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Überlastete Labore - Testpflicht für Reiserückkehrer könnte fallen

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In Deutschland werden die Corona-Tests knapp. Ein Grund: Reiserückkehrer aus Risikogebieten müssen sich testen lassen. Diese Regel will Gesundheitsminister Spahn jetzt überprüfen.

Abnahme eines Abstrichs in einer Hausarztpraxis.
Abnahme eines Abstrichs in einer Hausarztpraxis.
Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Berlin ist am Anschlag. Die Kapazitäten für Corona-Tests stoßen an Grenzen. "Wir sind jetzt bei 93 Prozent", sagt Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Allein in der Haupstadt werden derzeit etwa 10.000 Tests pro Tag durchgeführt. Unter anderem an den beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld sowie am zentralen Busbahnhof. Etwa jeder hundertste Test ist positiv.

Das Problem: Den Laboren gehen die Reagenzien aus, die für einen Corona-Test benötigt werden. Und es bilden sich Rückstaus. Bereits am Freitag hatte die Berliner Charité vor einer Überlastung der Labore gewarnt. Deutschlandweit war von rund 17.000 Tests die Rede, die sich aufgrund der Testpflicht für Reiserückkehrer in einer Warteschlange befanden.

Angesichts steigender Infektionszahlen fordern immer mehr Bundesländer ein einheitliches Vorgehen bei der Corona-Bekämpfung. Weniger betroffene Bundesländer halten das nicht für sinnvoll.

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Spahn stellt Testpflicht auf den Prüfstand

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt die Testpflicht für Reiserückkehrer jetzt zur Disposition. Den Gesundheitsministern der Länder, die sich heute per Videokonferenz beraten, schlägt Spahn vor, die Regeln für Risikorückkehrer zu überarbeiten.

Derzeit beträgt die Testkapazität in Deutschland 1,2 Millionen Tests pro Woche, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Aktuell sei man bei 875.000 tatsächlichen Tests pro Woche, so ein Sprecher. Wenn man dieses Niveau aufrechterhalte, seien personelle und materielle Engpässe zu befürchten. Es wäre dann absehbar, dass das System an seine Grenzen stößt, heißt es.

Lauterbach gegen generelle Test-Abschaffung

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht eine generelle Abschaffung der Testpflicht für "Risiko-Urlauber" kritisch. ZDFheute sagt er:

Hochrisiko-Rückkehrer müssen weiter getestet werden.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Eine Testpflicht könne nur für einzelne Länder oder Regionen fallen - wenn sich also zum Beispiel zeige, dass sich Rückkehrer aus einem bestimmten Land kaum infizierten.

Lauterbach hält es auch für denkbar, Reiserückkehrer in eine Kurz-Quarantäne von einer Woche zu schicken. "Nach einer Woche sind die allermeisten nicht mehr infektiös", sagt er. Außerdem müsse es ein Poolverfahren für Routinetests geben. Zehn Tests könnten zusammen ausgewertet werden. Seien alle zehn Tests negativ, wären keine weiteren Auswertungen mehr nötig.

Immer mehr Bundesländer fordern eine gemeinsame Linie bei der Corona-Bekämpfung. Allerdings unterscheiden sich die Infektionszahlen in den verschiedenen Ländern teilweise stark.

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Tschentscher will erst nach fünf Tagen testen

Die Gesundheitsminister der Länder diskutieren auch, ob der Zeitpunkt der Tests im Moment richtig gewählt ist. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher fordert, die bisherige Teststrategie etwa bei der Einreise an Flughäfen zu überdenken. Schließlich sind Infektionen auch noch in den letzten Tagen des Urlaubs oder sogar auf der Rückreise im Flieger denkbar.

"Deswegen sage ich, man muss ein paar Tage Quarantäne nach einer solchen Reise einhalten und dann nach ungefähr fünf Tagen einen Test machen", so Tschentscher im ZDF-Morgenmagazin. Damit könne dann ausgeschlossen werden, dass jemand das Virus zurück nach Deutschland gebracht habe.

Im ZDF-Morgenmagazin hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher bundesweit einheitliche Corona-Maßnahmen gefordert. Er plädiert für eine Begrenzung von privaten Feiern.

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