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Maximal 19 Prozent verimpft - Länder bleiben auf Astrazeneca sitzen

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Er liegt wie Blei in den Regalen: der Astrazeneca-Impfstoff. 81 bis 97 Prozent der angelieferten Menge bleibt derzeit in den Ländern ungenutzt. Das könnte sich jetzt ändern.

Kanzlerin Merkel hat stufenweise Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Aussicht gestellt. Im ZDF fordert Berlins Bürgermeister Müller mehr. Er will konkrete Öffnungsperspektiven.

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Impftermine, die ungenutzt verstreichen. Und immer mehr Menschen, die geimpft werden sollen. Die Impfstrategie der Bundesregierung gerät weiter in Schieflage. Ein Problem: das schlechte Image des Astrazeneca-Impfstoffes. Von den etwas mehr als zwei Millionen Impfdosen, die bis Ende der Woche an die Länder ausgeliefert werden, sind, Stand Dienstag, gerade einmal 187.020 Impfdosen verimpft worden. Also noch nicht einmal zehn Prozent.

Dabei gibt es in den Bundesländern erhebliche Unterschiede, wie eine Umfrage von ZDFheute ergab. Vorne liegt Hamburg mit 19 Prozent, gefolgt von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die etwas mehr als 14 Prozent der angelieferten Menge verteilt haben. Schlusslicht sind Baden-Württemberg (2,6 Prozent) und Sachsen (3,2 Prozent). Dazwischen einige Länder bei plus/minus zehn Prozent, wie etwa Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein.

Astrazeneca kann nach eigenen Angaben den für das zweite Quartal zugesagten Impfstoff nicht komplett in Europa herstellen. Es drohen Lieferengpässe zwischen der EU und Astrazeneca.

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Gruppe zwei vor Gruppe eins

In nahezu allen Bundesländern wird der Impfstoff gekühlt und aufbewahrt. Die Hoffnung: Ab Mittwoch gilt die neue Impfverordnung, dann können auch Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer in Grund- und Förderschulen einen Termin bekommen. Niedersachsen denkt auch an Beschäftigte und Bewohnerinnen und Bewohner der Eingliederungshilfe oder niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit direktem Patientenkontakt.

In Berlin und Brandenburg sollen zudem Beschäftigte der Polizei an die Reihe kommen. In Brandenburg wurden bereits mehr als 1.000 Beamtinnen und Beamte geimpft. Auch Rheinland-Pfalz beginnt damit - obwohl die über 80-Jährigen vermutlich erst Mitte April alle geimpft sind, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) heute sagte.

Bund und Länder beraten über eine Veränderung der Impfprioritäten: Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Kitapersonal sollen früher drankommen als ursprünglich geplant. Kritiker befürchten, andere Gruppen könnten „nach hinten“ gedrängt werden.

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Rheinland-Pfalz im Mittelfeld

Erst 10,6 Prozent des verfügbaren Impfstoffes konnte in Rheinland-Pfalz seit Anfang Februar an die unter 65 Jahre alten Frauen und Männer in der ersten Prioritätsgruppe gebracht werden. Der Rest wird inzwischen eingelagert und für die nächsten Gruppen aufbewahrt.

Derzeit werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Mainz Termine vergeben für 22.000 Menschen, die aufgrund ihres Berufes zur ersten Prioritätengruppe gehören. 7.400 Dosen sollen an die Krankenhäuser geliefert werden. Danach sollen Mitarbeitende in den Einrichtungen der Behindertenhilfe, im Justizvollzug, bei der Polizei sowie an Schulen an der Reihe sein.

Düsseldorf: Nichts "auf Halde"

Nicht immer hat es aber mit dem Image von Astrazeneca zu tun, dass die Impfung so schleppend läuft. "Grundsätzlich", heißt es vom Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen, werde der vorhandene Impfstoff "zeitnah der Bevölkerung" zur Verfügung gestellt. Impfdosen lägen nicht "auf Halde".

Zwar hat in dem Bezirk Nordrhein eine Untersuchung ergeben, dass nur 3,4 Prozent der mit Astrazeneca angekündigten Impftermine versäumt wurden. Die Zahlen aber, so das Düsseldorfer Ministerium, "lassen jedoch keine Rückschlüsse darauf zu, ob der Impfstoff von Personen- bzw. Berufsgruppen mit einem hohen Prozentsatz auch angenommen wird." Wie hoch also die Akzeptanz tatsächlich ist, wissen nur die einzelnen Landkreise und Städte, so das Ministerium.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)  ist da entschiedener:

Es gibt kein Problem in Nordrhein-Westfalen mit Astrazeneca. Und wer nicht will, der hat schon, dann ist der nächste dran.
Armin Laschet

"Über kurz oder lang", so will es Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, soll aber trotzdem dieser Impfstoff an die Hausarztpraxen verteilt werden. "Das kann aber erst dann erfolgen, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht", heißt es aus dem Ministerium.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Klaus Cichutek gibt einen Überblick über die drei Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

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FDP und Linke wollen nicht warten

Die FDP-Fraktion im Bundestag würde nicht so lange warten. Wenn mehr Aufklärung nötig sei, so der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann, dann könne das Vertrauensverhältnis zwischen Hausarzt und Patientin oder Patient entscheidend für mehr Impfakzeptanz sorgen. Buschmann:

Es kann nicht sein, dass sich Impfstoff in den Regalen stapelt, während wir Impfstoffmangel haben. Das ist ein großer Fehler.
Marco Buschmann

Ähnlich sieht das die Linke. Wenn jetzt Impfberechtigte Astrazeneca verweigern, dann müsse der Impfstoff für die zweite oder auch schon dritte Gruppe freigegeben werden, so Bundestagsabgeordneter Niema Movassat. "Es kann ja nicht ernst gemeint sein, dass der Impfstoff in Impfzentren verstaubt."

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Der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca war in Deutschland als dritter Impfstoff gegen Covid-19 nur für unter 65-Jährige zugelassen worden, da die Studienlage höherer Altersgruppen für eine generelle Zulassung nicht ausreichte. Nach Untersuchungen der Universität von Edinburgh sank nach einer Impfung mit diesem Stoff das Risiko, bei einer Infektion ins Krankenhaus zu müssen, um 94 Prozent. Nach Biontech/Pfizer ging das Risiko um 85 Prozent zurück.

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