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Großbritannien-Reisende müssen in Quarantäne

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Kritik an neuer Regel aus London - Großbritannien-Reisende müssen in Quarantäne

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Während viele Länder die Corona-Regeln wieder lockern, verschärft Großbritannien sie. Bei der Einreise gilt jetzt eine zweiwöchige Quarantänepflicht.

Einreisende nach Großbritannien müssen sich von dieser Woche an zwei Wochen in Selbstisolation begeben. Die Luftfahrtbranche kritisiert diese Quarantänepflicht jedoch massiv.

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Wer jetzt nach Großbritannien reist, muss sich nach der Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Damit soll eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen verhindert werden. Die Maßnahme gilt für Reisende, die Flugzeug, Bahn oder Fähre nutzen.

Unmut über Quarantänepflicht

Die neuen Vorschriften treffen bei Unternehmen aus der Reisebranche auf heftige Kritik. Vor allem Fluggesellschaften gehen auf die Barrikaden. Selbst in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson gibt es erheblichen Unmut über die Regelung. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass es Überlegungen gibt, die Quarantänepflicht für einzelne Reiseziele aufzuheben.

Einreisende müssen nun an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation hält, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. Die Quarantänepflicht gilt für alle Einreisenden, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft.

Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie

  • Lkw-Fahrer, medizinisches Personal und Erntehelfer sowie
  • Reisende aus Irland, von der Isle of Man und den Kanalinseln.

Die 14-tägige Selbstisolation sei "übereilt und nicht durchführbar", kritisierte die Kampagne Quash Quarantine. Ihr gehören nach eigenen Angaben 500 Reiseunternehmen an.

Ryanair: "Irrational und ineffektiv"

Ryanair-Air-Chef Michael O'Leary kritisierte die neue Regelung scharf. In einem BBC-Interview nannte er sie "irrational und ineffektiv". Er warnte vor einem "unermesslichen Schaden" für die Luftfahrtbranche und die britische Tourismusindustrie. Auch British Airways hatte sich bereits über die Vorschrift beschwert.

Premier Boris Johnson will Medienberichten zufolge mit "Luftbrücken" die Quarantäne-Maßnahmen für viele Flugreisende umgehen. Demnach müssen Passagiere bei ihrer Einreise nicht in Selbstisolation, wenn sie aus einem Land mit geringem Ansteckungsrisiko kommen. Nach Ansicht Johnsons sei dies die beste Strategie, um das Virus in Schach zu halten und zugleich das Reisen wieder zu erlauben. Möglicherweise wird die Regelung den Berichten zufolge im Juli eingeführt.

Die Regierung in London steht wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie seit Monaten stark in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, zu spät und falsch darauf reagiert zu haben.

In keinem anderen Land in Europa wurden bisher so viele Todesfälle verzeichnet wie im Vereinigten Königreich. Dort starben bisher mehr als 40.000 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

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