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"maybrit illner" - Holetschek will vorerst bei 3G bleiben

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Bayerns Gesundheitsminister Holetschek spricht sich für die Beibehaltung der 3G-Regel aus. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hingegen plädiert im ZDF bei "maybrit illner" für 2G.

Klaus Holetschek bei "maybrit illner"

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Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält einen Wechsel von der 3G-Regel zu 2G vorerst nicht für opportun. Zwar sei der exklusive Zugang zu bestimmten Bereichen nur für Geimpfte und Genesene (2G) irgendwann "eine logische Konsequenz", sagte der Minister am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Er glaube aber, dass der Status jetzt noch bei 3G liege. Dieser Weg müsse weitergegangen und der Aufbau von "Drohszenarien" vermieden werden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht davon aus, dass 2G sicher kommt und fordert schon jetzt eine Diskussion darüber.

Lauterbach widerspricht Streeck

Für 2G plädiert auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Geimpfte seien nicht nur besser geschützt vor einem schweren Sars-Cov2-Verlauf und Long Covid, sondern auch "für Dritte weniger gefährlich". Auf jeden Fall sei eine Impfung wertvoller als ein Test, so Lauterbach auf Nachfrage.

Er widersprach damit dem Virologen Hendrik Streeck. Der hatte bei "Markus Lanz" betont, es sei wissenschaftlich nicht belegt, dass von einem Getesteten ein höheres Risiko ausgehen würde als von einem Geimpften oder Genesenen.

Im Streit um 2G gebe es nur zwei Möglichkeiten, so Lautwerbach weiter: "Entweder wir fangen jetzt schon in den Hochrisikobereichen an das einzusetzen, um die Inzidenz runterzudrücken. Oder wir machen es später und dann ist der Kreis sehr viel größer." Das Pandemie-Problem gehe "ja nicht weg", sondern werde größer. Bei den Ungeimpften gebe es derzeit "spektakulär hohe Inzidenzen".

Karl Lauterbach bei "maybrit illner"

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Palmer: Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen

In manchen Städten lägen sie bei 500 oder 600. Deshalb sei er auch dafür, die Inzidenzen für Geimpfte und Ungeimpfte getrennt auszuweisen, sagte der SPD-Politiker. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (B'90/Die Grünen) sprach sich für eine Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen aus, die mit vulnerablen Gruppen, die selbst nicht geimpft werden können, arbeiten.

Mit Unverständnis erlebt Palmer aktuell, dass sich viele Menschen über 60 Jahre für eine Infektion und gegen die Impfung aussprechen. Auch ist es für Palmer unverständlich, dass der Staat den Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, die Kosten für den Schnelltest aufs Auge drücken möchte und sich im Falle einer Ansteckung auch gegen eine Lohnfortzahlung während der Quarantäne ausspricht. "Wenn man das Ziel hat, die Pandemie in den Griff bekommen zu wollen, ist das kontraproduktiv", konstatierte er.

Palmer sieht 2G kritisch

Laut Palmer sei mit Abmahnungen und Entlassungen arbeitsrechtlich alles möglich. Auch 2G sieht der Grüne Oberbürgermeister kritisch: "Es ist eine Notmaßnahme, falls die Gesundheitssysteme wieder in einen kritischen Bereich kommen".

In Bezug auf das Impfen von Kindern unter 12 Jahren vertritt Palmer die Ansicht, dass Erwachsene sich zum Schutz der Kinder impfen lassen sollten. "Wir können es uns nicht leisten, wieder so in die Bildungs- und Entwicklungsverläufe einzugreifen".

Soziologin fordert geöffente Schulen

Jutta Allmendinger, Soziologin, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) gab zu bedenken, dass es aktuell keinen Impfstoff für die unter 12-Jährigen gebe. Laut der Soziologin sei es wichtig, Impfanreize zu setzen und nicht immer nur den "Negativjargon" zu bemühen. Da seien andere Länder erfolgreicher gewesen, die Impfung als etwas positives zu vermarkten.

Gerade in Bezug auf die Quarantäne-Regelung gab Allmendinger zu bedenken, dass "es Väter gibt, die nicht mehr zu Arbeit gehen können, da die Kinder immer wieder in Quarantäne sind". Sie forderte eine Planungssicherheit und geöffnete Schulen.

Intensivmediziner: Gibt "immer wieder Impfdurchbrüche"

Stefan Kluge, Intensivmediziner und Pneumologe, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), erklärte, dass "90 Prozent der Menschen mit Covid auf den Intensivstationen ungeimpft" seien. Die Impfung sei zwar "extrem effektiv", sie schütze aber nicht zu 100 Prozent vor Infektionen: "Es gibt immer wieder Impfdurchbrüche".

Kluge ist sich sicher, dass die Impfverweigerer einen deutlich geringeren Anteil bei den Ungeimpften ausmachen. Die meisten der 16 Millionen Ungeimpften seien "träge und Impfzauderer". Der Arzt gab zu bedenken, dass man gerade im Gesundheitssystem nicht alle Ungeimpften nach Hause schicken könne, denn "dann haben wir ein Riesenproblem". Man müsse laut Kluge jedoch eine Durchseuchung in den Schulen verhindern.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Wahlkampf in Corona-Zeiten – ist die Pandemie etwa vorbei?" vom 9. September 2021, um 22:15 Uhr im ZDF.

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