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Zum nächsten Impfrekord - Warum Großbritannien an Astrazeneca festhält

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Während nach Deutschland auch Italien und Frankreich das Verimpfen des Astrazeneca-Impfstoffes inzwischen aussetzen, spritzen die Briten munter weiter. Woran liegt das?

Menschen warten vor einem Impfzentrum in London.
Menschen warten vor einem Impfzentrum in London.
Quelle: Yui Mok/PA Wire/dpa/Archiv

Europa drückt auf die Bremse beim Verimpfen des Astrazeneca-Impfstoffes, die Briten machen ungerührt weiter. Wer hinter dieser Entscheidung Nationalstolz vermutet, liegt falsch. Sicher, das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers wurde in Labors der berühmten Universitätsstadt Oxford entwickelt. Da mag das Vertrauen in das Produkt grundsätzlich vielleicht ein wenig höher sein als auf dem Kontinent.

Vor allem aber stützen sich die Gesundheitsbehörden auf die nackten Zahlen: Elf Millionen Dosen Astrazeneca sind im Vereinigten Königreich bereits verimpft worden und es gibt bisher keinerlei Anzeichen für ein erhöhtes Auftreten von Thrombosefällen.

Großbritannien sieht sich trotz der aufkeimenden Kritik am Impfstoff von Astrazeneca weiterhin auf Erfolgskurs. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann berichtet aus London.

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Arzneimittelbehörde: Impfstopp nicht angebracht

Die für Arzneimittel zuständige Aufsichtsbehörde MHRA lässt keinerlei Zweifel aufkommen, dass sie einen Impfstopp zum jetzigen Zeitpunkt nicht für angeraten hält. "Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Menge verabreichter Dosen deuten die vorliegenden Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist“, so Dr. Phil Bryan von der MRHA.

Weitere Experten springen der Behörde zur Seite. Professor Stephen Evans von der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin: "Das Problem mit spontanen Berichte von Nebenwirkungen auf ein Impfmittel ist die enorme Schwierigkeit zwischen Kausalität und Zufall zu differenzieren."

Nach neuen Thrombose-Fällen - Darum hat Deutschland Astrazeneca ausgesetzt 

Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca vorübergehend aus, weil einzelne Geimpfte gesundheitliche Probleme bekamen. Ob ein Zusammenhang besteht, ist nach wie vor fraglich.

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von Oliver Klein und Jan Schneider

24,5 Millionen Menschen haben erste Impfdosis

Zudem empfehlen ja auch neutrale, nicht-britischen Institutionen wie die Weltgesundheitsbehörde WHO und die Europäische Arzneimittelagentur EMA bisher nicht, die Verimpfung von Astrazeneca auszusetzten.

Deshalb wird auf der Insel weiter geimpft. Fleißig weiter bis zur nächsten Rekordmarke. Inzwischen sind es hier rund 24,5 Millionen Menschen, die ihre erste Dosis erhalten bekommen haben. Immer mehr mittlerweile mit Astrazeneca.

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