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'maybrit illner' : Lauterbach warnt vor Delta-Variante bei EM

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Laut SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sind viele Fußballfans anfällig für die Delta-Variante. Er kritisierte bei "maybrit illner" das Festhalten der UEFA an den Spielen.

Vor dem Achtelfinalspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft in England warnt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vor einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage durch volle Stadien. "Das ist insgesamt ein Brandbeschleuniger für die Delta-Variante, die uns derzeit diese großen Probleme macht und die sich anschickt, die dominierende Variante in ganz Europa zu sein", sagte Lauterbach am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner" mit Blick auf die geplanten EM-Spiele im Londoner Wembley-Stadion mit bis zu 60.000 Zuschauen.

Der SPD-Politiker verwies auf eine hohe Ansteckungsgefahr, weil viele englische und angereiste Fußballfans nur einmal oder gar nicht geimpft und damit sehr anfällig für die neue Corona-Mutation seien. "Das ist insgesamt weder epidemiologisch noch symbolisch eine kluge Entscheidung", kritisierte er das Festhalten der UEFA am Austragen von zwei Achtelfinals sowie den beiden Halbfinalspielen und dem Finale der Fußball-Europameisterschaft in England trotz der dort zuletzt sprunghaft gestiegenen Corona-Inzidenz.

Wie hoch ist das Risiko in Stadien?

Dagegen wird nach Einschätzung des Aerosol-Forschers Gerhard Scheuch das offene Wembley-Stadion ein sicherer Ort sein. "Wir sind uns in der Aerosolforschung relativ einig, dass draußen so gut wie keine Ansteckungen stattfinden, und das gilt auch in einem Stadion", sagte der Wissenschaftler in der Sendung. Eine Ansteckungsgefahr gebe es aber bei der An- und Abreise im Bus oder Taxi, in geschlossenen Logen oder auf den Toiletten. "Das sind die Spots, wo es dann krachen kann."

Jochen Breyer, Moderator ZDF-Sportstudio und Doku-Autor, betonte, dass es in der Pandemie-Zeit besser gewesen wäre auf einen anderen EM-Modus als dem aktuellen mit bis zu zwölf Spielstätten zu setzen. "Fußball lebt von Emotionen", betont der Sport-Moderator. Für ihn ist es absurd, dass trotz steigender Inzidenzen auch die Zuschauerzahlen in den Stadien steigen. Das ZDF habe seine Sport-Reporter nicht nach London geschickt, "weil wir das gesundheitlich nicht verantworten können".

Breyer: Endspiel in Budapest wäre das schlechteste Signal

Möglicherweise könnte das Endspiel wegen der stark steigenden Inzidenzen in einem anderen Stadion ausgetragen werden. "Das Finale nach Budapest zu geben, wäre das schlechteste Signal", konstatiert Breyer. Er betont aber auch, dass es zur UEFA passen würde, obgleich so eine Entscheidung "fatal" wäre.

Claudia Kade, Ressortleiterin Politik "Welt" und "Welt am Sonntag" ist verwundert, dass es bis heute keine einheitlichen Regelungen innerhalb der EU gibt. Dass die UEFA Druck ausübe, sei aber verständlich. Sie forderte, dass mehr zwischen Inzidenzen und schweren Krankheitsverläufen unterschieden werden müsse. Kade gab zu bedenken, dass "draußen feiern bisher nicht die großen Superspreader-Events hervorgebracht" habe. Die Journalistin kritisierte, dass es in Deutschland trotz Ankündigung noch immer nicht genügend Impfstoff gebe.

Boris Johnson fürchtet um sein Image

Diana Zimmermann, ZDF-Studio-Leiterin London, erklärte, dass Großbritannien "wieder die höchste Inzidenz in ganz Europa hat". Die Spiele zurückzuziehen sei jedoch für Premier Boris Johnson nur mit einem "fürchterlichen Imageverlust" möglich gewesen: "Johnson hat sich von der UEFA unter Druck setzen lassen".

Für die Studio-Leitung ist vor allem die Signalwirkung, die von vollen Stadien ausgeht, problematisch, denn sie vermittle, dass "es völlig in Ordnung ist, dicht gedrängt Fußball zu schauen". Man sehe in den Zahlen von Schottland, dass sich seit Beginn der EM mehr Männer als Frauen infiziert haben. Auch beachten viele in Großbritannien die Regeln nicht mehr, weil sie viel zu erschöpft sind, fügt Zimmermann hinzu.

Hebt London die Maskenpflicht auf?

Mittlerweile steigen auch die Krankenhauseinweisungen wieder an - vor allem junge Leute sind laut Zimmermann betroffen. Premier Johnson möchte dennoch die Maskenpflicht abschaffen. "Und obwohl das allem widerspricht, was die Wissenschaftler empfehlen, wird es aber vermutlich trotzdem passieren", ist sich Zimmermann sicher.

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