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"maybrit illner" : Schwesig kritisiert Impfstoff-Beschaffung

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Bei "maybrit illner" wirft Ministerpräsidentin Schwesig der EU Versäumnisse bei der Beschaffung des Corona-Vakzins vor. Der Vorsprung anderer Länder sei nicht zu rechtfertigen.

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) hat die Impfstoff-Beschaffungsstrategie der Bundesregierung scharf kritisiert. "Ich bin total enttäuscht, was da gelaufen ist", sagte Schwesig am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Die Verantwortlichen sollten "nicht um den heißen Brei herumreden", sondern klar sagen, "es ist schlecht gelaufen", kritisierte Schwesig und nannte namentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (alle CDU). Es sei verabredet gewesen, dass die Bundesländer die Logistik der Impfzentren stellen und der Bund den Impfstoff besorge.

Schwesig: Fehler bei Zulassung der Impfstoffe

Die Europäische Union (EU) habe gut daran getan, bei der Zulassung der Impfstoffe auf reguläre Verfahren zu setzen, so die SPD-Politikerin. Falsch sei es gewesen, dass die EU "nicht auf alle Impfstoffkandidaten gesetzt hat und komplett für Europa auch bestellt hat - und früh genug bestellt hat". Das hätte mehr Geld gekostet und mehr Impfstoff gebracht, als gebraucht würde.

Letzteres wäre jedoch ein "Luxusproblem" gewesen, das durch die Abgabe überzähliger Dosen an arme Länder hätte behoben werden können.

Aber dass jetzt andere Länder viel mehr Impfstoff haben und wir nicht, das kann man den Menschen nicht erklären.
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern

Was jetzt bei den Impfungen versäumt werde, sei wegen der drohenden Ausbreitung der Virusmutationen später nicht so leicht aufholbar.

Braun verteidigt Impf-Strategie der EU

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) verteidigte die Impfstoffbeschaffung durch die EU. Derzeit seien zwei Impfstoffe von "zwei im Grunde Start-up-Unternehmen" zugelassen. Es sei immer klar gewesen, "dass wir da am Anfang noch nicht so viel Impfstoff haben werden". Insgesamt habe die EU-Kommission acht Impfstoffe eingekauft.

Jetzt habe man in Aussicht, "dass in Kürze zwei Impfstoffe von sehr großen Unternehmen mit riesigen Produktionskapazitäten noch zusätzlich zugelassen" werden. "Diese Phase der Knappheit, die dauert jetzt vielleicht noch sechs, acht Wochen und danach werden wir sehr, sehr viel Impfstoff haben", stellte Braun in Aussicht.

Brinkmann: Maßnahmen konsequenter umsetzen

Melanie Brinkmann, Virologin und Infektionsbiologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und der Technischen Universität Braunschweig, betonte, dass die vorhandenen Maßnahmen konsequenter umgesetzt werden müssten. Zudem forderte sie, dass man sich auf ein erreichbares Ziel einigen müsse, um die Menschen wieder mitzunehmen.

Ein Festhalten an der Inzidenz von 50 sei schwierig, da "wir auch da keine Kontrolle gehabt haben". Ihrer Ansicht nach muss der R-Faktor auf 0,7, denn dann "sinken die Zahlen jede Woche um die Hälfte".

Woopen: Corona-Maßnahmen sind richtig

Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, machte deutlich, dass sie die beschlossenen Maßnahmen für richtig hält, erklärte aber auch, dass es "zu wenig weiterführende Maßnahmen" seien. Woopen betonte, dass Menschen, die sich eine FFP2-Maske aus eigenen Mitteln nicht leisten können, Unterstützung erfahren sollten.

Der Kolumnist und Digital-Experte Sascha Lobo sieht eine große Verunsicherung und eine große Wut in der Gesellschaft. Für ihn fehlt es an einer Kommunikationsstrategie der Bundesregierung. Besonders die Homeoffice-Regelungen kritisierte Lobo und erklärte, dass diese "recht labberig" seien. Die Verbindlichkeit fehle.

Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Studios in London, erklärte, dass "85 Prozent aller Infektionen die B1.1.7-Mutante" sind. Hohe Todeszahlen stehen laut Zimmermann langsam sinkenden Infektionszahlen gegenüber. Auch infizieren sich mehr Kinder mit der Mutante als durch das ursprüngliche Virus. Die Impfstoffe seien per Notverordnung zugelassen worden und "bis jetzt wurden fast fünf Millionen Briten geimpft".

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.
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