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Mitte Februar als Ziel - Pflegeheime: Einige Länder reißen Impf-Frist

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Bis April bleibt Impfstoff rar, das ist das Ergebnis des gestrigen Gipfels. Das hat Auswirkungen: Bis Mitte Februar werden nicht alle Länder ihre Pflegeheime geimpft haben.

Bund und Länder haben beschlossen einen nationalen Impfplan aufzustellen. Im ersten Quartal bleibe die Knappheit an Impfstoff noch bestehen, doch bis Ende des Sommers soll jeder ein Impfangebot erhalten, so Kanzlerin Merkel.

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Zwei Fragen mussten die Bundesländer Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beantworten, bevor sie sich alle diese Woche zum Impfgipfel trafen. Erstens: Wie vielen der Pflegeheime und deren Bewohnern (in Prozent) wurde in ihrem Bundesland bereits eine Erst- und Zweitimpfung angeboten? Zweitens: Wird das Ziel der Ministerpräsidentenkonferenz, bis Mitte Februar allen Bewohnern von Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot zu unterbreiten, erreicht?

Mal abgesehen davon, dass ein Angebot noch lange keine Impfung ist: Einige Bundesländer werden es bis Mitte Februar schaffen. Einige aber auch nicht. Ein bisschen getrickst wird bei den Meldungen nach Berlin aber auch.

Städte und ein großes Land: Passt

Wer offenbar gut zurechtgekommen ist, sind die Stadtstaaten - und das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen:

  • Berlin: Alle 282 Pflegeheime sind mit "mit Erstimpfungen versorgt worden". Etwa zwei Drittel mit Zweitimpfung. In den kommenden zwei Wochen soll auch das fehlende Drittel ein Angebot bekommen.
  • Bremen: Spätestens am 7. Februar will man in Bremen Stadt mit beiden Impfungen durch sein. "Die aufgrund von Quarantänemaßnahmen nicht erreichbaren Einrichtungen werden so bald wie möglich nachgeimpft." Und Bremerhaven? Keine Meldung.
  • Nordrhein-Westfalen: Was bei der Impfung der Generation 80 plus schwierig wird, scheint in den Pflegeheimen gelungen: "Das Ziel wird erreicht." Bis Mitte Februar hätten alle ein Angebot. Stand Montag seien 90 Prozent der Pflegeeinrichtungen mit der ersten Impfung durch, 46 Prozent davon mit der zweiten.

In der Corona-Pandemie können die Landkreise die Bundeswehr um Amtshilfe bitten. So helfen Soldaten etwa in Alten- und Pflegeheimen.

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Saarland, Hamburg, Rheinland-Pfalz: Bis zu vier Wochen Verlängerung

Kleineres Land heißt aber nicht automatisch kleine oder keine Probleme.

  • Saarland: Zwar ist man mit den Erstimpfungen fast durch, völlig aber erst am 22. Februar. "Die Zweitimpfungen folgen dort danach." Also dauert es bis Mitte März.
  • Hamburg: Alle Einrichtungen mit dem ersten Durchgang erledigt. Für die Zweittermine reicht die Zielvorgabe 15. Februar aber nicht ganz: Sie soll es in der zweiten Februarhälfte geben.
  • Rheinland-Pfalz: Alle Erstimpfungen sind durch, die Zweitimpfungen allerdings erst zu gut zehn Prozent der Einrichtungen. Dafür ist dort neben den Bewohnerinnen und Bewohnern auch das Personal gleichzeitig dran gewesen. In anderen Bundesländern auch? Möglich, sie schreiben es aber nichts davon.

Auch andere Bundesländer gehen in die Verlängerung:

  • Sachsen: Die Erstimpfungen in Einrichtungen der Altenpflege "soll bis zum 15. Februar 2021 abgeschlossen sein, für alle stationären Pflegeeinrichtungen ist dies bis zum 1. März 2021 geplant."
  • Thüringen: Auch dort wird noch bis Mitte März gebraucht. Bis 17. Februar brauche man für die Erstimpfungen, "die Zweitimpfung hiernach entsprechend den Vorgaben." Also 10. März.

Im Prinzip ja, aber …

Einige Länder deuten Schwierigkeiten an: Sollte der Impfstoff nicht so wie angekündigt geliefert werden, wonach es wegen der erst jetzt behobenen Probleme bei Biontech aussieht, ist die Frist nicht zu schaffen. [Wie Biontechs Finanzvorstand die Situation bewertet, lesen Sie hier.]

Momentan gehe auch mit mehr finanziellen Anreizen nichts, sagt Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting: "Wir tun alles, was wir können".

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Brandenburg kündigt nur um einen Aufschub von ein bis zwei Wochen an, "aufgrund der Verfügbarkeit von Impfdosen je Kalenderwoche". Auch Sachsen-Anhalt müsste dann auf Ende Februar schieben. Hessen will es immer noch schaffen: "Dies ist allerdings auch abhängig von der entsprechenden Verfügbarkeit von Impfstoffen." Mecklenburg-Vorpommern nennt lieber keine Frist, bis wann dort mit der zweiten Impfung zu rechnen ist.

Auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind vorsichtig. Kommt der Impfstoff, klappt es auch. Ob allerdings die ursprüngliche angekündigte Menge oder die reduzierte gemeint ist, bleibt offen.

Zu wörtlich, zu falsch verstanden

Größere Probleme scheint es in den südlichen Ländern zu geben. Allerdings hat man in Baden-Württemberg die Frage des Ministeriums nach einem Angebot auch tatsächlich wörtlich genommen:

Geht man von einem Angebot aus - das heißt nicht von der Realisierung der Angebote - ist davon auszugehen, dass bis Mitte Februar alle stationären Pflegeinrichtungen kontaktiert wurden.
Baden-Württemberg

Und Bayern hat offensichtlich die Frage falsch verstanden. Dort wurde nicht in Alten- und Pflegeheime getrennt. Bei beiden zusammen ist der Freistaat vermutlich vorneweg, aber irgendwie auch hintendran: In 63 Prozent der Alten- und Pflegeheime wurde geimpft - obwohl insgesamt schon 86 Prozent der Heime "aufgesucht wurden".

Wegen des knappen Impfstoffs seien die Behörden nun angewiesen worden, Alten- und Pflegeheime vorrangig zu impfen, heißt es in der Meldung aus München. "So soll erreicht werden, dass bis Mitte Februar in allen Alten- und Pflegeheimen zumindest die Erstimpfung durchgeführt ist."

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