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"maybrit illner" - Lauterbach: Zwei Fehler bei Impf-Erfassung

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Gesundheitsexperte Lauterbach lehnte erneut, trotz Fehlern bei der Impfquote, eine Impfpflicht ab. Bei Corona sei eine Herdenimmunität unerreichbar, sagte er bei "maybrit illner".

Bei Maybrit Illner diskutierten u.a. Karl Lauterbach und Jan Josef Liefers zum Thema "Geimpft, getestet, genervt – mehr Freiheit wagen?"

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Die mangelnde Kommunikation zu den Unstimmigkeiten bei der Impfquote in Deutschland hat nach Ansicht von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Verschwörungserzählungen genährt.

"Seit zwei Monaten wussten wir, dass die Zahlen des RKI, sozusagen die offiziellen Zahlen, nicht stimmen", sagte Lauterbach am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Dass dies nicht kommuniziert worden sei, halte er für einen Fehler, weil dieses Vorgehen Verschwörungstheorien beflügele.

Die Menschen kämen so zum Beispiel auf die Idee, der ersehnte "Freedom Day" solle aufgehalten werden. Das sei keinesfalls der Hintergrund gewesen, betonte Lauterbach. Bei der Erfassung der Impfungen seien gleich zwei Fehler gemacht worden: Die Impfzentren hätten viel zu viel und die niedergelassenen und Betriebsärzte viel zu wenig über die verabreichten Impfungen dokumentiert.

In jedem Fall hätten die Impfzahlen jedoch früher bereinigt werden müssen.

Karl Lauterbach spricht sich gegen eine Impfpflicht in Deutschland aus.

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Lauterbach gegen Impfpflicht

Lauterbach sprach sich erneut klar gegen eine Impfpflicht in Deutschland aus. Sie sei politisch nicht durchsetzbar. Zudem nutzten rechte Kräfte die Impfung, "um zusätzliche Anhängerschaft zu besorgen". In Deutschland mache etwa die AfD in diese Richtung mobil.

Da dürfe man nicht mit der Impfpflicht diesen Kräften noch zuarbeiten. Epidemiologisch könne eine Impfpflicht nur mit der Erlangung von Herdenimmunität begründet werden. Diese aber sei bei Corona nicht erreichbar.

"Angst macht uns anfällig für Verschwörungstheorien", betonte Schauspieler Jan Josef Liefers. Er spüre "viele Risse in diesem Land" und erklärte, dass weder Befürworter noch Gegner "ohne Delle" rauskommen.

Von seinem Einsatz auf der Intensivstation habe er gelernt, dass das Pflegepersonal mehr Wertschätzung und Aufwertung verdiene - gerade finanziell. Die Menschen auf der Intensivstation würden weit mehr für die Patienten machen als eigentlich in ihren Arbeitsverträge stehe.

Jan Josef Liefers bei "maybrit illner": "100 Prozent Sicherheit oder Freiheit?"

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Liefers: Bei Adjektiven und Sprache abrüsten

Eine Impf-Empfehlung möchte der Schauspieler, der selbst geimpft ist, nicht aussprechen, denn "am Ende muss es jeder selber wissen". Bezüglich der 2G-Regel verstehe er nicht, "warum durch die Hintertür derart rabiates Pressing auf Leute ausgeübt wird, die sagen, ich möchte das lieber nicht". Liefers wünsche sich mit Blick auf einen Freedom Day, dass wir "von den Bäumen herunter kommen und abrüsten, was Adjektive und Sprache angeht".

Ute Teichert, Vorsitzende Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), weiß, dass bei den Impfzentren die Daten der Impflinge sehr gut dokumentiert wurden, "bei den Haus- und Betriebsärzten sind nicht mehr alle Daten erfasst worden".

Als Ärztin sei für sie wichtig, dass Menschen nicht erkranken, deshalb stelle sich für sie die Diskussion bezüglich eines Freedom Day nicht.

Teichert: Quote mit Impfteams erhöhen

Zur Erhöhung der Impfquote sei es gut, dass man die Leute in den mobilen Impfteams und Impfbussen da aufsuche, wo sie sind.

Wir müssen zum Impfen in die Lebenswelten der Menschen gehen.
Ute Teichert, BVÖGD-Bundesverband

Sie gab zu bedenken, dass man bei der Interpretation der Zahlen ab sofort berücksichtigen müsse, dass die Tests jetzt bezahlt werden müssen. Das habe Auswirkungen auf die Zahlen, da sich weniger Leute testen lassen werden, merkte die Medizinerin an.

"In Deutschland herrscht eine Datenwüste", konstatierte Klaus Stöhr, Virologe, Epidemiologe und Impfstoffexperte. Man könne nicht herausfinden, wie viele Leute geimpft worden sind. Es habe ihn verwirrt, wie die Bundesregierung pro-aktiv die strukturierte Risikobewertung abgefragt habe: "Man hat ein großes Vakuum gelassen".

Seiner Ansicht nach hätte es ein multidisziplinäres Team zur Bewertung und Ausarbeitung von Maßnahmen benötigt.

Stöhr: Müssen zurück zur Normalität

Der Virologe gab zu bedenken, dass zehn Prozent der aktuell Ungeimpften Verweigerer sind, die sich nicht impfen lassen. "Wie weit wollen wir denn noch gehen", fragte er in die Runde.

Wir müssen uns so lange bemühen, wie es geht, aber, irgendwann ist es wie bei den bezahlten Tests: Wir müssen sagen, wir müssen zur Normalität zurück.
Klaus Stöhr, Virologe

Für Stöhr fehlt es mittlerweile an der Verhältnismäßigkeit.

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