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Impfnachfrage sinkt - Länder geben ihren Impfstoff zurück

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Imfstoff war lange ein knappes Gut. Heute ist das Gegenteil der Fall. - Offenbar sind die Lagerbestände inzwischen so groß, dass die Länder ihren Impfstoff zurückgeben wollen.

Corona Impfstoff
Corona Impfstoff
Quelle: imago

Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück. So wollen Hamburg und Berlin Zehntausende Impfdosen zurückführen. Andere Bundesländer prüfen noch oder beabsichtigen dies derzeit nicht.

In einem Schreiben, das ZDFheute vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, "Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen", an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Im August wohl nur ein geringer Überschuss

Aber, so heißt es in dem Schreiben, das Bundesministerium rechne für den August nur mit einem geringen Überschuss an Impfdosen, welche dann an den Bund zurückgegeben werden. Doch schon jetzt haben mehrere Länder angekündigt Impfstoff an dem Bund zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht an den Bund zurückgeführt werden. Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben. "Nur so kann die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Covid-19-Impfstoffe unter Einhaltung der erforderlichen Lagerungs- und Transportbedingungen sichergestellt werden", heißt es in dem Schreiben.

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"Hamburg wird von dieser Möglichkeit Gebrauch machen", sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um einen Lagerbestand von rund 6.000 Fläschchen mit rund 60.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca. "Dieser Impfstoff ist noch mindestens drei Monate haltbar." Auch beim Vakzin von Johnson & Johnson gebe es einen Lagerbestand. "Hiervon haben wir gegenwärtig etwa 24.000 Dosen vorrätig." Das Mittel werde aber bei den mobilen Impfaktionen - etwa in Jobcentern - eingesetzt.

Rückgabe von mehrern Ländern geplant

Berlin will bis zu 62.400 Impfdosen an den Bund zurückgeben, hieß es aus der Gesundheitsverwaltung. Demnach handelt es sich um den aktuellen Lagerbestand des Vakzins von Astrazeneca, der noch mehrere Monate haltbar ist.

Auch Niedersachsen hält Impfstoffretouren an den Bund für wahrscheinlich. Es sei aber noch nicht absehbar, wie viele Impfdosen zurückgegeben werden, sagte eine Sprecher des Gesundheitsministeriums der dpa in Hannover. Dass es sich dabei vor allem um Dosen des Vakzins von Astrazeneca gehe, liege nahe.

Die Gesundheitsministerien in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein prüfen Sprechern zufolge noch eine Rückgabe von Impfdosen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg teilte mit, dass das Land rund 4.000 Dosen Astrazeneca zurückgeben wolle, bei denen allerdings das Verfallsdatum mit Ende Juli angegeben sei.

In Rheinland-Pfalz ist eine Rückgabe von Impfdosen im Moment noch kein Thema.

Derzeit erreichen wir voraussichtlich nahezu eine Vollverwertung des angelieferten Impfstoffs vor Ablaufdatum.
Sprecher des Gesundheitsministeriums in Rheinland-Pfalz

Sollte dies künftig nicht mehr gewährleistet sein - dies beträfe voraussichtlich erst im Oktober Chargen von Astrazeneca - könnte sich Rheinland-Pfalz vorstellen, das Angebot des Bundes zur Rückgabe anzunehmen.

Weitergabe des Impfstoffs noch ungeklärt

Aber, ob die zurückgegebenen Impfdosen am Ende wirklich anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden können, ist noch unklar. In dem Schreiben, das ZDFheute vorliegt, heißt es, dass die Bundesregierung zur Zeit mehrere Möglichkeit prüfe, überschüssige Impfdosen so schnell wie möglich an Drittstaaten weiterzugeben.

Weiter verweist das Bundesgesundheitsministerium auf die EU: "Hierbei sind insbesondere die vertraglichen Vereinbarungen der Europäischen Kommission mit den Impfstoffherstellern zu beachten". Zusammen mit den Ländern arbeite man aber daran die Zahl der abgelaufenen Impfdosen so gering wie möglich zu halten.

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