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Experten fürchten Überlastung - Britisches Gesundheitssystem vor dem Kollaps?

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Trotz Lockdowns verzeichnet Großbritannien immer neue Corona-Rekorde. Experten warnen: Die Krankenhäuser werden bald an ihre Grenzen kommen.

Krankentransporte bringen Covid-Patienten ins Krankenhaus
Die Zahl Corona-Patienten im Krankenhaus ist in der ersten Januarwoche in London um knapp ein Drittel gestiegen.
Quelle: Reuters

Nach der Ausrufung des Katastrophenfalls in London wegen der hohen Auslastung der Krankenhäuser rechnen Experten in Großbritannien mit einer weiteren Verschärfung der Corona-Situation.

Der medizinische Chefberater der Regierung Chris Whitty, warnte am Sonntag in einem Gastbeitrag für die "Times on Sunday" vor einem Kollaps des Gesundheitssystems - was schon in wenigen Wochen der Fall sein könne:

Wenn das Virus so weitermacht, werden Krankenhäuser in echten Schwierigkeiten sein, und zwar bald.
Chris Whitty, medizinischer Chefberater der Regierung

Vor den Notaufnahmen stauen sich die Rettungswagen

Die Wartezeit für eine Behandlung der Patienten werde sich auf ein potenziell gefährliches Niveau erhöhen, so Whitty weiter. Das Verhältnis von Krankenhauspersonal zu Patienten werde inakzeptabel werden.

Der Gesundheitsdienst sei in manchen Teilen des Landes derzeit der gefährlichsten Lage seit Menschengedenken ausgesetzt.

Es wird Todesfälle geben, die vermeidbar gewesen wären.
Chris Whitty, medizinischer Chefberater der Regierung

Vor den Notaufnahmen stauen sich schon jetzt die Rettungswagen. Patienten müssten teilweise bis zu neun Stunden auf ein Krankenhausbett warten, sagte die Geschäftsführerin des britischen Verbands der Rettungssanitäter, Tracy Nicholls, dem Nachrichtensender Sky News.

Coronavirus-Mutante sorgt für hohe Fallzahlen

Allein am Samstag waren in Großbritannien knapp 60.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Verantwortlich dafür machen die Regierung und Mediziner unter anderem die neue, wohl noch ansteckendere Virus-Variante, die in Teilen des Landes grassiert.

Zudem werden die Regeln zur Eindämmung des Virus nicht mehr so konsequent eingehalten. Whitty rief die Menschen daher dringend auf, zuhause zu bleiben. "Jede unnötige Interaktion, die sie haben, könnte das Glied in einer Kette von Übertragungen sein, an deren Ende eine gefährdete Person steht", erklärte der Mediziner.

Wie stark trägt die in Südengland entdeckte Virus-Variante zum Infektionsgeschehen bei?

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London hat den Katastrophenfall ausgerufen

Besonders schlimm ist die Lage in London. Dort hatte Bürgermeister Sadiq Khan am Freitag den Katastrophenfall ausgelöst. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt dort inzwischen bei mehr als 1.000.

Die Bedrohung, die das Coronavirus für die Stadt darstelle, sei an einem kritischen Punkt, sagte Khan einer Mitteilung zufolge.

Wenn wir nicht unverzüglich handeln, könnte unser [Gesundheitsdienst] NHS überwältigt werden und mehr Menschen werden sterben.
Londons Bürgermeister Sadiq Khan

Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten sei allein in der ersten Januarwoche in London um knapp ein Drittel, die Zahl der künstlich beatmeten Patienten um mehr als 40 Prozent gestiegen, hieß es in der Mitteilung des Bürgermeisters.

Zur Hilfe kamen dem Gesundheitsdienst unter anderem Feuerwehrleute und Polizisten, die als Fahrer von Krankenwagen eingesetzt wurden.

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Hoffen auf schnelles Impfen gegen Corona

Die Regierung hatte in der vergangenen Woche den inzwischen dritten landesweiten Lockdown ausgerufen. Doch nach Ansicht einiger Experten wird das nicht ausreichen, um die Zahl der Infektionen zu senken.

Die Hoffnung ruht nun darauf, dass so schnell wie möglich breite Bevölkerungsschichten geimpft werden können. Am Freitag ließ die Regierung in London mit dem Impfstoff des US-Herstellers Moderna bereits das dritte Präparat zu. Bereits im Einsatz sind das Mittel von Biontech/Pfizer und der Impfstoff der Universität Oxford und des Konzerns Astrazeneca.

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