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Anspruch auf Homeoffice - Heil pocht auf den Koalitionsvertrag

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Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verteidigt im ZDF den geplanten Rechtsanspruch auf Homeoffice. Kritik aus der Union weist er zurück - und pocht auf den Koalitionsvertrag.

Arbeitsminister Hubertus Heil hält trotz Kritik aus der Union an einem Recht auf Homeoffice fest. "Ich glaube, dass wir das mit Vernunft und guten Argumenten hinbekommen", sagt Heil in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". CDU und CSU erinnerte er an gemeinsam getroffene Vereinbarungen:

Der Koalitionsvertrag sagt, wir sollen mobiles Arbeiten ermöglichen und übrigens auch die Beschäftigten besser absichern.
Hubertus Heil, SPD

Auch im Homeoffice müsse mal Feierabend sein. "Deswegen braucht eine moderne Arbeitswelt auch einen modernen Ordnungsrahmen - dafür werden wir sorgen." Heil plant ein Gesetz, das Angestellten 24 Tage Homeoffice pro Jahr ermöglichen soll.

Warum CDU und CSU kritisch sind

Zuvor hatte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt den Vorschlag kritisiert. Auch der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU, Peter Weiß, äußerte sich skeptisch. "In vielen Berufen ist ein Arbeiten von Zuhause schon rein faktisch nicht möglich, deshalb kann es einen echten allgemeinen Rechtsanspruch auf Homeoffice nicht geben, weil sonst die Arbeitnehmerschaft in zwei Klassen aufgeteilt würde", so Weiß.

Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich schon im Mai gegen ein Recht auf Homeoffice gewandt. "Wir brauchen vor allem weniger Bürokratie, nicht immer neue staatliche Garantien", hatte er der dpa gesagt.

Dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbund, Reiner Hoffmann, geht der Vorschlag hingegen nicht weit genug. "Wenn wir ernsthaft eine bessere Vereinigung von Familie und Beruf erreichen wollen, dann ist ein Tag Homeoffice alle 14 Tage ein bisschen spärlich", so Hoffmann im ZDF.

Mehr als 14 Millionen Menschen im Homeoffice

Heil verweist darauf, dass auch mehr möglich sei. Das könne jeder und jede mit dem Arbeitgeber verhandeln, wenn betriebliche Gründe nicht dagegen sprechen. "Ich halte das für einen vernünftigen Weg. Es geht immerhin darum, dass wir Familienfreundlichkeit fördern wollen. Da, wo das möglich ist, möchte ich diese Freiheit für Menschen ermöglichen."

Die Deutschen arbeiten so viel von zu Hause aus, wie noch nie. Im Juli und August waren 14,6 Millionen Beschäftigte wegen Corona im Homeoffice - also etwa jeder Dritte. Die Tatsache, dass nicht jeder das könne, spreche übrigens nicht gegen das Konzept, so Heil. Auch eine Arzthelferin könne zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiten, also zum Beispiel Abrechnungen machen.

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