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Studie zu Coronavirus - Hoffnung auf langanhaltende Immunität

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Eine neue Studie zeigt: Die Immunität nach einer Corona-Infektion könnte länger anhalten als bisher angenommen. Damit würde sich auch die Wirksamkeit eines Impfstoffs verlängern.

Archiv, Stuttgart: Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts testet Blutproben auf Antikörper.
Ist eine langfristige Immunanbwehr nach einer Corona-Infektion möglich?
Quelle: dpa

Lange wurde darüber spekuliert, ob eine langfristige Immunabwehr nach einer Infektion mit dem Coronavirus überhaupt möglich ist. Nun liefert eine US-amerikanische Studie unter der Leitung des La Jolla Institute for Immunology in San Diego neue Erkenntnisse.

Demnach weist ein Großteil der Proband*innen auch mehr als sechs Monate nach einer Covid-Infektion genügend Immunzellen vor, um das Coronavirus bekämpfen zu können und eine erneute Erkrankung abzuwehren. Die Immunität könnte womöglich sogar mehrere Jahre anhalten.

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Das zeigen Beobachtungen von Personen, die schon früher eine Infektion mit anderen Sars-Viren überstanden haben. Bis zu 17 Jahre nach der Erstinfektion tragen sie nach Angaben der Studie noch immer eine Immunabwehr in sich. Ähnliches könnte auch im Hinblick auf eine Covid-19-Infektion möglich sein. 

Nicht nur Antikörper tragen zur Immunabwehr bei

Bisher wurde von Personen berichtet, die nach einer Infektion mit Covid-19 einen Rücklauf der Antikörper verzeichneten oder teilweise sogar keinerlei Antikörper bildeten. Auch die Studie stellt fest, dass Antikörper im Blut abnehmen, zeigt aber gleichzeitig, dass unser Immunsystem vielfältige Abwehrmechanismen hat. Um Immunität beurteilen zu können, sind folglich nicht nur Antikörper entscheidend.

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Dies bestätigt auch der Frankfurter Virologe Martin Stürmer. Er hält fest, dass noch weitere Faktoren dazu beitragen, ein immunologisches Gedächtnis aufzubauen. Laut Stürmer würden diese ermöglichen, dass bei einem erneuten Kontakt mit dem Erreger, "das Immunsystem relativ schnell in der Lage sein wird, wieder mit der Infektion umzugehen und zwar deutlich besser, als wenn ich den Erreger zum ersten Mal sehe". 

Grenzen der Studie zum Coronavirus

Dennoch warnt Virologe Stürmer vor falschen Schlüssen und verweist auf Lücken der Studie. So wurden 185 Männer und Frauen zwischen 19 und 81 Jahren über einen achtmonatigen Zeitraum getestet. Jedoch basiere die Studie auf nur wenigen Verlaufsproben, die über einen längeren Zeitraum eingeholt wurden.

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Zudem hatten zwar beinahe alle Proband*innen Krankheitssymptome, jedoch mussten 92 Prozent nicht in einem Krankenhaus behandelt werden. Zu der Studie gab es bisher keine Peer Review und sie wurde noch in keiner Fachzeitschrift veröffentlicht. Das heißt, die Studie ist noch nicht durch mehrere, fachliche Prüfungen gegangen. Trotz dieser Kritikpunkte geben die Forschungsergebnisse Anlass zur Hoffnung. 

Lauterbach: "Segen für Impfungen"

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigt sich auf Twitter zuversichtlich. Er ordnet die Ergebnisse der Studie als "sehr relevant" ein und nennt sie einen "Segen für Impfungen". Denn sollten sich die Prognosen zur Immunabwehr gegen das Virus bewahrheiten, wäre auch eine langandauernde Abwehr durch Impfungen möglich.

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Diese positive Bilanz zur neuen Studie aus Kalifornien zieht auch der Virologe Stürmer: 

Die Studie liefert auf jeden Fall wichtige Ergebnisse, die Hoffnung machen können, dass wir ab nächstem Frühjahr mit Impfstoffstrategien eine gute Möglichkeit haben, das Infektionsgeschehen deutlich besser zu kontrollieren. Die Studie trägt sicherlich dazu bei, dass der Optimismus nicht umsonst ist.
Martin Stürmer, Virologe

Ähnliche Forschungsergebnisse zeigt eine britische Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde. Die Immunität halte demnach mindestens sechs Monate an und es bestehe genauso lange Schutz vor einer Neuinfektion.

Das sind wirklich gute Nachrichten, denn wir können zuversichtlich sein, dass die meisten Menschen, die Covid-19 bekommen, zumindest kurzfristig nicht wieder daran erkranken werden.
David Eyre, Studienleiter der Universität Oxford

Anlass zur Hoffnung bietet auch das Zulassungsverfahren für den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech. Noch vor Ende des Jahres könnte die Zulassung erfolgen. Ihre Impfung erreicht eine Wirksamkeit von 95 Prozent.

In den USA will der Hersteller Moderna in den kommenden Wochen eine Notfallgenehmigung für ihren Impfstoff beantragen. Das verspricht eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.

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