gehen sollten, unsicher? Die FDP sieht eine lange Fehlerkette von Minister Spahn und will eine Untersuchung.

Gesundheitsminister Jens Spahn wird in Südafrika erwartet.
Gesundheitsminister Jens Spahn steht heftig in der Kritik.
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

In der Debatte um die Verteilung von angeblich weniger geprüften Corona-Schutzmasken fordert die FDP den Einsatz eines Sonderermittlers. FDP-Bundestagsfraktionsvize Michael Theurer sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: 

Die Faktenlage deutet auf eine lange Fehlerkette von Minister Spahn hin.
Michael Theurer, Fraktionsvize der FDP

Theurer weiter: "Wir haben den Eindruck, bei den jetzt bekanntgewordenen Vorgängen um die Bestellung der Masken handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs."

Liberale fordern schnelle und lückenlose Aufklärung

Die Vorgänge müssten schnell und lückenlos aufgeklärt werden. Für einen Untersuchungsausschuss im Bundestag sei es nun leider zu spät, sagte Theurer mit Blick auf die im September anstehende Bundestagswahl. Er forderte: "Die Bundesregierung oder der Bundestag müssen deshalb umgehend einen Sonderermittler einsetzen, der am besten vom Bundesrechnungshof kommen sollte.""

Hintergrund der Debatte, die vor allem auch zwischen Union und SPD ausgetragen wird und deshalb die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des von Minister Jens Spahn (CDU) geführten Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen.

Spahn: Ohne EU-Zertifizierung, aber sicher

Nach einer Intervention des Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Spahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Masken aus China seien nachweislich geprüft worden. Sie hätten zwar keine EU-Zertifizierung, seien aber beim Infektionsschutz sicher.

Die SPD-Spitze hatte am Montag Rücktrittsforderungen gegen Spahn aufrechtgehalten. Die Grünen-Fraktion im Bundestag wirft dem Gesundheitsministerium vor, bereits im Sommer minderwertige Masken verteilt zu haben. "Die zum Teil minderwertigen Masken sind im vergangenen Sommer an die Länder, an Kassenärztliche Vereinigungen, an Pflegeheime sowie an Einrichtungen der Wohnungslosen- und der Eingliederungshilfe gegangen", sagte die Gesundheitsexpertin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Linke beantragt Aktuelle Stunde

Die Linke beantragte bereitsb am Montag eine Aktuelle Stunde im Bundestag, die wohl an diesem Mittwoch stattfinden könnte. "Statt in der Krise Sicherheit zu geben, veranstaltet die Koalition ein unwürdiges Theater und schiebt die Verantwortung hin und her", sagte Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte am Montag der dpa. "Es stehen mehrere Vorwürfe im Raum, von der Abwertung benachteiligter Bevölkerungsgruppen bis hin zur Verbrennung von Milliarden Euro Steuergeldern."

Kritik: Minderwertig, riechen komisch, Halterungen reißen

Bereits im August seien die Masken aus Pflegeheimen zurückgekommen mit dem Hinweis, dass das Material "minderwertig" sei, die Masken "komisch riechen"oder "die Halterungen leicht reißen". Der Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": 

"Zu den Importmasken liegt uns eine Fülle von Hinweisen auf Fake Ware vor, die die Qualitätsanforderungen im medizinischen Bereich nicht ansatzweise erfüllt, aber trotzdem zum Einsatz kommt.
Peter Walger, Sprecher DGKH

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