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Reaktionen auf Corona-Gipfel : Skeptische Kliniken, enttäuschter Mittelstand

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Kliniken sind spektisch, ob die Kontaktbeschränkungen von Bund und Ländern ausreichen. Der Mittelstand vermisst Antworten, der DGB-Chef will die Impfpflicht-Debatte anschieben.

Hendrik Wüst, Olaf Scholz und Franziska Giffey (von links) erklären die neuen Corona-Maßnahmen während einer Pressekonferenz.
Hendrik Wüst, Olaf Scholz und Franziska Giffey (von links) erklären die neuen Corona-Maßnahmen.
Quelle: Jutrczenka/Reuters

Bund und Länder haben sich bei ihrem Gipfeltreffen auf Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene spätestens nach Weihnachten geeinigt. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, bezweifelt, ob die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz für die Bekämpfung der fünften Corona-Welle ausreichend sind.

Es sei "fraglich, ob die Beschränkungen ausreichen, um die Welle flach zu halten und eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden", sagte Gaß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

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Bislang größte Herausforderung für Kliniken

Mit der wesentlich ansteckenderen Omikron-Variante des Coronavirus stünden die Krankenhäuser "vor der bisher größten Herausforderung in dieser Pandemie".

Gaß forderte, dass sichergestellt werden müsse, dass "falls erforderlich sehr kurzfristig, ohne lange Verhandlungsrunden, nachjustiert und weitere Kontaktbeschränkungen beschlossen werden können."

Gaß: Debatte um Impfpflicht vorantreiben

Zentral für die kommenden Wochen sei, dass sich alle an die Regeln hielten, denn der Staat könne gerade die Regeln für private Zusammenkünfte nicht lückenlos kontrollieren. Gaß forderte zudem:

Auch über die Feiertage müssen wir das Impftempo hochhalten.
Gerald Gaß, Krankenhausgesellschaft

Gaß fordert die Politik parteiübergreifend auf, "die Debatte um die allgemeine Impfpflicht nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern kurzfristig hier eine Entscheidung zu treffen."

Mittelstand: "Unhaltbarer Zustand"

Der deutsche Mittelstand vermisst nach dem jüngsten Corona-Gipfel entscheidende Antworten, wie die Unternehmen die wirtschaftlichen Auswirkungen unbeschadet bewältigen können. Hans-Jürgen Völz, Chefvolkswirt des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe:

Ganze Branchen werden im Grunde genommen allein gelassen.
Hans-Jürgen Völz, BVMW

"Wieder werden entscheidende Fragen für Wirtschaft und Gesellschaft nicht schlüssig beantwortet," so Völz. Es bleibe der Eindruck eines Planungs- und Kommunikationschaos'. Dies sei nach immerhin zwei Jahren Corona-Pandemie ein "unhaltbarer Zustand".

DGB-Chef: Impfskeptiker ernst nehmen

DGB-Chef Reiner Hoffmann dringt vor der Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht auf eine breitere öffentliche Debatte. Der Düsseldorfer "Rheinischen Post" sagte er hinsichtlich einer angedachten Impfpflicht: Eine breite öffentliche Debatte solle Akzeptanz auch bei denen herstellen, die noch skeptisch sind.

Hoffmann erklärte, man müsse die Bedenken der Impfskeptiker ernst nehmen, aber am Ende auch konsequent sagen:

Jetzt sind wir nach 24 Monaten Pandemie in einer Situation, in der wir die Impfpflicht als Ultima Ratio brauchen.
Reiner Hoffmann, DGB-Chef

Bartsch: Vertrauen in Corona-Politik zerstört

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sieht das Vertrauen der Bevölkerung in die deutsche Corona-Politik durch die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vom Dienstag massiv beschädigt.

Es sei irritierend, dass die Corona-Maßnahmen erst ab dem 28. Dezember und nicht schon vor Weihnachten verschärft werden, sagte Bartsch den Zeitungen Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Pilsinger: Brauchen einen Lockdown

Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger kritisierte die jüngsten Beschlüsse als unzureichend und forderte in der "Augsburger Allgemeinen":

Wir bräuchten jetzt einen scharfen Lockdown vom 27. Dezember bis zum Neujahrstag.
Stephan Pilsinger, CSU
Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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