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Diskussion über Freiheitsrechte - Geimpft, getestet, genesen: Und jetzt?

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Die Corona-Beschränkungen lasten schwer auf jedem einzelnen und auf der Gesellschaft. Die Debatte über neue Normalität für Geimpfte, Getestete und Genesene ist voll entbrannt.

Menschen am Saarufer rund um das Saarländische Staatstheater in Saarbrücken
Freunde treffen, Ferien planen, Restaurant besuchen - wer darf wann was wieder tun?
Quelle: imago/BeckerBredel

Die beiden CDU-Politiker Carsten Linnemann und Tilman Kuban haben mehr Rechte nicht nur für Geimpfte und Genesene, sondern auch für negativ Getestete gefordert. "Wer einen aktuellen Testnachweis vorlegen kann, der von geschultem Personal durchgeführt wurde, muss wieder im Restaurant sitzen und Hotelzimmer oder Ferienwohnungen buchen können", sagte Linnemann der "Welt am Sonntag".

JU-Chef: Junge Menschen solidarisch

Die geplante Bundesverordnung zu Ausnahmeregeln für Geimpfte und Genesene müsse entsprechend ergänzt werden. Linnemann ist Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion von CDU und CSU. Kuban, Vorsitzender der Jungen Union, warnte vor Ungleichbehandlungen, sollten nur Geimpfte und Genesene von Corona-Beschränkungen ausgenommen werden.

Immer mehr Menschen sind gegen Covid-19 geimpft. Dadurch mehren sich auch die Forderungen, für sie die Beschränkungen der Freiheitsrechte aufzuheben. Doch was sagen die Bürgerinnen und Bürger? Wir haben uns in Berlin umgehört.

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"Die allermeisten jungen Menschen verhalten sich seit über einem Jahr sehr solidarisch, gehen für Ältere einkaufen, helfen in den Impf- und Testzentren und stellen sich richtigerweise hinten an bei der Impfreihenfolge", sagte er der Zeitung.

Es darf nicht das Signal geben, dass bereits ein Teil der Gesellschaft wieder reisen und normal leben darf, während andere noch Monate ausharren.
JU-Vorsitzender Tilman Kuban

Private Treffen im Blick

Schon heute klappten Friseurbesuche mit Tests sehr gut, dies müsse demnächst auch in Restaurants, beim Kurzurlaub oder beim Shoppen möglich sein. "Hier braucht es dringend eine Nachbesserung der Verordnung gerade mit Blick auf die privaten Treffen."

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Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther warnte davor, noch nicht geimpfte Bürger zu stark zu benachteiligen. "Erste Rechte oder zumindest Erleichterungen setzen wir ja schon um", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Wir haben aber bei den Erstimpfungen ungefähr eine Quote von 25 Prozent, bei den Zweitimpfungen noch deutlich weniger." 90 Prozent der Deutschen seien noch nicht komplett durchgeimpft. "Von daher führen zurückgegebene Rechte dann wieder zu neuen Ungerechtigkeiten."

Wir haben alle die Priorisierung für Ältere und Risikopatienten akzeptiert. Wir sollten jetzt nicht die Jüngeren wieder zurückstehen lassen. Das wäre auch ungerecht.
Daniel Günther. Ministerpräsident Schleswig-Holstein

Spahn: Als Gesellschaft aushalten

Gesundheitsminister Spahn sieht die unterschiedliche Behandlung von Geimpften und nicht Geimpften dagegen als "verfassungsrechtlich geboten" an. "Das müssen wir als Gesellschaft nun einige Wochen ertragen und miteinander aushalten", sagte er der "Bild am Sonntag".

Vollständig Geimpfte und Genesene sollen von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen befreit werden – das sieht zumindest ein Entwurf von Justizministerin Christine Lambrecht vor.

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CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte der Zeitung: "Impfen und Testen ist der Weg zurück in die Normalität, und dabei kann Normalität aber nicht nur heißen, dass Friseurbesuche ohne Test möglich sind und die Ausgangsbeschränkung nicht gilt, sondern Normalität heißt auch Zugang zu Kultur, Gaststätten und Hotels." Wer kein Infektionsrisiko für sich und andere mehr darstelle, müsse seine Normalität möglichst bald zurück bekommen.

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