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Nach neuer Impf-Empfehlung - Frust bei Hausärzten - Stiko verteidigt sich

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Hausärzte klagen über die neue Impf-Empfehlung, sie sei zu kurzfristig kommuniziert worden, führe zu Mehraufwand. Stiko-Chef Mertens verteidigt sich - dies sei "ungerechtfertigt".

Bei vielen Ärzten bleibt der Corona-Impfstoff von Astrazeneca liegen. Sie kritisieren die Kommunikation der Impfempfehlungen.

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Die Empfehlung der Stiko ist grundsätzlich medizinisch nachzuvollziehen und ist auch gut, aber die Art der Kommunikation war mindestens ungeschickt. Ich finde sie fatal, weil sie ganz falsche Signale zum falschen Zeitpunkt gesendet hat

... klagt Jürgen Zastrow, Vorsitzender der Kreisstelle Köln der Kassenärztlichen Vereinigung.

Die Anpassung der Impfempfehlung habe bereits am ersten Tag in vielen Praxen für einen "enormen Mehraufwand" gesorgt, hatte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), am Wochenende gesagt.

Landen Hunderttausende Impfdosen nun im Müll?

Nun bleiben viele Praxen auf dem Astrazeneca-Impfstoff sitzen. Dieser werde zunehmend zum "Ladenhüter", sagte Oliver Funken, Chef des Hausärzteverbandes Nordrhein, der "Rheinischen Post".

"Diese Änderung der Empfehlung wird zum Verfall von Tausenden, Hunderttausenden Impfstoffdosen in Deutschland führen, weil jede Praxis schon gewisse Menge dieser Zweit-Impfdosen vorrätig hat und die jetzt in den Müll werfen muss, weil sie es nicht anderweitig verimpft bekommen", kritisiert der Neu-Ulmer Internist Christian Kröner gegenüber ZDF heute.

Kritisiert werde aber nicht die Änderung der Impf-Empfehlung an sich, sondern die Art der Kommunikation. Denn für die Ärzte ist eine Impfstoff-Beschaffung deutlich im Voraus zu planen.

Stiko-Chef weist Kritik als "unfair" zurück

Diese Kritik weist Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko), gegenüber ZDFheute von sich. Er könne zwar den Unmut der Hausärzte verstehen, "aber es ist aus meiner Sicht ungerechtfertigt und auch unfair", so Mertens. Es gebe keine Möglichkeit einer Vorabinformation, ohne dass alle Patienten das auch erfahren. Das würde bedeuten, dass jede Vorabinformation immer öffentlich wäre und sofort zu Diskussionen zwischen Patienten und Ärzten führen würde.

Und es sei kaum vorstellbar, dass die Ärzte nach einer solchen Vorabinformation mit einer alten Impf-Empfehlung weitermachen würden und sehr unwahrscheinlich, dass die Patienten dies akzeptieren würden, so Mertens.

Es sei Aufgabe der Stiko aufgrund der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse die Impf-Empfehlung so anzupassen, dass er am besten für die Menschen sei - auch wenn dies zu Verunsicherungen führen könne. "Die Tatsache der Verunsicherung ist praktisch nicht zu lösen, weil praktisch alles, was gesagt wird, führt immer zur Verunsicherung. Das ändere aber nichts an der Aufgabe der Stiko."

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte am vergangenen Donnerstag überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten sollen.

[Was die Stiko-Empfehlung bedeutet - lesen Sie mehr dazu in unserem Überblick.]

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