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Corona-Pandemie - Alarmstufe Rot bei vielen Gesundheitsämtern

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Die anhaltend hohe Zahl von Covid-19-Neuinfektionen überlastet viele Gesundheitsämter massiv. Drei Viertel von ihnen haben inzwischen die Bundeswehr um Hilfe gerufen.

In Sachsen steigen die Infektionszahlen zum Teil auf Spitzenwerte und die Gesundheitsämter kommen ohne die Unterstützung der Bundeswehr nicht mehr hinterher.

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Zahlreiche rote Kreise auf der Deutschlandkarte markieren die "Corona-Hotspots" der Bundesrepublik und schon der erste Blick lässt erahnen, dass vielerorts "Alarmstufe Rot" in den Gesundheitsämtern herrscht.

Massive Amtshilfe, um Kollaps zu vermeiden

ZDFheute hat in 25 der aktuell am stärksten von der Pandemie betroffenen Städte und Landkreise nachgefragt, wie die örtlichen Gesundheitsämter das Arbeitspensum bewältigen.

Ergebnis: In vielen Gesundheitsämtern gelingt es nur durch die massive Amtshilfe der Bundeswehr und anderer Stellen, das System nicht zusammenbrechen zu lassen. Beispiel Offenbach am Main: Dort ist das Gesundheitsamt inzwischen "drei Mal so groß wie vor Corona", wie ein Sprecher mitteilt. [Lesen Sie hier, wo die Bundeswehr gegen Corona kämpft.]

Der Grund: Die tägliche Zahl der Covid-19-Neuinfektionen bleibt bislang ungebrochen hoch - zeitnahes Nachverfolgen und Informieren von Kontaktpersonen der Infizierten ist derzeit häufig nicht möglich.

Bundeswehr: noch stärkerer Einsatz im "Kampf gegen Corona"

Inzwischen sind nach dem Hilferuf und Antrag örtlicher Behörden etwa 4.500 Bundeswehrsoldaten in circa 300 von 400 deutschen Gesundheitsämtern im Einsatz.

Zum Vergleich: Anfang November leisteten 3.200 Soldatinnen und Soldaten in jedem zweiten Gesundheitsamt Amtshilfe. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte ZDFheute auf Anfrage, dass sich die Bundeswehr auf ein weiteres Ausweiten der Einsätze in zivilen Behörden "im Kampf gegen Corona" vorbereite.

Bautzen: Soldaten der Bundeswehr helfen in einer Auflenstelle des Gesundheitsamtes bei der Kontaktnachverfolgung.
Soldaten der Bundeswehr helfen dem Gesundheitsamt in Bautzen.
Quelle: dpa

Dank massiver Hilfe wieder in "stabilem Zustand"

Neben Soldaten leisten auch Polizei, freigestellte Mitarbeiter von Landesbehörden und Kreisverwaltungen sowie Medizinstudenten Hilfe in den Gesundheitsämtern.

Dank der "massiven Unterstützung" sei man wieder in einem "stabilen Zustand", heißt es etwa aus der Kreisverwaltung Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Aus dem rheinland-pfälzischen Kusel berichtet ein Sprecher, dass man dank der Hilfe von außen die "Zeitverzögerungen in der Kontaktpersonennachverfolgung" wieder aufgeholt habe.

Frankfurter Gesundheitsamt sechs Tage in Rückstand

In vielen anderen Städten und Kreisen sind sie davon allerdings noch weit entfernt: In Frankfurt am Main etwa dauert es derzeit etwa sechs Tage nach der Bestätigung eines Covid-19-Falles, bis das Gesundheitsamt die Kontakte der betreffenden Person nachverfolgen kann.

Wie andernorts auch, ist das Personal inzwischen stark verstärkt worden, um den Rückstand abzubauen: von ursprünglich 170 auf derzeit circa 270 Mitarbeiter. Weitere 20 sollen in der kommenden Woche geschult werden.

Covid-19-Infizierte sollen Kontaktpersonen selbst informieren

Auch aus dem Kreis Mainz-Bingen heißt es, dass die Lage bei der Kontaktnachverfolgung "nach wie vor schwierig sei". Deshalb bitten nach Informationen von ZDFheute Mitarbeiter des zuständigen Gesundheitsamtes Covid-19-Infizierte, Kontaktpersonen zunächst selbst zu informieren.

Auch in anderen überlasteten Gesundheitsämtern ist dies inzwischen gängige Praxis. Eine Sprecherin formuliert ihre Annahme oder Hoffnung, "dass nach einem dreiviertel Jahr Pandemie ein gewisses Grundwissen zum Verhalten im Krankheitsverdacht oder bei Infektion vorhanden ist" und die meisten Infizierten wissen, wie sie sich verhalten sollten, um sich und andere Menschen nicht zu gefährden.

Eine Karte zeigt, in welchen Regionen die meisten Soldaten im Einsatz sind.

Interaktive Karte -
Wo die Bundeswehr gegen Corona kämpft
 

3.800 Soldaten unterstützen Behörden bei der Kontaktverfolgung - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Längst nicht alle Regionen nehmen Hilfe in Anspruch. Ein Überblick.

von Simon Haas
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